Frage von nuevo123, 67

Schweizer Franken, Eingriffe der Nationalbank, Devisenkurs zum Euro in spe

der CHF wird künstlich durch Eingriffe der Schweizer Nationalbank in einem Wechselkursband zum Euro gehalten. Das ist sicherlich kostspielig.

Könnte man nicht vermuten, dass der Nationalbank irgendwann die Luft ausgeht und der CHF im Wert deutlich steigt? Wäre aus dieser Sicht ein Invest in der Schweiz sinnvoll?

Ein Invest sehe ich nicht nur in der Devise, sondern auch in Aktien oder Anleihen, die auf CHF notieren.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Finanzschlumpf, 56

Nein, die Schweizer Nationalbank hat vor langer Zeit einen Mindestkurs von 1,20 zum Euro festgelegt, und musste während der "Eurokrise" auch kräfitg intervenieren. ( Der aktuelle Bestand an Wärhungsreserven lässt sich via SNB Homepage ermitteln ).

Schon seit geraumer Zeit hat sich der Markt mehr oder weniger deutlich wieder von diesem Mindestkurs entfernt, ohne weitere Eingriffe der Notenbank. Reine Kraft der Spekulanten.

Da die Leistungsbilanz der Schweiz unverändert deutlich positiv ist, steigt natürlich die jetzt schon immense Wärhungsposition der Welt in CHF weiter zügig an. Es kann also durchaus irgendwann mal wieder Aufwertungsdruck beim Franken aufkommen.

Ob das zu einer Aufgabe des Mindestkurses führen wird ist schwer vorherzusagen. Alles ist möglich. Wenn man aber bedenkt, dass der völlig abwegige Mindestkurs, der ja nichts anderes ist, als eine Garantie an die Schweiz, trotz historischer Handelsüberschüsse in Milliardenhöhe, den Rest der Welt auch weiterhin zu Tode zu exportieren ( und das ganz mit einer wahnsinns Einkommensbilanz über die Schweizer Banken ), ohne Murren und Knurren in der Welt durchging, kann es gut sein, dass an einem fernen Tag, wenn es wieder mal an der 1,20 brennt, andere Exportweltmeister, um von den durch sie verursachten Problemen abzulenken, der Schweiz helfen, diesen Irrsinn fortzuführen. Die "Luft ausgehen" kann der Schweiz theoretisch nie, da sie die eigene Währung ja schwächen muss, da geht relativ leicht und unbegrenzt. Nur die andere Seite ist streng limitiert.....

Antwort
von gandalf94305, 35

Unternehmen aus der Schweiz tätigen etwa 2/3 ihres Umsatzes im EUR-Raum. Damit ist eine hohe Abhängigkeit vom EUR gegeben. Ein stark aufwertender CHF wäre daher schädlich für die Schweizer Wirtschaft.

Abwertung ist für eine Zentralbank recht einfach. Man produziert einfach mehr Geld in der eigenen Währung. Das verwässert die bestehende Währung und die Kurse sinken.

Man kann daher nicht davon ausgehen, daß der SNB die Luft ausgeht. Der CHF dürfte auf absehbare Zeit nicht im Wert gegen der EUR deutlich steigen. Im Gegenteil: der EURCHF liegt ja derzeit deutlich über der Schwelle von 1,2000, d.h. der Markt preist hier den Wechselkurs so, daß die SNB überhaupt nicht agieren muß.

Nichtsdestotrotz kannst Du natürlich in Schweizer Unternehmen investieren, da hier einige Global Player zu finden sind. Schweizer Anleihen fände ich nun nicht so spannend angesichts des Ratings der Schweiz selbst. Unternehmensanleihen von Schweizer Unternehmen sind bereits recht teuer, d.h. auch das empfiehlt sich nicht unbedingt.

Antwort
von GmbHinvest, 32

der Gedankengang ist nachvollziehbar, aber ich denke, die Nationalbank hat einen langen Atem. Darüberhinaus hat sich die Finanzkrise entspannt, der Aufwärtsdruck auf den CHF ist gesunken.

Ob sich also eine Wette auf den Anstieg des CHF lohnen kann, bleibt offen. Ich halte es für unwahrscheinlich.

In Schweizer Firmen zu investieren, finde ich gut. Es gibt dort einige global player. Nestle gehört dazu. Ob man jedoch damit am CHF bei einer international aufgestellten Firma profitiert, ist eine andere Sache. Interessante Aktien gibt es dort.

Anleihen? Eher langweilig - geringe Rendite, aber hohe Sicherheit.

Antwort
von Rat2010, 20

Weil nicht sein kann was nicht sein darf wird das nicht passieren.

Die Schweiz hat - wie alle anderen Länder und wie auch Deuschland vor dem Euro - Probleme mit einer zu starken Währung. Entweder sie greifen rechtzeitig ein oder die Märkte regeln das. Das Problem, wenn man es die Märkte regeln lässt sind die vielen Pleiten und die damit einhergehende Arbeitslosigkeit und die lässt sich durch Interventionen vermeiden.

Ich würde also nicht darauf spekulieren, dass die Schweiz ihre Meinung ändert oder ihr das Geld ausgeht.

Schweizer Aktien haben bisher nicht auf den Volksentscheid zur Kontigentierung von Ausländern reagiert. So eine Entscheidung ist langfristig sehr schlecht für den Standort Schweiz und ich kann mir vorstellen, dass deshalb die Musik in nächster Zeit woanders spielt.

Antwort
von billy, 17

Für die Schweizer Wirtschaft ist ein stabiler Wechsekurs des Franken zum Euro sehr wichtig. Die SNB versucht natürlich zu agieren statt nur zu reagieren. Ich glaube nicht das der SNB so schnell die Luft ausgeht, ebensowenig das der CHF im Wert deutlich steigt.

Antwort
von qtbasket, 17

Der Mindestkurs wurde vor ca. drei Jahren eingeführt, um die Schweizer Wirtschaft angesichts der Schuldenkrisen in den Nachbarstaaten vor Exporteinbrüchen sowie Rezession und Deflation zu schützen. Mit dem Abflauen der Eurokrise hat sich der Franken-Wechselkurs stabilisiert.

Die Schweizer National Bank wird ihre Geld- und Zins Politik auch vorläufig nicht ändern, da bin ich mir sicher.Sie steht bereit, den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro durchzusetzen.

Kommentar von nuevo123 ,

ich hatte vermutet, dass auch einer Nationalbank mal die Luft ausgehen könnte. Dem scheint aber nicht so zu sein.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten