Frage von Nougat, 182

Sich gegenseitig risikoversichern?

Die Eheleute wollen beide eine Risikolebensversicerhung abschließen um die Kinder auch abzusichern. Man solle sich gegenseitig als Versicherungsnehmer benennen und jeweils den Partner als versicherte Person. Welchen Vorteil hat das?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 147
Man solle sich gegenseitig als Versicherungsnehmer benennen und jeweils den Partner als versicherte Person. Welchen Vorteil hat das?

Ich entnehme der Fragestellung, dass zwei Versicherungen über beide Leben geplant sind und nach den Unterschieden gefragt wird, wenn der jeweilige Versicherungsnehmer selbst versicherte Person wäre oder sein Gatte.

Dann gilt: Es macht einen erbrechtlichen Unterschied: Wenn ein Versicherungsnehmer zugunsten des Gatten als Versicherten eine LV abschliesst, bekommt er die Versicherungsleistung unabhängig erbrechtlicher Auseinadersetzungen sofort gegen Eireichung der Police mit Totenschein ausbezahlt. Und zwar außerhalb des erbten Nachlasses der Erblasserin erbschaftssteuerfrei, sofen das bei einem Freibetrag von 500.000 EUR überhaupt relevant würde.

Nachteil: Wollte man den Vertrag nach Trennung oder Scheidung kündigen, wäre das nur sehr verlustreich möglich.

Bei der klassischen Variante versichert der Versicherungsnehmer sein eigenes Leben und setzt den Gatten als Begünstigten ein.

Erster Nachteil: Die gesetzlichen Erben (Kinder) könnten diese Zahlungsanspruch des Bezugsberechtigen aus Vertrag zu Gunsten Dritter auf den Todesfall der Versicherung gegenüber verhindern, da es einer wirksamen Schenkungsabrede mangelt.

Die Versicherungsleistung fiele dann dem Nachlass zu und der Begünstigte käme nur quotal seiner Erbquote zu einem Anspruch daraus. Die Kinder würden also anteiligt begünstigt, obwohl das nicht Zweck der Absicherung war :-)

Das könnte man nur bedingt verhindern, indem man Stillschweigen über diese Absicherungen bewahrt, Vertragsunterlagen und Kontoauszüge fremdem Zugriff entzöge und dem Längstlebenden einschärft, seinen Anspruch der Versicherung gegenüber geltend zu machen, bevor die Miterben davon erführen.

Zweiter Nachteil: Der vermeindlich Begünstigte erführe nicht, wenn das Bezugsrecht klammheimlich geändert würde.

Insofern macht diese eingangs erwähnte Überkreuzabsicherung, bei der jeder eine Lebensversicherung über den Gatten als versicherte Person abschließt, Sinn, wenn man vom Bestand der Ausgangslage der beiden Parteien und einer Vertragserfüllung (Prämienzahlung) des jeweiligen Versicherungsnehmers getrost ausgehen darf.

G imager761

Antwort
von billy, 96

Günstiger als ein Einzelvertrag wird die Partner-Risikolebensversicherung nicht sein. Aber deutlich kostengünstiger als zwei Einzelverträge, für jeden der beiden Partner einen, ist sie allemal. Dabei setzen sich die beiden Partner gegenseitig als Begünstigten ein. Sollte einer von ihnen während der Versicherungslaufzeit versterben, erhält der Partner die gesamte Versicherungssumme und die Laufzeit der Risikolebensversicherung auf verbundene Leben ist damit beendet. An dieser Stelle wäre es sicher gut, wenn der überlebende Partner eine neue Risikolebensversicherung abschließt, falls er für weitere Menschen zu sorgen hat.

Die Risikolebensversicherung auf verbundene Leben kann nicht nur für Eheleute sinnvoll sein. Auch Geschwister oder Geschäftspartner können sich so gegenseitig als Begünstigte einsetzen und damit jeweils das Leben des anderen besser stützen. Finanzielle Verpflichtungen, die vielleicht beide gemeinsam eingegangen sind, lassen sich auf diese Weise gut absichern und können nach dem Tod eines Partners damit getilgt werden. In die Risikolebensversicherung auf verbundene Leben können als Begünstigte auch weitere Personen eingebunden werden. Beispielsweise wäre es möglich, dass beide Eltern gemeinsam durch einen Unfall sterben. Wer sollte dann mit der Risikolebensversicherung unterstützt werden? An dieser Stelle wird auch ein Nachteil der Risikolebensversicherung auf verbundene Leben deutlich. Die Versicherung zahlt nur das Geld für eine Person aus. http://www.spar24.de/risikolebensversicherung/faq/ist-eine-partner-risikolebensv...

Kommentar von Niklaus ,

Solch eine Versicherung ist über Haupt nicht sinnvoll.

Antwort
von LittleArrow, 103

Weil die Versicherungssumme im Todesfall des Erstversterbenden (auch beim Tod beider Eltern) nur einmal ausgezahlt wird, ist die Prämie etwas geringer. Etwas sarkastisch könnte man dagegen bei zwei eigenständigen RLVs den Tod beider Eltern als Lottogewinn für die Kinder betrachten.

Aber man muss sich fragen, ob die Versicherung eines Todesfalles als einziges Risiko das Risikoumfeld (z. B. Unfall, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität) angemessen abdeckt. Ferner muss die Höhe der Versicherungssumme anhand der konkreten Lebenssituation des Ehepartner (Immobilienschulden, Versorgungsgedanke) und der Kinder (Alter, Vormund) hinterfragt werden.

Antwort
von Primus, 85

Eine Risikoversicherung auf Gegenseitigkeit ist nicht zu empfehlen, wenn Kinder mit im Haushalt leben.

Bei einem tödlichen Unfall beider Elternteile würde nur eine Versicherungssumme ausbezahlt.

Siehe hier:

http://versicherung.toptarif.de/risikolebensversicherung/ratgeber/risikolebensve...

Kommentar von Primus ,
Antwort
von Niklaus, 80

Wenn man das macht, dann geht da nur mit zwei Versicherungen.

Man schließt die Versicherungen über Kreuz ab. Der Versicherungsnehmer erhält immer das Geld aus der Versicherung. So sieht es in der Praxis aus: Du schließt eine Risikolebensversicherung für deine Frau ab. Du bist Versicherungsnehmer und Beitragszahler. Deine Frau versicherte Person. Stirbt deine Frau bekommst du dein eigenes Geld. Wofür du natürlich keine Steuern zahlen brauchst. Deine Ehefrau schließt eine Versicherung mit dir als versicherte Person ab. Dann erhält sie bei deinem Tod auch ihr eigenes Geld. In beiden Fällen fällt keine Erbschaftssteuer an.

Ich frage mich, wieso man sich für solch ein Problem keine fachliche Hilfe holt. Es gibt 220.00 Versicherungsvertreter, 43 .000 Versicherungsmakler und 230 Versicherungsberater in Deutschland. Die haben das nötige Know How für solche Fragen und haften noch dafür. Ach so und teuer ist es bei denen auch nicht. Werde ich nie begreifen so was.

Antwort
von barmer, 75

Hallo,

vermutlich wurde diese Gestaltung aus steuerlichen Gründen gewählt. Wären VN und VP identisch, fiele die Versicherungssumme in die Erbmasse und es könnte Erbschaftssteuer anfallen. bei den Freibeträgen allerdings meist unerheblich.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von freiSein, 71

hier kann man über die Ausgestaltung lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Risikolebensversicherung

Das Problem ist, dass beim Tod beider Eheleute die Versicherungssumme nur einmal ausbezahlt wird. Daher sollte man genau prüfen, ob das so gewollt ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community