Frage von Frank30,

Rückwirkende Berechnung der EinkSt. und UmsSt nach Schätzung

Hallo,

ich möchte meinem Neffen auf die Beine helfen, auf dem schwere Steuerschulden lasten. Folgender Sachverhalt:

Mein Neffe war von Beginn 2000 bis Ende 2001 (genau 2 Jahre) selbstständig tätig mit normaler Gewerbeanmeldung und einem Laden. Er hat für den Großteil der Monate in diesem Zeitraum keine Steuererklärungen machen lassen (fragt mich bitte nicht warum), so dass das FA irgendwann Schätzungen durchgeführt hat und mit den über diesen langen Zeitraum angefallen Säumniszuschlägen etc. eine Summe von mittlerweile knapp 55.000 € zusammengekommen ist.

Frage:

Besteht die Möglichkeit rückwirkende Steuererklärungen für den o.g. Zeitraum abzugeben bzw. würden diese anerkannt werden. Es geht darum die Grundschulden zu verringern, weil das Geschäft besonders im 2. Jahr schlechter lief und der reale Schuldenbetrag deutlich unter dem damals geschätzten Betrag liegen sollte.

Für Antworten bin ich sehr dankbar.

Viele Grüße Frank

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Antwort
von blackleather,

Ja, es können natürlich noch Steuererklärungen abgegeben werden.

Bearbeitet werden die beim Finanzamt auch, aber geänderte Steuerbescheide gibt es nur, wenn die Erklärungen zu einer höheren Steuer als bisher führen (§ 173 Abs. 1 Nr. 1 AO); eine Änderung zum Zwecke einer niedrigeren Steuer hat hingegen in diesem Fall keine Rechtsgrundlage.

Kommentar von Frank30 ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort

Kommentar von EnnoBecker ,

Sehe ich anders. Die Festsetzungsverjährung wird bereits eingetreten sein.

Kommentar von blackleather ,

Bei höherer Steuer denkt das Finanzamt doch immer reflexartig an Steuerhinterziehung und damit verlängerte Verjährungsfrist.

Antwort
von EnnoBecker,

Wenn gegen die Bescheide nicht Einspruch eingelegt wurde und diese Einsprüche nicht noch laufen, dann gibt es keine Chance.

Kommentar von Frank30 ,

Vielen Dank für deine Antwort

Kommentar von EnnoBecker ,

Aber man darf nicht auf halbem Wege stehenbleiben.

Da es die Möglichkeit der Verringerung der Steuerlast nicht gibt, muss man weiterdenken: Gibt es eine Möglichkeit, diese Steuern NICHT zu zahlen?

Hier muss man natürlich die Verhältnisse des Neffen kennen. Zu prüfen wären hier der Erlass, die Stundung (dürfte wohl erfolglos bleiben) oder die Niederschlagung.

Kommentar von Frank30 ,

Weiteres zu meinem Neffen:

Er hat seit der Aufgabe seiner Selbstständigkeit sein Abitur nachgeholt, ein Bachelorstudium abgeschlossen und wird in Kürze seinen Masterabschluss machen, eine Stelle als Berater in einem bekannten Beratungshaus hat er schon so gut wie sicher, d.h. es ist eine Zuversicht gegeben, dass er die Forderungen in Zukunft begleichen könnte, würde man ihm seitens des FA irgendwie entgegenkommen. Was wäre für jemanden in seiner Situation und seinen Zukunftsaussichten am ratsamsten welchen Weg er bei der Verhandlung mit dem FA verfolgen sollte?

Kommentar von EnnoBecker ,

Das ist lieb gemeint, aber hier kann wirklich nur das persönliche Gespräch mit dem Berater weiterhelfen. Oder nicht mal das.

eine Stelle als Berater in einem bekannten Beratungshaus hat er schon so gut wie sicher

Mit der Information wird das Finanzamt jedenfalls nicht niederschlagen.

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