Frage von argos, 423

Schwester verprasst unser Erbe obwohl unsere Mutter noch lebt.

Meine Mutter ist nach einen Unfall ins Pflegeheim gekommen. Kurz vor den Unfall hat meine Schwester mit der ich verstritten bin die Pflegschaft über unsere Mutter übernommen. Ich muss dazu sagendes sie seit Jahren selber Rente bezieht und mit einen Mann zusammenlebt der Harz 4 bezieht aber und als Mieter bei ihr eingetragen ist. Dazu kommt das die zwei sich gegenseitig pflegen um die staatlichen Bezüge zu kassieren. Jetzt im Pflegeheim hat sich meine Schwester von unserer Mutter Vollmachten geben lassen um die finanziellen Aufgaben für sie zu erledigen. Das heißt soviel das meine Schwester so schnell wie möglich unser Elternhaus verkaufen will ohne mein Wissen. Von Nachbarn wurde mir erzählt das schon Käufer da waren. ( ich will nur kurz erwähnen das meine Schwester sich nach den Tod unseres Vaters sich ihr Pflichtteil auszahlen lassen hat) Meine Frage jetzt, wie soll ich mich verhalten?

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe, 364
meine Schwester mit der ich verstritten bin die Pflegschaft über unsere Mutter übernommen.

Wurde ihr das vom Gericht übertragen, oder nur über die von Dir genannte Einzelvollmacht:

Jetzt im Pflegeheim hat sich meine Schwester von unserer Mutter Vollmachten geben lassen um die finanziellen Aufgaben für sie zu erledigen.

Wenn ihr die Vermögenspflegschaft vom Gericht übertragen wurde, muss sie dort Rechenschaft ablegen über das, was sie macht.

Wenn sie nur auf Grund der Einzelvollmacht der Mutter handelt, muss sie nur der Rechenschaft ablegen.

Wenn Du der Ansicht bist, dass Deine Schwester die Mutter ausnutzt, liesse sich nur etwas über das Gericht erreichen.

WEnn Deine Mutter das Haus verkaufen will/muss kann es auch daran liegen, dass das Geld für das Pflegeheim benötigt wird.

Antwort
von gandalf94305, 339

Erstens: ein Erbe gibt es erst, wenn der Erblasser verstorben ist. Deine Mutter lebt ja offensichtlich noch.

Zweitens: wenn Deine Mutter im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte Deiner Schwester die Vollmacht in Bezug auf ihre finanziellen Angelegenheiten gibt, dann kannst Du das nicht anfechten, da Deine Mutter über ihr Vermögen verfügen kann, wie sie will.

Drittens: die Tatsache, daß ein Haus verkauft wird, bedeutet noch nicht, daß irgendetwas "verprasst" wird, denn wenn die liquiden Mittel nicht ausreichen, die Pflegekosten für die Mutter zu bestreiten, dann werden eben Vermögenswerte zu liquidieren sein.

Viertens: wenn Du mit Deiner Schwester zerstritten bist, dann kannst Du vielleicht nicht erwarten, daß Deine Schwester Dich bei all diesen Punkten einbezieht, zumal sie die Vollmacht dazu hat und nicht Du.

Daher gibt es aus meiner Sicht nur einen Ansatz: mit der Schwester reden, sich wieder mit ihr vertragen und dann sich gemeinsam um die Sorge für die Mutter kümmern. Letztendlich wird das aber an Vollmachten und Liquidierungen nicht viel ändern, da die Schwester von der Mutter autorisiert wurde, das alles durchzuziehen. Du solltest weniger eine Neidposition (das ist nämlich nicht Dein Erbe, sondern das Vermögen der Mutter) einnehmen, sondern erst mal an Deine Mutter denken. Was sagt sie denn dazu? Ich denke, sie hat schon ihre Gründe, warum gewisse Regelungen mit Deiner Schwester und nicht mit Dir getroffen wurden. Und was das "Erbe" betrifft: nach einem langen Pflegeaufenthalt sind sehr häufig Ersparnisse und Vermögenswerte aufgebraucht, d.h. das Erbe ist dann Null. Es kann sogar in einer Mangelsituation so sein, daß Deine Vermögensverhältnisse zu überprüfen sein werden, inwieweit Du Unterhalt für Deine Mutter aufbringen solltest. Sozusagen negatives Erbe...

Antwort
von Snooopy155, 263

Was Dein Pflichtteil aus dem Erbe Deines Vaters angeht - da dürften Deine Ansprüche inzwischen verfallen sein - es sei denn, es wurde diesbezüglich vereinbart, die Auszahlung beispielsweise bis zum Tod der Mutter zurückzustellen.

Die anderen Punkte sind schon hinreichend abgehandelt.

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