Frage von Montesol, 304

SEB Immoinvest als Mietsicherheit - Anspruch auf Auszahlung bei Abwicklung

Seinerzeit hatte ich meine Mietsicherheit in Form des SEB Immoinvest Fonds angelegt. Nun ist der Fonds seit 2012 in der Abwicklung. Meine Bank erwartet eine Freigabe seitens des Vermieters, damit die Teil-Auszahlung auf das Referenzkonto durchgeführt werden kann. Der Vermieter ist jedoch erst zur Freigabe zur Auszalung bereit, sobald er eine neue Mietsicherheit erhält. Dazu bin ich nicht bereit, da ich die Miesicherheit quasi doppelt hinterlegen müßte, denn der SEB Immoinvest wird bis Aprl 2017 abgewickelt werden. Muß nicht die Bank in Vorleistung gehen bzw. eine Komplettauszahlung meiner Fondsanteile gewähren? Was ist im Fall eines Umzuges? Dann kann ich bis 2017 auf die Auszahlung seitens der Bank warten, oder?

Antwort
von gandalf94305, 304

Dein Vermieter akzeptiert den Fonds in Abwicklung als Sicherheit. Nun schüttet dieser Fonds Substanzbeträge aus, die den Wert des Fonds sukzessive mindern. Eigentlich müßten diese Zahlungen nicht auf Dein Konto, sondern auf ein Mietkautionskonto laufen.

Wenn Du nun also die Auszahlungen erwartest, dann mutest Du dem Vermieter eine immer kleiner werdende Sicherungsleistung zu (bis zur Liquidation) und behauptest, diese sei nach wie vor werthaltig, bist jedoch selbst nicht bereit, diese gegen eine vergleichbare Leistung zu tauschen.

Nein. Du hast keine Mietsicherheit doppelt zu hinterlegen. Du gibst dem Vermieter eine neue Mietkaution auf ein Konto oder wie auch immer, und dieser wird Dir dann die Verfügung über das Fondsdepot zurückgeben - incl. aller Rechte an Ausschüttungen und Liquidationszahlungen.

Das Szenario mit dem Umzug ist genauso zu sehen. Es ist Dein Risiko, daß dieser Fonds in Abwicklung ist, nicht das des Vermieters. Also ist die Tatsache, daß die Rückzahlung der Kaution nun bis 2017 dauern kann, auch Dein Problem, nicht das des Vermieters.

Bedenke, daß der Vermieter ja kulanterweise den Fonds in Abwicklung als Kaution weiterhin respektiert. Eigentlich hätte er auch eine Nachzahlung auf den ursprünglich vereinbarten Wert verlangen können, wenn dieser im Kurs plötzlich einbricht, bzw. sofort eine neue Mietkaution, da die alte nicht mehr werthaltig ist.

Kommentar von Montesol ,

Die anteiligen Auszahlungen sind gering (letzte Auszahlung 16,--€). Also werde ich eine 2. Mietsicherheit hinterlegen müssen, in der Hoffnung, daß im Jahre 2017 der SEB Immoinvest ausgezahlt sein mag. Übringens habe ich den Fonds auf Anraten der Bank gewählt, und zwar auf Grund der Tatsache, daß ein "Sparbuch" praktisch keine Verzinsung hat. Eine Bereicherung ist da eher nicht ganz die treffende Bezeichnung und sowieso nur interssant bei einem Umzug. Ich finde es inakzeptabel, eine Mietsicherheit ohne Verzinsung zu hinterlegen. Dennoch werde ich eine Veräußerung an der Börse in Betracht ziehen.

Antwort
von Privatier59, 167

Die interessante Frage hier ist, in wessen Risikosphäre der Wertverlust der hinterlegten Fondsanteile fällt und ich meine, er geht zu Lasten dessen, der diese Art der Anlage gewählt hat und das bist Du. Beschweren kannst Du Dich darüber nicht, denn Du hattest auch die Vorteile der besseren Rendite gehabt.

Auf die Schnelle läßt sich da keine Gerichtsurteil zu ähnlichen Fällen auffinden und es dürfte ohnehin bei einer so exotischen Konstruktion nicht viel an Rechtsprechung vorliegen. Lösen wir den Fall also mal nur nach dem Gesetz: Du bist verpflichtet, eine Mietkaution in der vertraglich vereinbarten Höhe, maximal sind das 3 Kaltmieten, zu hinterlegen. Die von Dir hinterlegten Fondsanteile sind derzeit nur über die Börse veräußerlich und das auch nur zu einem Bruchteil des Inventarwertes. Du hast daher nicht mehr die vereinbarte Kaution hinterlegt und bist zur Auffüllung verpflichtet. Auch das Ansinnen des Vermiters auf Austausch der Kaution Zug um Zug gegen eine neue Mietsicherheit erscheint mir berechtigt. Du hast dabei nichts doppelt zu hinterlegen, bekommst ja die gewährte Mietsicherheit zurück.

Woher Du den Gedanken nimmst, die Bank müßte auf einmal das Risiko des Wertverlusts der Fondsanteile tragen, ist nicht nachvollziehbar. Nur dann, wenn Dir die Bank zu dieser Art von Kautionszahlung geraten hat, könnte ein entsprechender Anspruch bestehen.

Im Falle des Umzugs hast Du die Wahl: Entweder Dein Vermieter überträgt Dir die Fondsanteile in Dein Depot oder aber, er veräußert sie mit großem Verlust über die Börse. Diesen Verlust trägt dann nicht er, sondern Du.

Diesen Fall finde ich deshalb so lustig weil er mich an eine Mietsache vor etwa 15 Jahren erinnert: Mitten in der Börsenhype mietete ein junges Paar bei mir ein und wollte mich überreden, die Mietkaution in Aktienfonds anzulegen. Trotz nachhaltiger Bitten hatte ich das abgelehnt. Nach einem halben Jahr schon war die ewige Liebe zu Ende und nicht nur die, sondern auch der Börsenhype. Genüßlich habe ich denen bei der Wohnungsübergabe vorgerechnet, wieviel an Verlust ich ihnen dadurch erspart habe, dass ich die Kaution auf ein Sparbuch eingezahlt hatte. Ob die beiden viel von meinem Vortrag mitbekommen haben, weiß ich aber nicht: Sie standen immer Rücken an Rücken in der jeweils entgegen gesetzten Ecke des Zimmers.

Kommentar von LittleArrow ,

Sie standen immer Rücken an Rücken in der jeweils entgegen gesetzten Ecke des Zimmers.

Wie bitte? Erbitte Zeichnung, Foto oder nähere Erklärung zur besseren Verständlichkeit.

Kommentar von Privatier59 ,

Nun ja: Beim Duell pflegt man xxx Schritte in die Gegenrichtigung zu machen und dreht sich dann um für das Finale. Bei der Übergabe hat sich immer nur der umgedreht, der was zu unterschreiben hatte.

Kommentar von LittleArrow ,

Jetzt verstehe ich, was Du meinst. Also "Duell" und nicht "Rücken an Rücken in .... Ecke", sondern eher "Rücken zu Rücken in ....". :-))

PS: Guter Rat!

Kommentar von Privatier59 ,

Ich habe den für den Tipfehler verantwortlichen Finger bereits liquidiert. Heute Nacht besorge ich mir auf dem Friedhof einen Ersatzmann.

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