Frage von Blaubeere2016, 164

Rückfrage des Finanzamts zu Bildungskredit?

Hallo zusammen,

ich habe von einer Privatbank einen Bildungskredit zur Förderung während meiner Erstausbildung, also Studium erhalten. Da das Studium teuer war, vor allem die Materialien (Kunststudium) hat das niedrige Bafög (höchstens 230 euro) nicht ausgereicht. Jetzt arbeite ich und zahle den Kredit ab. Die Tilgungsraten kann ich nicht von der Steuer absetzen, aber die Zinsen des Kredits (Kontokorrentkredit, der nach Studium umgebucht wurde). Diese Zinsen habe ich 4 Jahre problemlos absetzen können.

Nach einem Umzug möchte das neue Finanzamt nun (4 Jahre später, ... super) wissen, wozu ich den Bildungskredit eingetlich genutzt habe. Da das, wie schon erwähnt ein Erststudium war und ich den Kredit an sich eh nicht absetzen konnte, habe ich keine Belege usw. einbehalten. Aber ein Bildungskredit fördert doch das gesamte Studium? Sprich ich habe damit das selbe bezahlt, was mein halbes Bafög nicht decken konnte, sprich Miete, Materialien, Verpflegung usw.

Wie soll ich so eine Frage überhaupt richtig beantworten können? Gibt es denn eine Definition was ein Bildungskredit ist und was ich davon bezahlen darf? Die Frage kam mir doch etwas ungewöhnlich vor. Beantworte ich diese eher allgemeint mit "Sicherung und Förderung der Erstausbildung" oder brauchen sie jeden Beleg vom belegten Brötchen bis zum letzten Radiergummi?

Viele Grüße

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Antwort
von LittleArrow, 87

Zunächst ist es unglücklich, den diffusen, bankseitigen Marketingbegriff Bildungsdarlehn gegenüber dem Finanzamt zu verwenden. Dort wäre "Ausbildungsdarlehn" schon mal verständlicher gewesen. Leider lässt Deine Argumentation den Schluss zu, dass Dein Bildungskredit auch für eine Urlaubsreise nach Venedig, Troja oder die Anschaffung eines Fernsehgerätes verwendet wurde.

Ich verstehe auch nicht, warum Du nicht (nur rechnerisch!) das Bafög zum allgemeinen Lebensunterhalt und das Ausbildungsdarlehn für die studienbedingten Aufwendungen verwendet und sauber dokumentiert hast. Diese Ausbildungskosten wären jetzt die Begründung für die Absetzbarkeit Deiner ausbildungsbedingten Darlehnszinsen.

Guck auch mal hier: https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/ausbildung-studium/diese-ausbildungskosten-k...

Wenn Du natürlich die Unterlagen nicht mehr hast, dann schmerzt die mangelnde Abzugsfähigkeit der Zinsen auch nicht so doll.


Kommentar von Blaubeere2016 ,

Schmerzen wird es nicht. Allerdings kann ich die Zinsen rechtlich gesehen absetzen und will mich deswegen informieren. Auch zu meinen Rechten.

Dokumentiert habe ich die Kosten 1. nicht, weil ich sie sowieso nicht absetzen kann, da sie ja aus meinem Erststudium stammen. Bei meinem Zweitstudium wäre ich anders vorgegangen.

2. Wer dokumentiert denn, was er vom Bafög gekauft hat? Schließlich ist das "Darlehen" da um die Lebenserhaltungs- und Ausbildungskosten zu decken. Da bewahre ich nicht jeden Beleg.

Den Weblink kenne ich übrigens.

Kommentar von Blaubeere2016 ,

hier übrigens der Folgelink. https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/ausbildung-studium/bildungskredit-zinsen-sin...

Leider erwähnt die Seite auch nicht, dass man jeden Beleg aus dem Studium aufbewahren muss um nachzuweisen, dass das ein Bildungsdarlehen ist.

Kommentar von LittleArrow ,

Wer dokumentiert denn, was er vom Bafög gekauft hat? Schließlich ist das "Darlehen" da um die Lebenserhaltungs- und Ausbildungskosten zu decken. Da bewahre ich nicht jeden Beleg.

Ohne klare Dokumentation und Anerkennung von ausbildungsbezogenen Verwendungszweck und -höhe können folglich die Zinsen steuerlich nicht anerkannt werden. Das ist nun kein neuer Grundsatz, sondern ist schon seit Jahren so.

Leider fehlen vielen Studenten die Informationen hierüber und es gibt für sie vieles anderes, was wichtiger ist. Eigentlich gehört die steuerliche Thematik schon gleich in eine Einführungsveranstaltung im ersten Semester.

Da Du nun schon seit 4 Jahren Deinen Kredit sicherlich ordentlich getilgt hast, ist die nicht anerkannte Zinsbelastung auch nicht mehr so hoch.

Antwort
von billy, 84

Meiner Auffassung nach verhält sich das „neue Finanzamt“ korrekt. 

Das die Finanzbehörde für Ausgaben die der Steuerpflichtige in seiner Steuererklärung absetzen möchte Belege sehen will erscheint mir auch nicht ungewöhnlich. 

Damit müssen Millionen andere Bürgerinnen und Bürger auch leben. 

Hier geht es auch nicht darum Rückfragen des Finanzamtes „richtig zu beantworten“ sondern wahrheitsgemäß. Wo ist also das Problem ?

Kommentar von Blaubeere2016 ,

Es gibt kein Problem. Es gibt lediglich die Frage: Warum jetzt? Warum nicht gleich? Sowie es wurde vom FA nicht aufgeführt, wie sie die Frage beantwortet haben wollen. Mit 1000 Belegen aus 4 Jahren? Einer vagen Kostenaufstellung? Oder mit einer Bescheinigung von der Bank?

Antwort
von EnnoWarMal, 91

Sie wollen wissen, ob die Zinsen abzugsfähig sind.

Dass sie vier Jahre lang durchgewunken wurden, spiet dabei keine Rolle.

Die Tilgungsraten kann ich nicht von der Steuer absetzen

Natürlich nicht. Die Aufnahme des Darlehens wurde ja auch nicht als Einnahme besteuert, nicht wahr?

Kommentar von HilfeHilfe ,

Warum ist ein Kredit eine Einnahme ??!! Ich würde die größeren Posten deines Studiums glaubhaft zusammenstellen , Miete , Studienkosten, Fahrtkosten etc

Kommentar von Blaubeere2016 ,

Mein Kredit war ja keine Einnahme. Das waren ja Schulden. Die ich im Studium gemacht habe. :)

Zusammenstellen klingt gut, also ohne irgendwelcher Belege?

Kommentar von EnnoWarMal ,

Warum ist ein Kredit eine Einnahme ??!! 

Ich weiß ja nicht, wie das so bei euch ist. Aber die wenigen Male, in denen ich ein Darlehen aufgenommen habe, aber ich entweder Geld bekommen oder woanders Schulden reduziert.

Ich bin echt erstaunt, wie man solch eine Frage stellen kann.

Kommentar von Blaubeere2016 ,

Aus dem Studium ergeben sich Schulden (ein Minus), die durch einen Kredit gedeckt werden (ein Plus dass die Schulden deckt, aber anderswo ein Minus hervorruft).

Wenn du ein Haus kaufst, mit 500 000 Euro hast du ja auch erst Mal Schulden. Erst wenn der Kredit abgezahlt ist, gehört das Haus dir und du hast ein Plus...

Aber darum gehts ja in der Frage nicht.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Wenn du ein Haus kaufst, mit 500 000 Euro hast du ja auch erst Mal Schulden.

Und ein Haus, nicht wahr?

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