Frage von pecha, 268

Schlüssel verloren

Ich habe den Firmenschlüssel verloren. Mein Chef will jetzt 600 Euro von mir. Was kann ich tun? Ist das nicht automatisch mit in seiner Gebäudeversicherung versichert???

Antwort
von Primus, 235

Aus frag-einen-Anwalt.de

" Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer in der Regel voll, d.h. er haftet auf Ersatz des gesamten Schadens (BAG Urteil vom 18.4.2002, 8 AZR 348/01).

Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird der Schaden unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt (BAG Urt. v. 05.02.2004, 8 AZR 91/03).

Bei leichtester Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer gar nicht (BAG 8. Senat, Urteil vom 17. Juli 1997, Az: 8 AZR 480/95).

Grobe Fahrlässigkeit liegt dann vor, wenn man ganz naheliegende Sorgfaltsregeln, die in der gegebenen Situation "jeder" befolgt hätte, außer Acht lässt. Der Verstoß gegen die "im Verkehr erforderliche Sorgfalt" muss also sehr krass sein. Man muss förmlich "die Hände über dem Kopf zusammenschlagen", wenn man von dem Schadensereignis erfährt.

Mittlere Fahrlässigkeit ist das "schlichte" Außerachtlassen der "im Verkehr erforderlichen Sorgfalt". Wenn es keine Anhaltspunkte für "leichteste" oder für "grobe" Fahrlässigkeit gibt, dann ist von mittlerer oder "normaler" Fahrlässigkeit auszugehen.

Die leichteste Fahrlässigkeit ist gleichsam das Gegenstück zur groben Fahrlässigkeit, d.h. sie ist ein Ausnahmefall, in dem man dem Arbeitnehmer von vornherein nur ein ganz geringes Verschulden vorwerfen kann. Leichteste Fahrlässigkeit kommt zum Beispiel bei extremer Überforderung in Betracht, also etwa dann, wenn der Arbeitnehmer durch eine Anweisung des Arbeitgebers in eine Situation gebracht wurde, der er nach seiner bisherigen Arbeitserfahrung von vornherein nicht gewachsen war.

Bei dem Verlust des Schlüssels und der genauen Schadenstragung kommt es also auf das konkrete Ereignis an, welche Fahrlässigkeitsform vorgelegen hat. Anderweitige Rechtssprechung hatte neulich erst das LG Köln entschieden, dass eine Haftung selbst bei mittlerer Fahrlässigkeit ausschloss: LAG Köln vom 13.08.2007 - Az. 2 Sa 370/07. Anders jedoch das Bundesarbeitsgericht, welches hier, wie bereits oben erwähnt, eine Haftung anteilig aussprach. "

Antwort
von Luscinia, 223

Nein, das ist in deiner Privathaftpflichtversicherung, wenn Du berufliche Schlüssel mit eingeschlossen hast. Was übrigens jeder haben sollte, der berufliche Schlüssel mit sich rumträgt.

Kommentar von lazyjo08 ,

Da bin ich sogar ganz sicher ! Ich hatte den selben Fall auch mal. Von wem der entstandene Schaden beglichen wird, ist vollkommen egal. Die Haftpflicht übernimmt bei weiteren Forderungen seitens des Chefs auch noch Rechtschutz für dich und du wirst vor jedem Gericht gewinnen. Es besteht ohne Rechnung ja gar kein Forderungsnachweis und du hast deine Pflicht getan, indem du den Schaden gemeldet hast . Ich glaube fast, dein Chef will sich durch den Verlust des Schlüssels bereichern.

Also melden, den Rest erledigt die Versicherung !!

Alles Gute.

Antwort
von jsch1964, 186

Das ist ein Haftpflichtschaden, denn Du haftest für Deine eigene Schusseligkeit.

Ob Dir Deine Haftpflichtversicherung den Schaden erstattet, kannst Du aus der Leistungsbeschreibung entnehmen - oder frag Dienen Versicherungsmenschen. Merksatz: Je billiger Du Dich versichert hast, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der "Verlust von beruflichen Schlüsseln" nicht erstattet wird.

Wenn Du gar keine solche Versicherung hast, musst Du den Schaden sowieso selber bezahlen.

Antwort
von lazyjo08, 166

DEINE Privathaftpflicht " haftet ", weil du den Schaden einem Fremden, hier der Chef , zugefügt hast ! Rechnung der Versicherung einreichen und ersetzen lassen. Mehr hat der Chef nicht zu fordern !

Kommentar von lazyjo08 ,

Bei weiteren Fordeungen hat sich der Chef nun an die Versicherung zu halten. Die wehrt auch eventuell weitere Ansprüche gegen dich seitens des Chefs ab .

Kommentar von vulkanismus ,

Bist Du sicher?

Der Chef will sein Geld haben, und zwar vom Verursacher.

Ob der versichert ist, kann dem Chef wurscht sein.

Antwort
von wfwbinder, 143

Die Gebäudeversicherung hat damit nichts zu tun.

Du hast einen Schaden verursacht. Somit bist Du zum Schadenersatz verpflichtet. § 823 BGB.

Wenn Du eine Haftpflichtversicherung hast, kann es sein, das die Dir die 600,- Euro ersetzen.

Wenn nein = pP

pP = persönliches Pech.

Antwort
von billy, 143

Wenn der verlorene Schlüssel Teil einer Schliessanlage war, können die 600 € berechtigt sein. Für diesen Schaden werden Sie Ihre private Haftpflichtversicherung bemühen müssen.

Kommentar von Primus ,

Dazu müsste man aber erst wissen, ob die Haftpflicht den Schlüsselverlust beinhaltet.

Es ist nämlich nicht jedes Schadensereignis ist die Tarife gedeckt. Dazu gehört auch das Verlustrisiko fremder Schlüssel. Legt man die Bedingungen zu den Versicherungsverträgen in der Haftpflichtversicherung genau aus, fallen diese nämlich in die Rubrik der: gemieteten geleasten oder geliehenen Sachen.

Und alle drei Bereiche fallen in der Regel in die Ausschlusskriterien.

Wer also bei Abschluss der Haftpflichtversicherung nicht darauf achtete, geht leer aus.

Kommentar von billy ,

Das ist richtig, bei meiner Haftpflichtversicherung wäre es abgesichert.

Antwort
von mig112, 125

Gebäudeversicherung = Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Glasbruch, Elementarschäden.

WO PASST DA DER SCHLUESSEL...!?

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