Frage von Freilos,

Schwierigkeiten bei ausländischen Aktien mit Dividendenausschüttung?

Guten Tag. Es gibt natürlich auch ausländische Aktien, die mit einer hohen Dividenenausschüttung punkten. Mich interessiert zu einen, wie ich die finde. Und zum anderen habe ich erfahren, dass es bei solchen Aktien irgendwelche Schwierigkeiten geben kann. Stichwort war hier die Quellensteuer, wobei ich nicht genau verstanden habe, wo genau das Problem liegt. Kann mir das bitte jemand erklären? Vielen Dank vorab!

Antwort
von gandalf94305,

Du gehst zunächst mal auf ein Portal wie finanzen.net oder ähnliche und suchst nach der Dividendenrendite. Diese sollte z.B. über 4% liegen. Dann bekommst Du einen Überblick über die passenden Aktien, die diesen Kriterien entsprechen.

Die Quellensteuer bedeutet, daß wenn die Ausschüttung der Dividende in einem Land mit einem höheren Steuersatz als 15% (max. auf Abgeltungssteuer anrechenbarer Anteil an Quellensteuern) erfolgt, dann kannst Du dennoch nur 15% anrechnen. Es werden dann also Abgeltungssteuer (25%) plus die über 15% hinausgehenden Prozente der Quellensteuer beide berechnet.

Bei Aktien könntest Du diese Steuer als Erstattung ganz oder teilweise durch Antrag an das Finanzamt in dem ausschüttenden Land zurückerhalten - manchmal sind die Prozeduren dafür jedoch so komplex, langwierig und mit Gebühren belegt, daß sich das für Privatanleger nicht so recht lohnt.

Fonds/ETFs haben eine günstigere Besteuerung als Privatanleger und zeigen daher ggf. diese Probleme nicht. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen weiterhin die gezahlten Steuern im Ausschüttungsland bzw. Domizilland des Fonds höher als 15% sein werden.

Kommentar von GAFIB ,

..."Es gibt jedoch auch Fälle, in denen weiterhin die gezahlten Steuern im Ausschüttungsland bzw. Domizilland des Fonds höher als 15% sein werden."

-> Welche bitte?

Sämtliche mir geläufigen Fonds/ETFs holen sich die Quellensteuern zurück, so dass sich für Privatanleger keinerlei Handlungsbedarf ergibt.

Antwort
von GAFIB,

Hier ist ein Tipp zur Versteuerung ausländischer Aktien: http://www.finanzfrage.net/tipp/wie-errechnen-sich-auslaendische-quellensteuern

Man kann diese aufwändige Steuersituation vermeiden, indem man sich für Fonds/ETFs entscheidet, die entweder ausschüttend sind (egal ob Sitz in D oder im Ausland) oder - falls thesaurierend - ihren Sitz in Deutschland haben. In beiden Fällen wird dann automatisch "nur" die Abgeltungssteuer einbehalten, man "überzahlt" also keine Steuern.

Kommentar von gandalf94305 ,

Das stimmt so nicht. Die einbehaltene Quellensteuer kann durchaus höher sein als die anrechenbare bzw. angerechnete Quellensteuer.

Kommentar von GAFIB ,

Aus Privatanleger-Sicht ist ja entscheidend, ob das Fonds-Management die ausl. Quellensteuern zurückfordert. Das ist der Fall. Damit ergibt sich bei Fonds/ETFs kein entsprechender Handlungsbedarf - im Unterschied zu einzelnen Auslandsaktien. http://www.jblaustein.de/finanzen/abgeltungsteuer/abgeltungsteuer_quellensteuer....

Kommentar von gandalf94305 ,

Je nachdem, in welchem Land das Domizil des Fonds/ETF liegt, und welche Doppelbesteuerungsabkommen mit zwischen diesem Land und dem Land der Aktie bestehen bzw. welche Besteuerung dieses Land für Anleger aus dem Land des Fonds vorsieht, gibt es unterschiedliche Steuersätze und -arten, die tatsächlich zur Anwendung kommen. Bei einer Couponsteuer beispielsweise ist diese von der Rückforderung ausgeschlossen, gilt jedoch als Quellensteuer. Es gibt weitere solche nicht rückforderbaren Quellensteuern, die jedoch auch nicht anrechnungsfähig sind, wenn sie in Summe über 15% hinausgehen.

Antwort
von obelix,

wie du die findest? Auch nicht anders als andere Aktien.

Wie suchst du denn Aktien generell? Du könntest über den Eurostoxx gehen, über die Indizes im Ausland etc.

Quellensteuer? Ja, das Problem kann es geben. Bei ausländischen Aktien kann es sein, dass bei Dividendenausschüttung x% im Ausland einbehalten werden. Nun kommt es darauf an, wie D das sieht. Werden die x % anerkannt, dann zahlst du noch den Rest bis zur Höhe der Abgeltungssteuer an den Fiskus. Wird vom Staat nichts anerkannt, so zahlst du on top auf die x % nochmals die 25% (+ Soli) in D.

Damit ist die Besteuerung im besten Falle bei 25% (+ Soli), meist jedoch höher. Es gibt meist die Möflichkeit, sich die x% (oder Anteile davon) im Ausland wiederzuholen. Das ist jedoch oft aufwendig und mühsam.

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