Frage von GlennQuagmire, 80

Selbständiger - Aufnahme einer sozialvers.pfl. Tätigkeit ... gesetzliche Krankenversicherung?

Hallo, wenn ein Selbständiger eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnimmt, ist er ja unter bestimmten Voraussetzungen wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung unterzubringen, oder? Ich habe bisher gelesen, dass das Gewerbe abgemeldet werden muss. Ist das zwangsweise so? Andere Meinungen sagen aus, dass es möglich ist, in die GKV zurückzukehren, wenn die sozialversicherungspflichtige Tätigkeit mehr als 50% des Einkommens ausmacht. Hat jemand Erfahrungen?

Antwort
von Kevin1905, 80
Hallo, wenn ein Selbständiger eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnimmt, ist er ja unter bestimmten Voraussetzungen wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung unterzubringen, oder?

Ja wenn die Anstellung im Haupterwerb erfolgt und der Selbständige noch keine 55 Lenze hinter sich gebracht hat, sowie unter der JAEG verdient.

Ich habe bisher gelesen, dass das Gewerbe abgemeldet werden muss.

Nein das stimmt nicht. Wenn das Gewerbe finanziell und zeitlich klar nachrangig zur Anstellung ist und keine versicherungspflchtigen Angestellten beschäftigt werden ist von einem Nebenerwerb i.S.d. Krankenversicherung auszugehen.

Andere Meinungen sagen aus, dass es möglich ist, in die GKV zurückzukehren, wenn die sozialversicherungspflichtige Tätigkeit mehr als 50% des Einkommens ausmacht.

Geld, Zeit, Angestellte sind die Hauptkriterien bei der Statusbewertung.

Antwort
von gammoncrack, 58

Die Abmeldung des Gewerbes ist zwingende Voraussetzung für die Rückkehr in die GKV. Eine 50%-Regelung gibt es nicht. Außerdem geht es nur, solange Du nicht älter als 55 Jahre bist. Dann ist es, auch wenn Du unter der Beitragsbemessungsgrenze liegst, nicht mehr möglich.

Antwort
von barmer, 71

Hallo,

bei Aufnahme einer SV-pflichtigen Tätigkeit wird man auch GKV-versichert,

  • wenn man unter 55 ist (darüber nur, wenn weniger als 5 Jahre PKV versichert)

  • unter der JAEG verdient

  • und diese Tätigkeit die Selbstständigkeit überwiegt. Dabei werden sowohl Arbeitszeit als auch Einkommen betrachtet. Eine Gewerbeabmeldung ist nicht erforderlich.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von gammoncrack ,
Eine Gewerbeabmeldung ist nicht erforderlich.

Dann liege ich ja total falsch.

http://www.cecu.de/private-krankenversicherung-rueckkehr-gesetzliche.html

Hier finde ich aber:

Privat krankenversicherte Freiberufler und Selbständige können nur Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden, wenn sie ihre freiberufliche bzw. selbständige Tätigkeit aufgeben und das Gewerbe abmelden.

Kommentar von GlennQuagmire ,

Also nachdem ich weiter recherchiert habe, scheint es mir auch so zu sein, dass eine Abmeldung nicht nötig ist. Allerdings muss halt die sozialversicherungspflichtige Tätigkeit überwiegen. Fragt sich jetzt nur, wie das praktisch aussehen soll. Wenn man z.B. am Ende eines Jahres die Tätigkeit aufnimmt, wird dann einfach der bisherige Jahresgewinn genommen? Und was ist, wenn nach ein paar Monaten die soz.vers.pfl. Tätigkeit wieder aufgegeben wird?

Kommentar von barmer ,

Es gibt dafür Richtlinien der Kassen, die allerdings eine individuelle Prüfung im Einzelfall nicht ersetzen.

Bei Aufnahme einer Beschäftigung deutlich über 20 Std. z.B. wird man zunächst immer von einer nebenberuflichen Selbstständigkeit ausgehen, egal wie hoch vorher dort verdient wurde.

Wenn die Beschäftigung nach kurzer Zeit wieder aufgegeben wird, besteht die Möglichkeit der freiwilligen Weiterversicherung, seit 2013 ohne die noch häufig zu findenden 12 Monate Vorversicherungszeit.

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