Frage von guibav, 95

Risikolebensversicherung > durch Wechsel des Versicherungsnehmers über Kreuz versichern

Liebe Community,

meine Partnerin (nicht verheiratet mit mir) hat eine RLV bei der Hannoverschen abgeschlossen. Sie ist in diesem Vertrag die Versicherungsnehmerin und die Versicherte.

Nun möchten wir uns gerne "über Kreuz" versichern. Also sie schließt eine RLV ab, bei der ich der Versicherte bin und ich schließe eine RLV ab, bei der sie die Versicherte ist. Wer das Modell nicht kennt: wenn sie stirbt, dann bekomme ich quasi mein eigenen Vertrag ausgezahlt, in dem ich eingezahlt habe. Dadurch fällt dann keine Erbschaftssteuer an. Andersherum natürlich genauso.

Bei der Hannoverschen ist es möglich, dass wir bei dem laufenden Vertrag eine "Übertragung der Versicherungsnehmer-Eigenschaft" durchführen. Dadurch bleiben also der Vertrag und die guten Konditionen (vor Unisex-Tarifen) erhalten, nur zahle ich dann die Gebühren statt vorher sie. Also genau das, was wir wollten.

Nun zu meiner Frage: sollte es zum Versicherungsfall kommen, wie behandelt das Finanzamt so einen "Fall". Die erste Zeit hat ja meine Freundin in den Vertrag eingezahlt und nicht ich. Wird dann die Erbschaftssteuern doch anteilig für diese Zeit erhoben? Oder gilt einfach der aktuelle Stand, d.h. da ich einzahle und die RLV ausgezahlt bekomme, fallen keine Steuern darauf an.

Ich hoffe das war einigermaßen verständlich? Wer kann mir helfen? Danke!

Grüße guibav

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von karljosef, 95

Da bei einer Risikolebnsversicherung ja nichts angepart wird, spielt es keine Rolle, wer anfangs in den Vertrag eingezahlt hat. Die Gebühren für die Risikolebensversicherung können jährlich von demjenigen in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden, der die Beiträge bezahlt.

Kommentar von Sobeyda ,

Meines Erachtens geht es hier um Erbschaftssteuer, da kommt man im Zweifel nicht so einfach raus.

Und ich dachte immer, wenn ich heute die Beiträge an einer Versicherung geltend machen kann, muss ich (bzw. in diesem Fall die Hinterbliebenen) die Früchte aus diesem Vertrag später versteuern, Stichwort nachgelagerte Versteuerung. Jedenfalls ist es bei meiner Basisrente so.

Kommentar von Niklaus ,

Wenn ein Versicherungsnehmer sein eigenes Geld von der Versicherung bekommt, braucht er dafür keine Erbschaftssteuer zahlen, denn er erbt ja nichts. Ob das aber mit dem VN-Wechsel geht, wie der Fragesteller das plant, weiß ich nicht.

Kommentar von guibav ,

Zumindest laut meinem Kontakt bei der Hannoverschen sollte der VN-Wechsel machbar sein, ohne dass sich vom Vertrag oder den Konditionen etwas ändert. Da die versicherte Person auch gleich bleibt, müssen die Risikobewertungen (Gesundheitsfragen) auch nicht neu durchgeführt werden.

Kommentar von guibav ,

Ok danke. Klingt logisch. Dann werden wir das so machen: laufenden Vertrag umschreiben lassen und dann noch einen weiteren neuen abschließen, damit wir über Kreuz versichert sind.

Kommentar von guibav ,

Habe mich inzwischen mit der Hannoverschen in Verbindung gesetzt. Laut deren Aussagen gilt:

  1. Steuerlich abgesetzt werden können die Jahresbeiträge nur von dem Versicherungsnehmer, wenn er auch gleichzeitig der Beitragszahler ist

  2. Für die Erbschaftssteuer ist es nur wichtig, dass zu dem Zeitpunkt des Versicherungsfalls der Versicherungsnehmer gleich der bezugsberechtigten Person ist. Dann fällt keine Erbschaftssteuer ab. Bei der Hannoverschen sagte man mir, dass es sogar egal ist, wer die Beiträge bezahlt. Also selbst wenn die Eltern bspw. die Beiträge bezahlen, dann fallen keine Erbschaftssteuer an, solange der Versicherungsnehmer das Geld ausgezahlt bekommt.

Antwort
von Niklaus, 69

Wie die steuerliche Seite bei der Umschreibung ist, kann ich nicht sagen. Um ganz sicher zu gehen, würde ich zwei neue Versicherungen nach dem Modelle abschließen. Wobei der richtige Ausdruck für Versicherter die Versicherte Person ist.

Aber Achtung, jede Versicherung hat Gesundheitsfragen. Deshalb die Versicherung vorher abschließen und dann erst die alte Versicherung kündigen. Wichtig auch, durch das Alter, kann es auch zu höheren Beiträgen kommen.

Kommentar von wfwbinder ,

Dann ergänze ich mal den steuerlichen Teil. Es passiert nichts, denn es ist ja eine Risiko-LV, also abgestellt auf den Tag des Todes.

Kommentar von guibav ,

Danke euch beiden.

Neue Versicherung abschließen wollte ich umgehen wenn möglich, da ich der bestehende Vertrag besser Konditionen hat, weil es 2012 ja noch die Unterscheidung Mann/Frau gab und nicht nur Unisex-Tarife.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community