Frage von onkeltom2014, 256

Schonvermögen ALG II / Erhalte Schuldenrückzahlung

Bin 64 und beziehe ALG II bis zur Rente. Nun kann ein Freund von mir endlich seine Schulden bei mir zurückzahlen (5600€) Habe keinerlei Ersparnisse oder Rücklagen.

Fragen: 1. Muss ich diese Schuldenrückzahlung beim Amt melden ? 2. Kann ich mir mit dem Geld ein Gartengrundstück kaufen?

Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Juergen010, 256

Schonvermögen gilt nur vor dem Leistungsbezug.

Fließt Vernögen während des Leistungsbezugs zu (z.B. durch Erbschaft oder eben eine aussergewöhnliche Zahlung, wie z.B. ein Lottogewinn), ist dieses Vermögen nach ALG II - Bedingungen zu verbrauchen.

In dieser Zeit wird die Leistung seitens der ARGE eingestellt. Ist das Vermögen aufgebraucht, kann wieder ein Neuantrag auf ALG II gestellt werden.

In deinem speziellen Fall gilt ebenfalls das Zuflussprinzip.

Nun ein Gartengrundstück zu kaufen, würde ich auf den Zeitpunkt nach dem Renteneintritt verschieben - sofern Du dort nicht dann auch auf Grundsicherungsleistungen angewiesen bist.

Lösungshinweis: Nur Bares ist Wahres. Und dein Kopfkissen ist dein bester Freund ...;-)

Kommentar von Gaenseliesel ,

Juergen010 .... lach, ich glaube hier haben 2 den gleichen Gedanken !!!!! Gruß ! K.

Kommentar von TOPWISSENinfo ,

Jetzt wären es wohl 3... :)

Kommentar von Gaenseliesel ,

... warum nicht " nur gemeinsam sind wir stark " ! :-)))) K.

Antwort
von Primus, 192

Es gilt ein Vermögensfreibetrag von 150 Euro pro vollendetem Lebensjahr. Mindestens sind 3.100 Euro und maximal 9.750 Euro pro Person plus 750 Euro Rücklagen für notwendige Anschaffungen anrechnungsfreies Vermögen.

ALG II Empfänger, die vor dem 1. Januar 1948 geboren sind, haben einen erhöhten Freibetrag in Höhe von € 520 pro vollendetes Lebensjahr, maximal jedoch 33.800 Euro.

Wer nach dem 31. Dezember 1957 und vor dem 01. Januar 1964 geboren wurde, erhält einen Grundfreibetrag in Höhe von höchstens 9.900 Euro.

http://www.sozialhilfe24.de/hartz-4-alg-2/vermoegen.html

Kommentar von Zitterbacke ,

Und wie viel Freibetrag hätten solche Leute wie ich ???

Zwischen 31 .12. 47 und 31.12.57 ???

Kommentar von Primus ,

Solche Leute wie Du haben Freibeträge, die ins Unendliche gehen;-))

Kommentar von onkeltom2014 ,

Vielen Dank, mit dem Vermögensfreibetrag ist schon klar! Aber die Frage ist, ob ich die Schuldenrückzahlung melden muss (quasi als Zuwachs meines "freien" Vermögens) und ob ich mir von diesem "Vermögen" ein Grundstück kaufen darf.

Wenn es "mein" Schonvermögen ist, sollte ich doch eigentlich damit machen können, was ich will (Aktien kaufen, verspielen, vertrinken oder verschenken), oder irre ich?

Danke im Voraus.

Kommentar von Primus ,
(quasi als Zuwachs meines "freien" Vermögens)

Wenn Du mit dem Zuwachs unterhalb der Dir gesetzten Grenze bleibst, kannst Du darüber verfügen, was aber nicht bedeuten soll, dass das Amt von der zusätzlichen Summe nichts erfährt.

Kommentar von onkeltom2014 ,

Schon klar, das Amt erfährt natürlich alles. Aber genau das will ich ja wissen: MUSS ich die Schuldenrückzahlung dem Amt melden ??

Sorry, vielleicht hab ich mich nicht so klar ausgedrückt. Mir gehts es darum, nix falsch zu machen, damit es hinterher keinen Stress gibt deswegen!

Kommentar von Primus ,

Und genau aus diesem Grund besprichst Du das besser mit Deinem Sachbearbeiter. Somit kannst Du sicher sein, nichts falsch gemacht zu haben ;-))

Kommentar von VirtualSelf ,
Schon klar, das Amt erfährt natürlich alles. Aber genau das will ich ja wissen: MUSS ich die Schuldenrückzahlung dem Amt melden ??

JA

Und zwar unabhängig davon, ob es als Vermögen oder Einkommen anzusehen ist.

Antwort
von Gaenseliesel, 155

Hallo onkeltom,

ich melde mich jetzt hier nur noch einmal zur Frage, weil ich hier zu bedenken geben möchte.

So wie mir bekannt ist, da du derzeit Leistungsbezieher bist:

Das sog. Schonvermögen bezieht sich nur auf das Vermögen, das vor dem Zeitpunkt des Leistungsbezuges vorhanden war.

Ich meine betr. deiner speziellen Frage, würde die " Schuldenrückzahlung " mit dem Alg 2 Bezug verrechnet werden.( Zufluss Prinzip )

Als regulärer Rentner hättest du mit der Auszahlung evtl. weniger Probleme. ;-) K.

Kommentar von Mikkey ,

Ich stelle einfach die Frage (interessehalber) hier, weil hier nóch kein Kommentar ist ;-) ...

Wenn ich festverzinsliche Papiere (Inhaberschuldverschreibungen) im Wert von 9000 Euro hätte,dürften die doch als Vermögen behandelt werden, richtig? Werden diese Papiere zur Auszahlung fällig, ändert sich an dem Vermögen nichts.

Wie Ihr antwortet, werden Schulden, die mir ein Bekannter zurückzahlt als Zufluss betrachtet, auch Richtig?

Da stellt sich mir die Frage: Was unterscheidet Schulden, die Daimler-Benz bei mir hat von Schulden, die Hein Mück bei mir hat?

Wie wäre es dann mit Geld, dass ich über so ein Kreditvermittlungsportal verliehen hätte?

Kommentar von Gaenseliesel ,

Gezahlte Schulden bleiben solange unbeachtet, solange sie nicht bei dem Hartz4 Empfänger auf den Kontoauszügen sichtbar nachgewiesen werden.

Sind eben die Tücken der Hartz4 Gesetzgebung.

Hätte @onkeltom festverzinsliche Papiere in diesem Wert bereits vor dem beantragten Leistungsbezug, würde dieser Betrag sicher bis zum erlaubten Grenzbetrag als Schonvermögen angerechnet.

K.

Kommentar von wfwbinder ,

@mikkey

Ich finde, Du hast mit Deinem Gedanken Recht und genau auf den Kopf getroffen.

Ich denke sogar, dass das gehen würde, wenn der Leistungsempfänger beim Antrag eintragen würde: privates Darlehen an Hein Mück 5.600,-.

Dann wäre das ebenso wie die Schuldverschreibungen von Daimler aktenkundig und könnte so behandelt werden.

Antwort
von VirtualSelf, 182

Wenn du als Leistungsbezieher bei Antragstellung die Existenz eines Privatkredites a) angegeben hast und b) das Ganze - insbesondere auch die Rückzahlungsmodalitäten- durch einen Vertrag belegen kannst, sollte es möglich gewesen sein, bei Antragstellung die Außenstände als Vermögen zu qualifizieren.

Andererseits erfolgen im SGB II-Recht auch bisher im privaten Bereich keine betriebswirtschaftlichen bzw. am Bilanzrecht ausgerichteten Unterscheidungen von Vermögen und Einkommen (siehe. z.B. Steuerrückerstattungen, die ja ökonomisch als zinsloses Darlehen an den Staat interpretiert werden können).

Antwort
von TOPWISSENinfo, 131

Das würde als "Vermögen" gelten wenn du es meldest und wird entsprechend über Freigrenzen angerechnet. In Zahlen kann ich nicht genau sagen wie viel angerechnet werden, aber ein Kauf bzw. das Geld auszugeben wird nicht viel bringen, denn dann müsstest du es evtl. wieder auflösen, auch wenn du Verluste hast. Also zu 1. Ja, du muss es melden und 2. Ja, kannst du, darfst du, aber müsstest es evtl. wieder auflösen. Anschließend aber verweise ich auf die Antwort von Juergen010 .

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