Frage von Hofnung, 127

Schwerbehindertenausweis und Rentenanspruch

Mein Freund (24 Jahre alt) hat vor kurzem einen Schwerbehindertenausweis beantragt. In der Regel wird der Schwerbehindertenausweis mit dem Datum der Annahme des Anspruchs für einen Schwerbehindertenausweis durch die Behörden festgelegt. Er hat aber auch die Möglichkeit einen früheren Beginn (der Gültigkeit) für diesen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, weil seine gesundheitlichen Probleme und Arbeitsunfähigkeit bereits seit Anfang 2013 vorhanden sind. Er hat bis jetzt nie gearbeitet und er ist seit zwei Jahren arbeitsunfähig. Ich würde gerne erfahren ob das Datum der Eintragung des Schwerbehindertenausweises wichtig für den Beginn seines Rentenanspruchs ist? Was würden Sie empfehlen? Ist ein früheres Datum auf einen solchen Schwerbehindertenausweis für seine Rente vorteilhaft? Vielen Dank.

Antwort
von hubkon, 127

Hallo Hoffnung,

Sie schreiben:

Schwerbehindertenausweis und Rentenanspruch<

Antwort:

Die Schwerbehinderung hat auf die Bewiiligung einer Erwerbsminderungsrente so gut wie keinen Einfluß, weil bei beiden Bewiiligungsverfahren grundverschiedene Bewertungsmaßstäbe zur Anwendung kommen!

Bei der Schwerbehinderung geht es grundsätzlich um die Bewertung von dauerhaften Gesundheitsschäden und auf Basis des zugewiesenen Grad der Behinderung (GDB) gibt es dann Anspruch auf diverse Nachteilsausgleiche!

google>>

versorgungsmedizinische-grundsaetze.de/GdS-Tabelle.html

google>>

vdk.de/nrw/pages/sozialpolitik/nachteilsausgleiche/13473/nachteilsausgleiche

Bei der Bewilligung der Erwerbsminderungsrente geht es im Gegensatz zum Schwerbehindertenausweis um den Nachweis, in wieweit die Leistungsfähigkeit des Betroffenen auf Dauer durch die gesundheitlichen Schädigungen beeinträchtigt ist!

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, der hat in der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit und muß demzufolge an Hand seiner medizinischen Beweisführung glasklar nachweisen, daß die Leistungsfähigkeit auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt dauerhaft auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag innerhalb einer 5-Tage-Woche abgesunken ist!

Es gibt durchaus Betroffene mit GDB 80 und höher, welche aus diversen Gründen keine Erwerbsminderungsrente erhalten!

Denn leichte Tätigkeiten sind laut DRV z.B. Pförtner, Museumswärter, Nachtportier, usw.!

Mein Freund (24 Jahre alt) hat vor kurzem einen Schwerbehindertenausweis beantragt. In der Regel wird der Schwerbehindertenausweis mit dem Datum der Annahme des Anspruchs für einen Schwerbehindertenausweis durch die Behörden festgelegt. Er hat aber auch die Möglichkeit einen früheren Beginn (der Gültigkeit) für diesen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, weil seine gesundheitlichen Probleme und Arbeitsunfähigkeit bereits seit Anfang 2013 vorhanden sind<

Antwort:

Wegen des früheren Beginns sollten Sie sich direkt an Ihr zuständiges Versorgungsamt wenden, denn auf dessen individuellen Entscheidungen haben Außenstehende kaum Einfluß! Hilfestellung und rechtliche Beratung hierzu finden Sie ggf. beim VDK in Wohnortnähe!

Er hat bis jetzt nie gearbeitet und er ist seit zwei Jahren arbeitsunfähig.<

Antwort:

Grundvoraussetzung für die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente ist zunächst das Erfüllen der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen!

In den letzten 5 Jahren müßen mindestens 36 Monate mit Pflichtbeiträgen belegt sein!

Ist dies nicht der Fall, besteht in der Regel kein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, auch wenn die medizinischen Voraussetzungen nachgewiesen werden können.

Von dieser gesetzlichen Vorgabe gibt es nur sehr wenige Ausnahmen, welche Sie ggf. unter folgendem Link der DRV ab Seite 6 nachlesen können:

google>>

deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Kann die Wartezeit vorzeitig erfüllt sein?

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren vorzeitig erfüllt.

Das ist der Fall, wenn Sie wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, einer Wehrdienst­ oder Zivildienstbeschädigung oder wegen politischen Gewahrsams vermindert erwerbsfähig geworden sind.

Grundsätzlich genügt hier schon ein einziger Beitrag zur Rentenversicherung, bei einem Arbeitsunfall beziehungsweise Eintritt einer Berufskrankheit jedoch nur, wenn Sie zum Zeitpunkt des Unfalls oder der Erkrankung versicherungspflichtig waren; anderen falls müssen Sie mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten zwei Jahren davor gezahlt haben.

vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden sind und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt haben.

Der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung verlängert sich um Zeiten einer schu­lischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres, längstens jedoch um sieben Jahre.

Lassen Sie sich bitte in jedem Fall von Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt gründlich beraten, denn der Teufel steckt oft im Detail! Auch der VDK kann Ihnen hier mit Rat weiterhelfen!

Sollte es mit der Erwerbsminderungsrente nichts werden, besteht ggf. Anspruch auf Grundsicherung im Alter- und bei Erwerbsminderung, wobei hier aber in der Regel das gemeinsame Haushaltseinkommen zu Grunde gelegt wird und werden hier diverse Freibeträge überschritten, besteht ggf. kein Anspruch auf Leistungen.

Zur Grundsicherung erhalten Sie ebenfalls von der DRV, vom VDK und vom zuständigen Sozialamt Hilfestellung!

Manchmal läßt sich in diesem Zusammenhang durch einen Untermietvertrag ein eigener Hausstand nachweisen, so daß das gemeinsame Haushalts-Einkommen ggf. wegfällt!

Beste Grüße, Konrad

Antwort
von Primus, 107

Meines Wissens nach steht Deinem Freund keine Rente, sondern Grundsicherung zu.

Sieh mal hier: Grundsicherung

Dieser Fall kommt aber nur bei Personen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben und keine Altersrente beziehen (Ausschluss nach § 7 Abs. 4 SGB II)

oder dauerhaft voll erwerbsgemindert sind.

Anspruch auf Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung haben: ◾Personen ab Vollendung des 65. Lebensjahres ◾Personen ab Vollendung des 18. Lebensjahres bei dauerhafter und voller Erwerbsminderung

http://www.hartziv.org/sozialgeld.html

Kommentar von buecherwurm2 ,

Ist das in diesem Fall nicht eine Erwerbsminderungsrente? Oder liege ich da falsch?

Kommentar von Primus ,

Nicht, wenn noch keine Erwerbstätigkeit stattgefunden hat.

Antwort
von Lissa, 96

Wen die Erwerbsminderung schon vorlag, bevor derjenige begonnen hat zu arbeiten, gibt es nach 20 Jahren mit Pflichtbeiträgen einen Rentenanspruch.

Antwort
von althaus, 93

Erwerbsminderungsrente bekommt derjenige der die Voraussetzungen dafür erfüllt. Da er noch nie gearbeitet hat wird er auch keine Rente bekommen. Wer nie was eingezahlt hat hat demnach auch kein Recht auf Rente. Leider ist das so. So ist es auch gerecht gegenüber denen die schon lange arbeiten und dann krank werden. Denen steht das dann zu.

Antwort
von Privatier59, 76
Er hat bis jetzt nie gearbeitet

Wer sollte dann eine Rente bezahlen? Das ist ein Fall für die Sozialhilfe.

Antwort
von billy, 73

Dein Freund wird keine Rente bekommen, sondern eher die Grundsicherung.

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