Frage von MrsLitt, 712

Schenkung aus dem Ausland

Ich bekomme demnächst von meiner Tante, die in der Schweiz lebt, 10000€ geschenkt. Sie meldet diesen Betrag ganz offiziell als Schenkung beim Schweizer Finanzamt an. Muss ich (in Deutschland lebend) das auch dem hiesigen Finanzamt melden? Wer muss die Schenkungssteuer zahlen? Muss ich für die 10.000€ eigentlich auch Einkommenssteuer zahlen?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Erbrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von blackleather, 712

Muss ich (in Deutschland lebend) das auch dem hiesigen Finanzamt melden?

Ja. Jede Schenkung ist grundsätzlich anzeigepflichtig gegenüber dem Finanzamt. Der Wortlaut des § 30 Abs. 1 Satz 1 ErbStG macht auch für geringfügige Geschenke keine Ausnahme ("Jeder der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb (§ 1) ist vom Erwerber, bei einer Zweckzuwendung vom Beschwerten binnen einer Frist von drei Monaten nach erlangter Kenntnis von dem Anfall oder von dem Eintritt der Verpflichtung dem für die Verwaltung der Erbschaftsteuer zuständigen Finanzamt schriftlich anzuzeigen.") Beachte: Da wird die Meldepflicht nur davon abhängig gemacht, ob eine Schenkung - als Vorgang! - der Erbschaftsteuer unterliegt oder nicht; auf den Wert kommt es nicht an. Theoretisch muss auch jedes Weihnachtsgeschenk dem Finanzamt gemeldet werden. Einzige Ausnahme: § 30 Abs. 3 ErbStG.

Wer muss die Schenkungssteuer zahlen?

§ 20 Abs. 1 Satz 1 ErbStG: "Steuerschuldner ist der Erwerber, bei einer Schenkung auch der Schenker, ..."

Antwort
von EnnoBecker, 635

Muss ich (in Deutschland lebend) das auch dem hiesigen Finanzamt melden?

Weiß ich nicht. Der Freibetrag von 20.000 wird ja nicht erreicht. Aber vielleich schenkt sie dir in den nächsten 10 Jahren ja noch mehr.

Wer muss die Schenkungssteuer zahlen?

Der Beschenkte.

Muss ich für die 10.000€ eigentlich auch Einkommenssteuer zahlen?

Nein. Und auch nicht bei der Umsatzsteuer, Mineralölsteuer, Kfz.-Steuer oder Sonstwassteuer.

So doof ist der Gedanke aber nicht: Im USA/CAN-Raum wird eine Erbschaft durchaus als Einkommen besteuert. Warum dann nicht auch eine Schenkung?

Kommentar von vulkanismus ,

Weil Schenkungen nicht zu den sieben Einkunftsarten nach EStG gehören. In den USA wird diese Unterscheidung nicht gemacht - theoretisch gehört es also auch zum Einkommen, wenn Du die berühmte Geldbörse auf der Strasse findest.

Kommentar von EnnoBecker ,

wenn Du die berühmte Geldbörse auf der Strasse findest.

Ich denke mal, auch in den USA ist der Fund einer Geldbörse keine Schenkung und gehört damit nicht zum Capital Gain.

Kommentar von vulkanismus ,

In den USA ist Geldfund Einkommen. Von Schenkung und Kapitalertrag sprichst nur Du.

Kommentar von EnnoBecker ,

Du hast "money market fund" irgendwie falsch verstanden.

Kommentar von vulkanismus ,

Capital Gain = Kapitalertrag money market fund - bisher nicht erwähnt - Hauptwort Geldfund - Tätigkeit Geld finden - wer versteht falsch ?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community