Frage von moppedguy, 21

Risikolebensversicherung: Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach Antragstellung

Guten Tag,

meine Gattin und ich haben eine verbundene Risikolebensversicherung beantragt. Die Versicherung hat den Antrag geprüft und uns bereits die monatliche Versicherungsprämie mitgeteilt. Wir müssen uns nun noch mit den Annahmedingungen einverstanden erklären (Einverständniserklärung).

Leider hat sich nach der Antragstellung der gesundheitliche Zustand meiner Gattin verschlechtern und zu einer Aufnahme in einem Psychiatrischen Krankenhaus geführt. Die Erkrankung lag zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht vor, so dass ich genau genommen nichts verschwiegen haben.

Kann die Lebensversicherung später ihre Leistungspflicht dennoch wirksam verweigern, wenn sie feststellt, dass uns die Erkrankung bekannt war, bevor wir die Einverständiserklärung mit dem Vertrag unterzeichnet haben?

Vorab herzlichen Dank für Eure Unterstützung!

Antwort
von Primus, 18

Das ist eine ganz gefährliche Kiste!

Lies mal:

Wer nach Antragstellung, aber vor Annahme des Lebensversicherungsvertrages erfährt, dass er schwer krank sein könnte, muss diesen Umstand der Risikolebensversicherung nachmelden, weil die Risikolebensversicherung ansonsten einen Grund hat, den Vertrag anzufechten. Das hat das Oberlandesgericht Saarbrücken (AZ: 5 W 310/06-92) entschieden.

In dem Fall wurde bei einem Mann nach der Unterschrift unter die Risikolebensversicherung ein Gehirntumor festgestellt, den er jedoch nicht meldete, obwohl die Risikolebensversicherung noch nicht ausgestellt worden war. Das wurde der Familie zum Verhängnis, denn die Risikolebensversicherung wollte wegen der fehlenden Nachmeldung nicht zahlen und bekam vor Gericht Recht.

http://www.optimal-absichern.de/rente-vorsorge/risikolebensversicherung/gesundhe...

Antwort
von Hanseat, 15

Hallo, da steht garantiert irgendwo im Kleingedruckten dass Änderungen die sich zwischenzeitlich ergeben haben, zu melden sind bzw. Sie müssen unterschreiben dass sich keine derartigen Änderungen ergeben haben. Das Ergebnis ist dasselbe - es ist meldepflichtig.

Antwort
von imager761, 13

Die Erkrankung lag zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht vor, so dass ich genau genommen nichts verschwiegen haben.

"In diesem Fall hat der Versicherer das Recht, den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zu kündigen." § 19 Abs. 3 Satz 2 VVG

Kann die Lebensversicherung später ihre Leistungspflicht dennoch wirksam verweigern

Ja: "Tritt nach Abgabe der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers eine Gefahrerhöhung unabhängig von seinem Willen ein, hat er die Gefahrerhöhung, nachdem er von ihr Kenntnis erlangt hat, dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen." § 23 Abs. 3 VVG.

"In den Fällen einer Gefahrerhöhung nach § 23 Abs. 2 und 3 ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsfall später als einen Monat nach dem Zeitpunkt eintritt, zu dem die Anzeige dem Versicherer hätte zugegangen sein müssen, es sei denn, dem Versicherer war die Gefahrerhöhung zu diesem Zeitpunkt bekannt." § 26 Abs. 2 VVG.

G imager761

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