Frage von Sunthorn,

Schadensmeldung bei Unfallversicherung

Meine Mutter ist im Januar ausgerutscht und hat sich den Oberschenkel gebrochen. Die nachfolgende Operation hat sie nicht gut vertragen. Seit der Narkose ist sie geistig sehr verwirrt. Die Ärzte sprechen von Demenz. Sie befindet sich wegen ihrem Zustand zur Zeit in einem Pflegeheim.

Seit kurzem regel ich ihre Angelegenheiten. Bei der Durchsicht ihrer Unterlagen bin ich über eine Unfallversicherung gestolpert. Ich habe jetzt Mitte April den Unfall gemeldet.

Kann die Versicherung aus dem Umstand, das meine Mutter nicht in der Lage war den Unfall zu melden, ihre Leistungen kürzen oder sie ganz verweigern ?

Antwort
von Primus,

Wie Privatier59 schon schreibt - Eine Schadensmeldung hat unverzüglich zu erfolgen.

Allerdings: Mehr Zeit zur Schadensmeldung bei der Versicherung haben Versicherte in der Regel bei Unfallversicherungen. Wenn beispielsweise die Invalidität innerhalb von zwölf Monaten eintritt, muss der Nachweis nach BdV-Angaben innerhalb von 15 Monaten in Form einer ärztlichen Bescheinigung vorliegen. BdV-Berater Köster warnt: „Werden diese Fristen versäumt, verliert der Versicherungsnehmer seine Ansprüche vollständig

Hier kannst Du einiges dazu lesen: http://www.biallo.de/finanzen/Versicherungen/schadensmeldungen-versicherungen-ni...

Kommentar von Sunthorn ,

Gesundheitsschädigungen durch Heilmaßnahmen oder Eingriffe, die der Versicherte an seinem Körper vornimmt oder vornehmen lässt;

Das heißt wohl das man sich nach einem Unfall besser nicht in ärztliche Behandlung begibt. Man könnte ja dadurch den Versicherungsschutz verlieren.

Kommentar von gammoncrack ,

Das würde ja nicht unter den Unfallbestand fallen, aber eine Operation nach einem Unfall ist hiermit nicht gemeint.

Antwort
von Gaenseliesel,

Hallo Sunthorn, aus reinem Interesse von mir, dein Bericht hat mich veranlasst näheres zu evtl. Zusammenhängen zwischen beiden Diagnosen im Netz zu finden.

Siehe da, ich bin auf folgendes gestoßen. Das dort Beschriebene solltest Du dir einmal durchlesen. Es kann tatsächlich nach einer OP zu " Postoperativen Verwirrtheitszuständen " kommen.

weitere Informationen: http://www.bdo-ev.de/front_content.php?idcat=1803&idart=2188

Gruß K.

Kommentar von Sunthorn ,

Ja, wir denken auch das es vor allem das Durchgangssyndrom ist. Es dauert nur auffällig lange.

Kommentar von Gaenseliesel ,

ja, ist schon beängstigend solch ein Zustand nach einer OP !

Vielleicht kannst Du im Netz noch Anregungen bekommen, wie man diese Diagnose positiv beeinflussen kann.

Ich denke, dass gerade die Familie hier eine wichtige Rolle spielt.

Ärzte, Pfleger und Schwestern könnten euch hilfreiche Therapien vorschlagen, die vom Personal aus Zeitgründen nicht ausreichend Anwendung finden und von der Familie dann ergänzt werden.

Alles Gute dann und Du hast ja gelesen, dieses sog. Durchgangssyndrom kann unterschiedlich lange anhalten. Es kommt auf vielerlei Faktoren an. Gruß K.

Antwort
von Privatier59,

Die umgehende Meldung eines Schadensfalles gehört allgemein zu den Obliegenheiten des Versicherungsnehmers. Ich sehe das Hauptproblem in dieser Sache aber darin, dass unterstellt werden könnte, dass die Demenz schon vor der Operation vorhanden und unfallursächlich gewesen war. Dann wäre der Versicherer leistungsfrei, so zumindest lauten die Bedingungen der meisten Unfallversicherungen:

http://www.versicherungsrecht-info.de/Private_Unfallversicherung/private_unfallv...

Kommentar von barmer ,

Naja, Demenz führt in der Regel nicht zu körperlichen Problemen. Von daher muss man das nicht unbedingt hinnehmen.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Sunthorn ,

Es wäre ein leichtes so einen Vorwurf zu entkräften. Meine Mutter war kurz vor dem Unfall bei einem Nervenarzt der diesbezüglich nichts feststellen konnte.

Antwort
von gammoncrack,

Schwieriges Thema. Natürlich gibt es Obliegenheiten im Versicherungsfall, so auch hier die fristgerechte Meldung des Schadens. Andererseits gilt aber auch die Verspätungsklausel "...sofern der Versicherungsnehmer sie (die Verspätung) nicht zu vertreten hat". Das wäre in diesem Fall sicherlich etwas, auf das man sich berufen könnte.

Aber ich mache Dir aus einem ganz anderen Grund wenig Hoffnung. Der Zusammenhang zwischen einer OP, als Folge des Unfalls, und der Demenz wird schwer herzustellen sein, auch wenn es schon entsprechende Ausarbeitungen gibt:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=31216

Bis ein Gericht - und ein Versicherer würde wohl einen solchen Fall durchprozessieren - hier eine Entscheidung trifft, werden wohl Jahre vergehen.

Kommentar von Sunthorn ,

Die "verspätete" Meldung war kein Problem.

Unteranderm Dank des von ihnen zitierten Artikels kam es zu einem aussergerichtlichen Vergleich.

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