Frage von Tweety123,

Seuerliche Erfassung als freiberufliche Autorin bei Textbroker

Hallo, ich bin Beamtin und seit November als Autorin bei Textbroker tätig. Voraussichtlich werde ich monatlich ca. 9 Euro "verdienen". Ich schreibe Texte, weil es mir Spaß macht. Damit alles korrekt läuft, habe ich dies meinem Finanzamt mitgeteilt. Jetzt soll ich das Formular "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" ausfüllen. Ich bin mir nicht sicher, ob dies so richtig ist. Was ich da alles angeben soll... Mir ist auch wichtig, dass ich nicht als Gewerbetreibende (darf ich nämlich nicht als Beamtin) sondern als Freiberuflerin laufe. Langsam frage ich mich, ob dieser Aufwand die paar Euro überhaupt wert ist. Hat vielleicht jemand von Euch Erfahrungen damit bzw. wie ist es Euch ergangen, nachdem Ihr Euch bei Textbroker o.ä. angemeldet und dies dann dem Finanzamt mitgeteilt habt?

Würde mich über ein paar hilfreiche Antworten sehr freuen, da ich schon überlege, das Ganze am besten einfach abzubrechen......

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker,

als Autorin ... tätig

Ah ja, und darf auch fragen, ob du auch über "seuerliche" Themen schreibst?

Ich dachte immer, ein sorgfältiger Umgang mit der Sorache sei Voraussetzung für einen schriftstellerischen Job. Aber wie man immer öfter sieht, scheint dieses Prinzip veraltet zu sein und weicht allmählich dem "Hauptsache-man-kann-verstehen-was-gemeint-ist"-Prinzip. Ich würde gern mal einen Text von dir sehen.

Aus diesem Grund finde ich die neun Euro Verdienst auch angemessen.

Was nun die Freiberuflichkeit von der Gewerblichkeit abgrenzt, ist die Schöpfungshöhe der Texte, die du verfasst. Ich gehe davon aus, dass du keine seuerlichen Sachverhalte beschreibst, deshalb würde ich hier ebenfalls behaupten, dass du auf Grund der Tätigkeit freiberuflich bist.

Den Fragebogen des Finanzamts würde ich unter Verweis auf die Ausführungen von Kollege Schwarzleder ausfüllen. Das Finanzamt wird dich daraufhin wahrscheinlich in Ruhe lassen.

Kommentar von Tweety123 ,

Lieber EnnoBecker,

was genau meinst Du eigentlich mit "Umgang mit der Sorache" evtl. "Sprache"? Mein Tippfehler ist mir kurz nach dem Absenden selbst aufgefallen, leider konnte ich den Text nicht mehr zurückrufen. Vermutlich ist mir das 8 Seiten lange Formular vom Finanzamt zu "sauer" aufgestoßen.

Es ist schade, dass das hobbymäßige Schreiben von kleinen Texten einem so verleidet wird.

Aber trotzdem Danke für den 2. Teil Deiner Antwort, der war einigermaßen brauchbar.

Kommentar von EnnoBecker ,

Sehr schön. Wer austeilen kann, muss auch einstecken können. Das geschieht mir ganz recht!

Da gibt es zwei wichtige Fragen in dem Fragebogen, nämlich die nach dem Gewinn im ersten / nächsten Jahr und die nach dem Umsatz im ersten / nächsten Jahr.

Bei Gewinn trägst du Null ein und bei Umsatz 108. Und natürlich nimmst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch. Zu diesem Thema habe ich sogar eine Tip verfasst, der hier aber unter Tipps (mit 2 p, als wäre es ein Lottospiel statt Ratschlag) steht. Hier: http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Wenn das FA das dann nicht einfach abheftet, dann weiß ich es auch nicht.

Antwort
von Judith9,

Kann mir vorstellen, dass es keine freiberufliche Tätigkeit ist und mal ehrlich, für 9,- im Monat lohnt sich der Aufwand wohl eher nicht.

Antwort
von blackleather,

Ich bin mir nicht sicher, ob dies so richtig ist.

Aber ich. Dieses Formular ist der gängigste Weg, um dem FA einen Eindruck darüber zu vermitteln, wie sich deine steuerliche Situation durch die neu aufgenommene freiberufliche Tätigkeit verändert und ob überhaupt. Sofern die 9 Euro monatlich tatsächlich "verdient" - also Gewinn - und nicht nur eingenommen - also Umsatz - sind, erhöht sich dein zu versteuerndes Einkommen immerhin um 108 € jährlich. Ebensogut hätten es ja auch 1.080 € sein können - das kann das Finanzamt nicht wissen.

Durch den Fragebogen erfährt das Finanzamt also erst von der Höhe deiner zusätzlichen Einkünfte und davon, ob diese etwa dem Härteausgleich (§ 46 Abs. 3 Satz 1 EStG) unterliegen.

Denkbar wäre aber auch, dass überhaupt kein Gewinn anfällt und dein Schreiben nur Liebhaberei ist. Auch das erfährt das Finanzamt, indem du die Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit im Eröffnungsfragebogen mit 0 angibst.

Deine Betriebsausgaben wirst du ja selbst im Blick haben, dennoch möchte ich mir noch den Hinweis auf H 18.2 EStH und die dort geregelten Betriebsausgabenpauschalen erlauben.

Kommentar von EnnoBecker ,

...und bei der Umsatzsteuer auf § 23 UStG....

Kommentar von Tweety123 ,

Leider kann man hier keine 2 Antworten auszeichnen, sonst wäre diese hier meine zweite Auszeichnung. Aber der Link von EB hat dann den Ausschlag gegeben.

Trotzdem vielen Dank für die ebenfalls hilfreiche Antwort :-)

Kommentar von blackleather ,

Aber der Link von EB hat dann den Ausschlag gegeben.

Verdientermaßen. EnnoBeckers Ratgeber für Kleinunternehmer lesen wir alle immer wieder gern.

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