Frage von mig25, 101

Rückerstattung von Bearbeitungsgebühren bei vorzeitiger Kredit-Tilgung

Hallo liebe Experten,

auch ich habe eine Frage bzgl. der Rückerstattung von der Bearbeitungsgebühr bei Krediten. Hierzu möchte ich meinen konkreten Fall zuerst erläutern:

Ich habe im Dezember 2009 einen Privatkredit in Höhe von 24.800,00 EUR bei meiner Hausbank aufgenommen. Auf dem Kreditvertrag sind dabei folgende Darlehensdaten aufgeführt:

Nettodarlehnsbetrag: 24.800,00 EUR, Laufzeit: 77 Monate, Zinsen: 10.115,26 EUR, Bearbeitungskosten: 744,00 EUR, Gesamtbetrag: 35.659,26 EUR.

ausgezahlt bekommen habe ich dann die 24.800,00 EUR.

Diesen Privatkredit habe ich dann Ende Mai 2010 (durch einen neuen Kredit) ebenfalls bei meiner Hausbank -durch eine Betragserhöhung- ablösen lassen. Der "neue" Kreditvertrag wurde dann wie folgt ausgewiesen:

Nettodarlehnsbetrag: 32.400,00 EUR, Laufzeit: 84 Monate, Zinsen: 14.963,72 EUR, Bearbeitungskosten: 972,00 EUR, Gesamtbetrag: 48.335,72 EUR.

ausgezahlt bekommen habe ich dann die 32.400,00 EUR, wobei 24.702,84 EUR in die Ablösung des vorangegangenen Kredites geflossen sind.

Seit Anfang diesen Jahres habe ich auch diesen Kredit ablösen lassen, zuzüglich einer Darlehenserhöhung; ebenfalls von meiner Hausbank. Für den neuen (aktuellen) Kredit wurden dann allerdings keine Bearbeitungsgebühren mehr berechnet.

Nun zu meiner Frage:

kann ich die Gesamt-Bearbeitungsgebühren von 1.716,00 EUR von meiner Hausbank gänzlich einfordern? Unschlüssig bin ich deswegen, weil zum einen die Kredite (jeweils durch eine Neufinanzierung) vorzeitig abgelöst wurden und zum anderen die Bearbeitungsgebühren nicht von dem Nettodarlehensbetrag abgezogen, sondern auf den Bruttobetrag (Nettodarlehensbetrag + Zinsen + Bearbeitungsgebühren) angesetzt wurden.

Über eine aussagekräftige Antwort würde ich mich sehr freuen!

Antwort
von gammoncrack, 101

Du hast doch 2 Darlehensverträge auf dem Tisch liegen. Und auf denen steht jeweils, dass Du eine Bearbeitungsgebühr bezahlt hast.

Du musst jetzt jetzt einmal schauen, ob sich die Kontonummer des Kredites geändert hat. Vermutlich ja. Dann forderst Du für jeden einzelnen Vertrag, unbedingt mit Fristsetzung, die Erstattung der jeweiligen Bearbeitunggebühren incl. Verzinsung mit 5%-Punkten über dem jeweiligen Basiszinsatz.

Du musst die Frist so setzen, dass Du noch vor Jahresende, entweder über Anwalt oder Mahnbescheid, die Verjährung hemmst.

Natürlich haben die Anfang dieses Jahres keine Bearbeitungsgebühren mehr verlangt, höchstens eingearbeitet.

Antwort
von MacLean, 86

Du hast 2 Verträge abgeschlossen bei denen du jeweils Gebühren zahlen musstest. Viel Zeit bleibt dir nicht mehr, um es zurück zu erstatten!! Ich empfehle dir einen Rechtsanwalt einzuschalten oder mit www.bankright.de abwickeln. Für einen Musterbrief bleibt dir keine Zeit mehr!

Kommentar von mig25 ,

Vielen Dank für die Antwort, auch wenn diese nur wenig hilfreich gewesen ist. Wichtig ist, dass die Bank die entsprechenden "Musterbriefe" vor dem 31.12.14 erhalten hätte. Einen Musterbrief loszuschicken, dauert genau 30 Minuten. Das ganze per Kuriepost über DHL (oder zumindest per Einschreiben mit Rückschein) an die Bank schicken. Erst wenn die Bank die Annahme verweigert, sollte man einen Anwalt einschalten, bzw die Sache dem Ombudsmann einreichen. -Wenn man den Kurierversand via DHL wählt, dann wird man punktgenau über den Verbleib der Unterlagen informiert. Man sieht also sofort, ob die Bank die Annahme verweigert bzw. sich stur stellt. Selbst dann hätte man in der 1. Dezember Woche noch ausreichend Zeit gehabt, sich an einen Anwalt zu wenden.

In meinem Falle hat alles geklappt. Die Bank hatte mir den Eingang schriftlich bestätigt. Mein Schreiben war vom 25.11.14 und am 1 Woche später hatte die Bank "positiv" geantwortet.

Antwort
von Primus, 69

Sobald es sich um Privatkredite handelt, die nicht zweckgebunden sind (Immobilie) sind die Bearbeitungsgebühren zu erstatten.

Verschiedene Verträge haben, wie gammoncrack schreibt, auch verschiedene Vertragsnummern und Du solltest beide Erstattungen separat beantragen.

Auch wenn Du eine vorzeitige Tilgung vorgenommen hast - die Bearbeitungsgebühren sind und bleiben unrechtmäßig.

Kommentar von LittleArrow ,
Sobald es sich um Privatkredite handelt, die nicht zweckgebunden sind (Immobilie) sind die Bearbeitungsgebühren zu erstatten.

Es geht bei diesem Thema nicht um "Privatkredite", sondern um "Verbraucherdarlehn" und mit denen können und dürfen auch Immobilien (also idR zweckgebunden) finanziert worden sein. Der BGH hat für Verbraucherdarlehn den Anspruch auf Rückerstattung auf zeitunabhängige Bearbeitungsgebühren gebilligt. Dabei gab es keine Ausnahme wegen zweckgebundener Immobilienkredite.

Kommentar von Primus ,

Stimmt, habe ich auch gerade gelesen.

Danke für den Hinweis.

Kommentar von LittleArrow ,

Bitte, gerne.

Antwort
von Privatier59, 43

Bist Du der Enkel von mig112? Dann frag den Opa mal.

So wie ich das sehe, hast Du die Bearbeitungsgebühr in der Tat zweifach in voller Höhe bezahlt und kannst sie zurück fordern.

Kommentar von mig25 ,

Danke erstmal für Deine Antwort! Aber ich bin nicht der Enkel von mig112... Mein Opa lebt leider nicht mehr; ich bin auch älter wie es der Nutzername von mig-"25" aussagt.

Wäre schön, wenn Du Recht hast; wie gesagt: ich habe bedenken, dass durch die vorzeitige Tilgung nur ein Anteil der Bearbeitungsgebühren erstattet wird.

Ich kapier wahrscheinlich den genauen Unterschied zwischen "Nettodarlehnsbetrag" und dem "Gesamtbetrag" nicht....

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