Frage von pmuelle3,

Schenkungssteuern hin- und zurueck?

Ich habe ein hypothetische Frage. Schenkungen an leibliche Eltern oder leibliche Kinder sind bis zu einem gewissen Betrag steuerfrei. Kann man gleichzeitig in beide Richtungen schenken um Steuern zu sparen. Zum Beispiel so:

Schenkung 1: Sohn kauft Haus und vermietet an Vater. Ortsuebliche Vergleichsmiete ist ca. 1.000 Euro pro Monat, aber Sohn verlangt von Vater nur 200 Euro (weil er so ein guter Junge ist...). Das entspricht legal (soviel ich weiss) einer Schenkung das Sohnes an den Vater in der Hoehe des Differenzbetrages, also 9.600 Euro pro Jahr. Dadurch spart der Sohn Steuern, da die zu besteuernden Mieteinkuenfte erheblich geringer sind, aber der Vater muss keine Steuern auf das Geschenk zahlen, da es unter dem Freibetrag liegt.

Schenkung 2: Am Jahresende schenkt der Vater seinem Sohn 10.000 Euro (er war, wie oben beschrieben, ein guter Junge...), die ebenfalls unter dem Freibetrag liegen, so dass der Sohn keine Steuern zahlen muss.

Unter dem Strich wird damit das Haus zum ortsueblichen Preis vermietet, aber es werden so gut wie keine Steuern gezahlt. Ist sowas legal?

Antwort
von LittleArrow,

Irgendwie werden Deine Fragen immer absonderlicher. Herr Bundespräsident Gauck würde sagen: "asozialer"! Dem kann ich auch nur beipflichten, geht es doch um Steuereinnahmen, die uns in D weiterhelfen (sollen).

Bei der Schenkung 2 vergißt Du u.a., dass der Vater diese Schenkung jeweils dem Finanzamt anzeigen muss, Jahr für Jahr. Der Freibetrag vom Vater zum Sohn ist übrigens € 400.000. Da darf der Vater ruhig noch etwas zulegen;-)

Der Sohn macht ja einen Riesenverlust, weil er kaum noch Werbungskosten von seinen Erträgen absetzen kann. Aber der gute Sohn ist wohl reich genug;-)

Insgesamt liegt doch der Verdacht der Steuervermeidung/-hinterziehung sehr nahe. Da kommt bestimmt jemand ins Grübeln und nutzt schließlich noch das Verständigungsverfahren des DBA. Da wird dann auch noch IRS wach und deklariert die € 10.000 vom Sohnemann als Einkommen.

Kommentar von pmuelle3 ,

Das war ja nur mal ein Zahlenbeispiel und es war der Deutlichkeit wegen stark uebertrieben und ueberzeichnet. Wie waere es mit einem anderen Szenario:

Vater hat geringe Rente (ca. 1000 Euro pro Monat) und sein derzeitiger Vermieter hat ihm gekuendigt (Eigenbedarf). Vater hat lange in dieser ca. 100 Quadratmeter grossen Wohnung gelebt, die Miete war gering (300 Euro kalt) und von seinen 1000 Euro pro Monat kann er sich auch nicht mehr leisten. Der Vater war freier Journalist von Beruf und hat eine grosse Sammlung von Buechern, und ein interessantes Zeitschriftenarchiv, welches Platz braucht (wegwerfen verbietet sich!). Auf dem derzeitigen Mietmarkt ist fuer den Vater nichts unter 750 Euro zu finden, aber der im Ausland lebende Sohn koennte ein Haus kaufen und an den Vater fuer die gewohnten 300 Euro vermieten.

Von diesen 300 Euro kann der Sohn allerdings nicht mal den Kredit abbezahlen, aber der Vater koennte immer am Jahrsende dem Sohn das Geld geben, das er noch uebrig hat (vermutlich ungefaehr 1.500 Euro). Immer mal wieder schreibt der Vater auch noch einen Artikle und kriegt etwas Geld dafuer (natuerlich weniger als die steuerfreien 400 Euro pro Monat), so dass es dann auch mal 3.000 Euro Schenkung am Jahrsende sein koennen.

Ist das jetzt immer noch so unmoralisch?

Der Sohn macht in der Tat einen Riesenverlust, aber der Vater kann sich nicht mehr leisten und der Sohn hat ein geregeltes, wenn auch nicht besonders hohes, Einkommen im Ausland. In 20 oder 30 Jahren, wenn der Sohn das Ruhestandsalter erreicht und der Vater nicht mehr lebt, kann er dann in das Haus in Deutschland einziehen, das bist dahin abbezahlt sein sollte. Das heisst das Haus ist nicht als Geldanlage im ueblichen Sinne gedacht sondern (a) um dem Vater zu helfen und (b) um spaeter ein Haeusschen fuer den Ruhestand zu haben.

Natuerlich muessen die 1.500 (oder 10.000 wie im ersten Szenario) Euro Schenkung des Vaters an den Sohn beim deutschen Finanzamt angemeldet werden und natuerlich muss das Sohn den Empfang dieser Schenkung auch den auslaendischen Finanzbehoerden melden, aber da die Betraege, um die es da geht, weit unter den Freibetraegen fuer Schnkungen liegen, sollte das nicht besteuert werden.

Ich frage mich, ob das eine legale Vorgehensweise ist.

Antwort
von Privatier59,

Das Beispiel ist so absurd geraten weil Dir wesentliche Bestimmungen des Steuerrechts unbekannt sind:

Du "sparst" Steuern nur dann, wenn mindestens 66% der ortsüblichen Miete von einem Angehörigen bezahlt wurden. Deine Miete ist geringer, Du mußt also einen sehr großen Teil der Ausgaben aus Deinem Nettoeinkommen zahlen.

Wenn das FA von dieser Konstruktion erfährt, wird es sie völlig verwerfen. Hier wird Gestaltungsmißbrauch betrieben. Da ist nichts mehr mit schenkung, sondern es gilt als Einkommen. Zwar kannst Du dann die Ausgaben voll absetzen, mußt Dich aber ev. wegen Steuerhinterziehung verantworten.

Antwort
von williamsson,

Soll das eine Examensarbeit werden? Völlig an der legalen Realität vorbei. Das FA würde bei einer solchen Konstruktion niemals zustimmen. Schon von 66% Mietkosten gehört?

Antwort
von billy,

Jede Form von Steuerhinterziehung ist eine Straftat weil Diebstahl an der Allgemeinheit. Die "hypothetische Frage" beinhaltet schon ein gehöriges Maß an krimineller Energie.

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