Frage von Sandra1979, 1.146

Schließung Teilfonds DWS FlexPension- Wahl eines neuen Fonds. Was ist zu beachten?

Guten Tag, ich habe eine Frage an die LV-Versicherungsspezialisten hier. Ich wurde von der Aachen Münchener hinsichtlich meines LV Vertrages für das Garantiefondskonzeptes DWS Flex Pension angeschrieben. Die DeAM wird demnach die Teilfonds des Garantiefondskonzeptes DWS FlexPension mit geplantem Laufzeitende vorzeitig schließen. Hintergrund ist gem. Anschreiben, dass aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase keine Anlage in risiko- und ertragreichere Kapitalanlagen mehr möglich ist und künftige Wertsteigerungen daher praktisch ausgeschlossen sind. Konsequenz für den Vertrag ist, dass die Fondsanteile mit der Höchststandsgarantie am Stichtag 18.11.2016 bewertet und berechnet werden. Die Höchstandsgarantie zum 18.11. sei in vollem Umfang gewährleistet. Der Wert des Fondsguthabens kann ab 18.11. nicht mehr in das Garantiefondskonzept DWS FlexPension 2025 investiert werden. Ale Möglichkeit wird mir angeboten, entweder frei einen Fonds aus der Fondspalette zu wählen (darunter u.a. auch Aktienfonds) oder einen automatischen Fondswechsel in den DWS Flexizins Plus (Geldmarkt/geldmarktnahe Fonds). Nun meine Frage- was soll ich tun: Ich habe einen Einmalbetrag investiert. Künftige Einzahlungen sind nicht vorgesehen (bitte daher auch keine Meinungen in der Form, wie schlecht dieses Produkt ist - ich muss zum jetzigen Zeitpunkt das beste daraus machen). Kündigen ist vermutlich die schlechteste Alternative wenn ich das Geld derzeit nicht benötige. Welchen Unterschied macht es hinsichtlich meiner künftigen Auszahlung (Rente), ob ich einen risikoreicheren Aktienfonds wähle oder mit dem DWS Flexizins Plus ein defensiveres und derzeit wohl eher "totes" Produkt wähle (es gibt ja noch die Höchstandsgarantie zum 18.11.). Kann mir jemand die Zusammenhänge erläutern?

Antwort
von Sammy760, 948

Hast Du wirklich eine LV, oder evtl. eine Rentenversicherung?

KLV's/FLV's wurden gerne bis Ende 2004 verkauft. Aus "steuerlichen" Gründen wurde ab 2005 i.d.R. der Fokus auf KRV/FRV gesetzt.

Aus dem Bauch raus, würde ich auch die Entnahme raten, da die Gebühren in der Versicherung wahrscheinlich höher wie bei einem Fonds sind. 

ABER:

Wenn grundsätzlich eine Kapitalentnahme geplant ist, solltest Du 12 Jahre Haltedauer abwarten bzw. das 60. Lebensjahr, da sonst der Gewinn voll versteuert wird. Danach nur zur hälfte.

Bei einer Entnahme und Neuanlage fallen je nach Depot, beim Erwerb  Ausgabeaufschläge an. Wenn Du dann Dein Kapital entnimmst, fallen darauf wieder Steuern an.

Bei einem Jahr Restlaufzeit würde ich aus der Verfügbaren Auswahl etwas sehr konservatives nehmen.

Bei der Anlagepolitik des DWS Flexizins Plus bin ich skeptisch.

Euro-Geldmarktinstrumente, inklusive Asset Backed Securities (ABS). Konzentration auf gute und sehr gute Emittenten-Bonität (AAA bis A). Durch kurze durchschnittliche Zinsbindung (in der Regel 1 bis 3 Monate) nur geringes Zinsänderungsrisiko.

ABS (mit ähnlicher Bewertung) waren u.a. Auslöser der Bankenkrise. Kurzlaufende Papier könnten in Krisenzeiten nur schwer liquidierbar sein.

Auch sind die Managementgebühren bei einem ähnlich gelagert ETF sicherlich günstiger. 

Der DWS Flexizins Plus hat 0,29% Managementgebühren und hat in den letzten 12 Monate 0,25% Ertrag gebracht.

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Falls Du eine Rentenversicherung hast, ist die Vorführung eine Frage der Bedingungen. 

Wie hoch ist der garantierte Rentenfaktor pro 10.000€ Fondsvermögen zu Beginn des Rentenbezuges?

Wie lang ist die Rentengarantiezeit?

Wirtschaftlich macht das keinen Sinn. Bei einem Rentenfaktor von 30 hättest Du Dein Fondsvermögen erst nach knapp 28 Jahren zurück.

Emmotional ist der Vorteil - Du hast, so lange Du lebst, die zugesagte Rentenleistung. Der bezugsberechtigte (i.d.R. der Ehepartner) jedoch nur solange wie die Rentengarantie läuft. 

Versteuert wird die Rentenzahlung mit dem Ertragsanteil. Bsp. 18% Ertragsanteil (mit 65 J.), pers. Steuersatz 20%. Bei 100€ Rente würden damit 3,60€ an den Fiskus gehen.

Bei einem Fondsauszahlungsplan wäre der Gewinnanteil der "Renten" mit 25% Abgeltungssteuer (bzw. mit dem pers. Steuersatz) zu versteuern. 

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Besprechen Sie die Situation doch mit einem unabhängigen Berater. Diese Anlage ist sicherlich nur ein Aspekt. Ihre gesamte Vorsorge sollten Sie im Umfeld der jetzigen wirtschaftlichen Situation mit Ihrer Zukunftsplanung in Einklang bringen. 

Eine Ruhestandsplanung bietet sich dafür an.

Kommentar von Sandra1979 ,

Es ist eine Fondsgebundene Rentenversicherung mit

Kapitalwahlrecht,mit Kapitalwahlrecht bei Tod und garantierter Mindestlaufzeit bei Rente.
Die Idee ist auf jeden Fall, das Produkt aufzulösen und es sich auszahlen zu lassen. Fraglich ist nun noch ob man damit noch bis 12/2017 (frühest möglicher Rentenauszahlungsbeginn) wartet oder es sich gleich auszahlen lässt. Man hat ja doch ein gewisses Risiko wenn man mit der Auszahlung noch 1 Jahr wartet wie Hanseat schon angemerkt hat. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, wäre die Besteuerung dann VOR 2017 bzw. VOR 60 Jahren eine volle Gewinnbesteuerung (mit 25% Abgeltungssteuer/KisT/SolZ) und DANACH 50%ige Gewinnbesteuerung mit (mit 25% Abgeltungssteuer/KisT/SolZ). Habe ich Sie richtig verstanden?





Kommentar von Sammy760 ,

Ich war mir bei der Besteuerung nicht sicher, ob pers. Steuersatz oder Abgeltungssteuer. Einige Artikel im "Netz" beziehen sich auf die Abgeltungssteuer.

Evtl. kann das ja einer der Steuerprofis verifizieren.

Wechseln musst Du den Fonds sowieso. Der offerierte Geldmarktfonds (falls keine andere Alternativer verfügbar ist) bietet sich an.

Es ist ein reines Zahlenspiel. Was bekommst Du jetzt raus - nach Steuer?

Was erhältst Du in einem Jahr nach Abzug von Gebühren und halber Steuer.

Siehe z.B. Finanztip http://www.finanztip.de/lebensversicherung-versteuern/ welche Kriterien für die hälftige Besteuerung erfüllt sein müssen.

Antwort
von Hanseat, 918

Befindet sich Dein Guthaben zwischenzeitlich im plus ? Wenn ja, dann am besten sofort kündigen. Eventuell kommt eine Fortführung in Frage wenn der Vertrag vor 2005 begann.

Das ist ein s..teures Produktwelches auch mit einem vernünftigen Fonds (Aktienfonds) keine sinnvollen Renditen abwerfen kann. Wenn Aktienfonds, dann außerhalb eines Versicherungsmantels.

Und, sie froh dass Du diesen größtmöglichen Unsinn (DWS FlexPension) los bist.

Kommentar von Sandra1979 ,

Entschuldigung, für die späte Rückmeldung. Ja, das Guthaben beindet sich ziwschenzeitlich im Plus. Der Vertrag läuft seit 1.12.2005. Früheste Rentenauszahlung wäre ab 1.12.2017 und die vereinbarte Rentenauszahlung wäre ab 1.12.2019. Sie würden (Ihrer Antwort nach zu schließen) sofort kündigen und sich das Geld auzahlen lassen? Wenn ich das nicht vor dem 14.11.2016 tue, dann fallen ja vermutlich auch wieder Kosten für den Fondswechsel (Transaktionskosten, Ausgabeaufschlag) an?

Kommentar von Hanseat ,

Nein, Kosten für den Fondswechsel fallen innerhalb des Versicherungsmantels nicht an.

Aber die Zeit von 1 Jahr (bis 12/17) ist zu kurz für einen Aktienfonds.Wenn Sie nur noch bis 2017 warten wollen, würde ich einen Geldmarktfonds oder etwas Ähnliches nehmen. Wenn Sie bis 12/19 warten wollen, dann könnte man auch ein etwas offensiveren Fonds wählen. Aber, das ist eine Angelegenheit für ihren "Vermögensberater".

Aber, wieso wollen Sie unbedingt noch 1 oder 3 Jahre warten ? Die zu erwartende Rendite ist doch überschaubar, es sei denn Sie wollen "zocken". Da macht es vielleicht Sinn, die Kosten von 60 Euro (?) für die Kündigung zu akzeptieren und den Vertrag zu beenden. Reden Sie hierüber (Kosten, Alternativen für die Weiterführung bis 12/17) mit Ihrem Berater.

Antwort
von Rat2010, 868

Hast du die Frage schon dem Vermittler des Vertrages gestellt? Der wird dafür bezahlt und haftet für Fehlberatung.

Antworten hier nehmen dem die Abeit ab.

Was der dir rät, kannst du hier reinstellen.

Kommentar von Sammy760 ,

Ich war noch nie ein Freund von "Garantie"-Fonds. Das Flex-Pension Konzept ist das beste Beispiel, dass Garantien in Nullzinsphasen nicht funktionieren können.

Nur wo siehst Du den Fehlberatung. 2005 war nicht erkennbar das die EZB "what ever it needs" Geld ohne Ende "druckt".

Rat bei Deinem "Vermögensberater" einzuholen und hier zu veröffentlichen wäre echt spannend.

Kommentar von Rat2010 ,

Ich teile deine Einstellung zu Garantiefonds.

Ohne Sandra zu kennen, kann ich nicht beurteilen, wie die Beratung war. Habe ich aber auch nicht geschrieben.

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