Frage von ralleryder, 3

SEB Invest Gmbh will 50% der Ertäge aus Wertpapiergeschäften

hallo, bereits am 26.03. meldete seb online: "Die Gesellschaft erhält für die Anbahnung, Vorbereitung und Durchführung von Wertpapierdarlehensgeschäften und Wertpapierpensionsgeschäften für Rechnung des Fonds eine pauschale Vergütung in Höhe von bis zu 50 % der Erträge aus diesen Geschäften. Die im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung von solchen Geschäften entstandenen Kosten einschließlich der an Dritte zu zahlenden Vergütungen trägt die Gesellschaft." Quelle : http://www.sebassetmanagement.de/de/footer-navigation/bekanntmachungen/uebersich...

Meine Frage lautet.... wenn ich JETZT nach ca 10 Jahren meinen Aktienfond auflöse bzw. verkaufe. Kann dann die SEB 50% von meinen Erträgen einbehalten? Das ware ja der hammer. Es heisst, die bvb, die besonderen vertragsbedingungen, seien geandert worden und das sei nicht zustimmungpflichtig.

Wie seht ihr das Ganze?

Antwort
von Tritur, 1

Die Erträge aus Wertpapierdarlehensgeschäften gehen in die jährliche Gewinn- und Verlustrechnung des Fonds ein und erhöhen trotz der hohen, darauf entfallenden Vergütung der KAG, das jährliche Anlageergebnis des Fonds und damit den Wert des Fondsanteils. Es wird also nichts bis zum Verkauf der Fondsanteile durch den Anleger vorgetragen.

Obwohl sie zunächst die Erträge des Fonds erhöhen, sind Wertpapierleihgeschäfte für den Fondsanleger eine höchst gefährliche Angelegenheit:

  • Die ausgeliehenen Wertpapiere werden oft an Unternehmen ausgeliehen, welche sie für Leerverkäufe nutzen um den Kurs dieser Wertpapiere zu drücken. Damit spekulieren sie gegen die Interessen der Fondsanleger.

  • Die Wertpapiere werden an Unternehmen ausgeliehen (und nicht selten von diesen weiterverliehen) ohne dass der Fondsanleger davon weiß und ohne dass er die Bonität dessen beurteilen kann, der aktuell im Besitz der Wertpapiere ist.

  • Wenn ein Fonds Aktien aus seinem Bestand verleiht, tauscht er einen Sachwert gegen einen schuldrechtlichen Rückgabeanspruch ein.

Die vergleichsweise niedrigen Nettoerträge welche nach Abzug der Vergütung für die KAG dem Fonds und seinen Anlegern zufließen, stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Risiken, welcher der Fondsanleger daraus zu tragen hat. Die hohen Vergütungsanteile welche die Kapitalanlagegesellschaft erhält, erzeugen einen Interessenkonflikt den die KAG zugunsten des eigenen Profits und zu Lasten der Fondsanleger löst.

Man kann allen Anleger nur empfehlen alle Fondsanteile zu verkaufen von Kapitalanlagegesellschaften, welche Teile des ihnen anvertrauten Sondervermögens gegen die Anlegerinteressen weiterverleihen.

Antwort
von gandalf94305, 1

Lies doch bitte mal genau, was da steht.

Es geht um Wertpapierleihgeschäfte und die Erträge daraus. Wenn also ein Fonds Wertpapiere aus seinem Bestand verleiht, werden der SEB 50% davon gutgeschrieben und die übrigen 50% dem Fonds. Es wird also nicht das Ergebnis der Wertpapierleihe dem Fonds komplett zugerechnet. Damit sind Zusatzerträge für die Fondsanleger limitiert, aber die Assets werden durch die Gesellschaft für Zusatzerträge genutzt.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich frage mich, ob bei einer Vergütung von "bis zu 50 %" nicht schon ein Strafverfahren wegen Veruntreuung des Sondervermögens und seiner Erträge eingeleitet werden müßte. Bei "bis zu 25 %" wäre für mich noch akzeptabel, aber bei 30 % die Grenze bereits überschritten.

Kommentar von gandalf94305 ,

Es ist leider so, daß in Deutschland Erträge aus Geschäften mit einem Sondervermögen nicht genau reguliert sind, d.h. die Erträge aus Wertpapierleihen oder Wertpapierpensionsgeschäften befinden sich im Graubereich und können daher durch vertragliche Regelungen der KAG zugeschanzt werden. Allerdings haben letztes Jahr einige ETF-Anbieter nach ein paar unangenehmen Veröffentlichungen ihre Politik in Bezug auf solche Geschäfte überarbeitet und offenbart, welchen Anteil sie dem Anlegervermögen zurechnen.

Kommentar von ralleryder ,

danke fur die antwort und die kommentare! ich bin laie, habe nur sorfge, dass ich weniger, u.u.sogar deutlich weniger geld rauskriege. oder kriege ich weniger, weil die sih bis zu 50% genehmigen? wäre ja ein verlust uber bande quasi.....

Kommentar von gandalf94305 ,

Uff... nochmals: der Fonds hält Wertpapiere. Deren Performance abzüglich Transaktionskosten, Managementgebühren und ggf. Performancegebühren sind die Brutto-Performance für Dich als Anleger. Davon gehen bei einem Verkauf auf den Gewinnanteil ggf. noch Steuern ab. Das ist bei jedem Fonds so und daran ändert sich durch die SEB-Mitteilung nichts.

Zusätzlich zu diesem Geschäft kann ein Fonds weitere Erträge generieren, indem er beispielsweise

  • liquide Mittel höherverzinslich als auf einem harmlosen Geldmarktkonto anlegt
  • Wertpapiere aus dem Bestand verleiht (z.B. für Shortseller) und dafür eine Gebühr kassiert
  • Kredite aufnimmt, für die vorhandene Wertpapiere als Sicherheiten dienen, und dann über diese Kredite zusätzliche Investitionen tätigt, die wiederum Gewinne bringen

Das wird an der "Standardperformance" eines Fonds nichts verschlechtern. Sollten jedoch aus diesen zusätzlichen Geschäften Erträge zurück in den Fonds fließen, so profitiert der Fonds davon, d.h. die Rendite wird etwas höher ausfallen. Da diese Geschäfte auch mit Aufwänden verbunden sind, schreiben Fondsgesellschaften normalerweise dem Fonds nicht 100% dieser Zusatzerträge gut, sondern nur einen Teil. Im Fall der SEB wären dies 50% dieser Zusatzerträge.

Alles klar?

Kommentar von ralleryder ,

herrlich! nun hats klick gemacht!! danke!!! du bist ja gandalf der geduldige und nicht der graue ;-) also danke

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