Frage von Sobeyda, 10

Schleier als Betriebsausgabe

Im Rahmen meiner freiberuflichen Tätigkeit habe ich einen Auftrag ergattert, der mich einige Tage nach Riad führen wird. Bekanntlich gelten in Saudi Arabien etwas andere Regeln, so z. B. in unserer Gegend nicht verbreitete Bekleidungsregeln für Frauen.

Nach meiner Recherche reicht das Kopftuch aus dem Erbe meiner Großmutter hier nicht aus, ich brauche eine spezielle Kopfbedeckung und einen Umhang; beides habe ich derzeit nicht. Meine Frage ist nun: sind die Ausgaben für diese Dinge Betriebsausgaben?

Wenn ich mir einen Hosenanzug schneidern lasse, erkennt das Finanzamt die Kosten ja nicht an, weil ich den Anzug auch privat nutzen kann. Dass ich in Europa keinen Schleier benötige, wird hoffentlich auch das Finanzamt einsehen, aber ich könnte ihn ja bei einer Privatreise in arabische Länder weiter verwenden. Anderseits kann ich den Auftrag nur ausführen, wenn ich die in Saudi Arabien gültigen Bekleidungsregeln erfülle. Kurz: ohne Schleier kein Geld.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Meandor, 9

Wenn der Aufenthalt dort rein beruflich ist, zählt meines Erachtens der Schleier zu den notwendigen Betriebsausgaben.

Antwort
von KontenCD, 7

Die neuere Finanzrechtsprechung (egal ob FG oder BFH) ist ja doch schon viel moderater als früher. Nach meiner Meinung wird dir nur dieser Finanzrechtsweg bleiben, da du die Anerkennung als BA bei keinem Finanzbeamten (Betriebsprüfer bei einer eventuellen Prüfung) erreichen wirst. Aber auch bei Gericht hättest du nicht die besten Karten. Da sind schon viel einleuchtendere Argumente abgeschmettert worden.

Antwort
von Snooopy155, 6

Kalkuliere Deinen Verrechnungssatz so, dass solche Kleidungsstücke mit in den Unkosten erfasst sind, dann sparst du Dir die gesamte Diskussion um die Anerkennung mit dem Finanzbeamten. Sicher findet dieser nämlich eine Begründung diese Ausgaben nicht anzuerkennen, zumal Du dort ja auch Freizeit hast und diese nicht nur in Deiner Unterkunft verbringen wirst.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich hätte teilweise auch so geantwortet und trotzdem den Ansatz versucht;-)

Aber diese Argumentation ist nicht hilfreich und daneben:

zumal Du dort ja auch Freizeit hast

Antwort
von qtbasket, 5

Schon etwas weit hergeholt. Ein Bänker bekommt seinen Anzug nicht als Werbungskosten anerkannt und du möchtest jetzt eine Gurka anerkannt bekommen.

Ich befürchte, dass der BFH dir da letztinstanzlich nicht folgen wird, wenn eine Klage beim Finanzgericht überhaupt so weit kommt.

Und in Dubai, oder Abu Dhabi können Frau auch völlig unverschleiert beliebig sich bewegen - wenn man in eine Moschee möchte, das ist natürlich anders.

Und ein Kopftuch ist nun wirklich ein Artikel für ein paar Euro.....

Kommentar von Primus ,

du möchtest jetzt eine Gurka anerkannt bekommen

Bitte nicht böse sein, aber über Gurka statt Burka könnte ich mich kringeln....

Kommentar von alfalfa ,

Ich ebenfalls. Der Typo Saved my Day. Sollte es jedoch Ghurka heißen, dürfte es wieder steuerlich relevant werde. Gurka, das Bild kriege ich jetzt nicht mehr aus meinem Kopf! Brauchen Gurkas eigentlich Battarien? Entschuldigung an den Fragesteller, das ich grade so herum geeselt habe..;-)

Kommentar von Sobeyda ,

Ich befürchte, Du hast nicht genau gelesen. Ich habe nicht gesagt, ich will die Sachen absetzen, sondern ich habe gefragt, ob es möglich ist.

Weiter fahre ich nicht nach Dubai oder Abu Dhabi, sondern nach Saudi Arabien, woe die Regeln deutlich strenger sind. Dass ein Kopftuch dort nicht ausreicht, habe ich in meiner Frage geschrieben.

Eine Burka muss frau in Saudi Arabien übrigens nicht tragen, das verwechselst Du mit Afghanistan. Aber Hauptsache etwas geschrieben.

Kommentar von qtbasket ,

@sobeyda - ziemlich dreister Kommentar, und offensichtlich warst du noch nie auf der arabischen Halbinsel...

Antwort
von EnnoBecker, 3

Das ist mit Sicherheit noch nirgendwo durchgeklagt worden. Eine rechssichere Antwort wirst du hier nicht finden.

Ich würde es halt ansetzen mit der Argumentation von Meandor.

Antwort
von NasiGoreng, 3

Leihe Dir doch für einen geringen Bakschisch eine Burka im Kostümverleih oder bei der muslimischen Nachbarin.

Dann ist Dein Schaden nicht so untragbar groß, falls die Kosten steuerlich nicht absetzbar sein sollten.

Antwort
von alfalfa, 3

Im Ernst: Der Paragraf 12 EKSTG wird dir mutmaßlich einen Strich durch die Rechnung machen. Doch sag niemals nie im Einkommensteuergesetz.

Kommentar von alfalfa ,

Ach eines fällt mir noch ein, was ich mal gelesen habe (Quelle finde ich grade nicht) wenn Du unauffällig ein Firmenlogo anbringst, dann kann es dem betrieblichen Aufwand zugeordnet werden. Muss ja nicht groß und an gut sichtbarer Stelle prangen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community