Frage von xmass 21.01.2012

Sind Bankaktien mittlweile nur noch was für Zocker-zu gefährlich als Beimischung im Depot?

  • Hilfreichste Antwort von Rat2010 21.01.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich habe in der letzten Zeit Deutsche Bank und Commerzbank beigemischt. Allerdings nicht als solide Geldanlage sondern mit Optionsscheinen als Zock, mit denen ich das sonst ausgewogene Fondsportfolio abrunde. Bisher ein Verdoppler und ich harre der Dinge, die die nächsten Wochen bringen mögen.

    Das zu kaufen, was am stärksten verprügelt wird und nachzukaufen, wenn es noch viel stärker verprügelt wird, ist für Leute mit guten Nerven keine schlechte Strategie. Mit den Optionsscheinen ist nett in Urlaub zu fahren wichtiger als gute Nerven. Wer dauernd vor dem Computer sitzt hat(te) im letzten Jahr fast keine Chance, damit Gewinne zu machen. Dazu kriegt das antizyklische Denken nicht jeder gleich hin.

    Es hängt also von dir ab. Die Aktie von der Dt. Bank oder auch von Unicredit oder Commerzbank wirkt interessant und man könnte jetzt auch langfristig einsteigen. Man muss sich nur bewusst sein, dass das dauern kann und vermutlich gute Nerven erfordert.

    Bei Fonds denke ich ähnlich. Es gibt welche, deren Kunden die langfristige Denkweise zulassen und längerfristig wird es in Europa Banken geben die nachhaltig Gewinn machen. Warum sollte also nicht auch ein Fonds europäische Banken kaufen? Das einzig gute Argument dagegen ist, dass man derzeit weltweit überall extrem unterbewertete Aktien findet. Man braucht also keine (im Vergleich zu diesen riskanten) Bankaktien, um hohe Renditen einzufahren - und zwar mit weniger Volatilität.

  • Antwort von obelix 21.01.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Bankenaktien sind sehr volatil und diese Branche unterliegt noch grossen Risiken. Wenn man sich die Entwicklung seit Ende 2007 ansieht, dann ist auch klar, weshalb.

    Eigentlich ist nicht nur Lehman pleite, sondern auch Merrill Lynch, Commerzbank, HRE und viele andere Banken wären ohne Rettung nicht mehr da.

    Und das kann vielen Banken immer noch passieren, wenn sich die Eurokrise nicht beruhigt. Wenn der Staat nicht einspringt oder es zu Fusionen kommt, zu Stützungen durch die Zentralbanken, dann sind Banken hoch gefährdet.

    Und damit kann man auf weitere Stützung und Hilfen für die Banken hoffen und dann sind sie sicherlich als Beimischung sinnvoll.

  • Antwort von Sheridon 21.01.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Bei der Geldanlage ist das erste Gebot, dass man nur kaufen sollte, was man versteht. Und Bankaktien sind extrem schwer einzuschätzen. Das galt vor der Finanzkrise (auch wenn das damals niemand wahrhaben wollte) und es gilt heute umso mehr.

    Wenn du weißt, was sich hinter den einzelnen Bilanzpositionen der gewünschten Bank genau verbirgt und welche Risiken sich daraus ergeben, kann ein Einstieg sinnvoll sein. Aber ich bezweifle stark, dass jemand ohne massives Insider- und Branchenwissen das einschätzen kann.

  • Antwort von gandalf94305 21.01.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Im Prinzip wären Bankaktien oder ein ETF/Fonds auf solche durchaus eine Beimischung für ein Depot, wenn man an eine mindestens durchschnittliche Entwicklung glaubt.

    Derzeit gibt es das wesentliche Risiko "Griechenland" und auch Spanien ist noch nicht vom Tisch. Nach der Präsidentschaftswahl in USA könnte dort auch noch Ungemach entstehen, wenn nämlich die Schuldendefizite in den Vordergrund rücken und Pläne für den Abbau fehlen.

    Daher wären aus meiner Sicht internationale Banken mit Schwerpunkt in den Emerging Markets (z.B. HSBC) durchaus interessanter als die klassischen europäischen Werte. Diese könnten bei einem Default von Griechenland auch noch mal deutlich nachgeben.

    Weiterhin: die Regulierungsmaßnahmen auf europäischer Ebene, Basel III und Solvency könnten weiteren Druck auf Banken ausüben. Dadurch verändern sich auch die Bewertungen, d.h. die früheren Hochs werden die Banken wahrscheinlich nicht so schnell erreichen.

    Daher: man könnte jetzt eine kleine Position in Bankaktien aufbauen, jedoch diversifiziert und nicht auf Einzelwerte eingeschränkt. Wenn klarer wird, wie die Schuldenlösungen aussehen, dann könnte man diese Position aufstocken bzw. auch Einzelaktien, die profitieren, kaufen. Ich persönlich würde das nicht tun, sondern eher auf Frühzykliker wie Basic Resources setzen, die nach der Rezession/Konjunkturdelle wieder stärkere Nachfrage haben werden.

Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!