Frage von Angelina91,

Risiko beim Grundstückkauf bei einer frischen Partnerschaft

Hallo, ich hoffe mir kann jemand schnell helfen. Ich mache mir nämlich Sorgen um meine Cousine. Sie ist 22 Jahre jung und hat seit 2 Monaten einen neuen festen Partner, 27 Jahre alt. Die beiden scheinen total glücklich zu sein und wollen nun nach kurzer Zeit ein gemeinsames Haus bauen. Ihr Freund hat einen Kredit aufgenommen und das Grundstück schon bar bezahlt. Nun wollen beide zum Notar und Eigentümer werden. Sie zahlt ihm lediglich einen monatlichen Beitrag zur Unterstützung. Dann wollen beide ein Haus bauen. Nun stellt sich mir die Frage was im schlimmsten Fall bei einer Trennung passieren könnte oder wenn der Partner in Schulden fällt, in wie weit sie als Eigentümerin betroffen ist? Möchte ihr unbedingt davon abraten sich ins Grundbuch eintragen zu lassen, da ich das für keine gute Idee halte. Danke für eure Hilfe

Gruß Angelina

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Angelina91,

Schau mal bitte hier:
Kredit Schulden

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von zahlschein,

Er hat das Grundstück bezahlt und sie soll mit ins Grundbuch. Das ist ja an sich nicht schlecht für sie. Dann kommts noch drauf an, wie das Haus finanziert wird. Soll die Finanzierung auch allein auf ihn laufen und sie steht im Grundbuch, kann ja nicht viel passieren. Sobald sie aber für Verbindlichkeiten mit unterschreibt und nicht im Grundbuch steht, könnts brenzlig werden. Eine Beratung beim Notar macht also Sinn

Antwort
von Sabine1302,

Hallo Angelina,

ich verstehe Deine Sorgen......22 Jahre und seit 2 Monaten zusammen, da kann ich nur vor Schnellschüssen warnen. wir waren ja alle mal 22 und verliebt.....

Ich habe mir Deinen Beitrag genau durchgelesen und da scheint etwas nicht zu stimmen. Eigentlich läuft es so ab, dass man erst zum Notar geht und einen Kaufvertrag schließt und dann bezahlt. Bei Immobilien besteht Notarpflicht....Die Bank vergibt auch nur Darlehen, wenn man Eigentümer ist. Da fängt es an, der eine will das Geld, der andere für den Kredit das Eigentümerrecht. Da das Procedere etwas dauert, geht man über ein Notarkonto, der den Betrag erst an den Verkäufer auszahlt, wenn die Eintragung/Umschreibung im Grundbuch erfolgt ist. Eine Immobilie kauft man nicht wie einen Fernseher....Da geht man nicht hin und drückt dem anderen Bargeld in die Hand.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann, der eine Frau 2 Monate kennt, die Hälfte des Grundstücks ohne Gegenleistung schenkt. Wenn er das tun will, bitte schön...

ABER: Ich gehe davon aus, dass Deine Cousine den Darlehensvertrag mit unterschreiben soll. Der Hausbau muss auch finanziert werden und die Bank alle Eigentümer ins Boot holen will bzw. muss. . Wenn sie den Vertrag mit unterschreibt, dann haftet sie gesamtschulderisch. D.H. wenn die Raten nicht bezahlt werden, kann die Bank das Darlehen kündigen und sich einen von beiden aussuchen, wer bezahlt.....übersetzt: Wenn er nicht will oder kann, hat sie alles allein an der Backe. Sie muss dann zivilrechtlich gegen ihn vorgehen und seinen Anteil einklagen.

Eine Immobilienfinanzierung läuft 20-30 Jahre und basiert, wie eine Ehe, auf Vertrauen. Ich glaube nicht, dass man nach zwei Monaten jemanden so vertrauen kann, dass man ihn in finanzieller hinsicht sein Leben anvertrauen sollte. sie sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie die nächsten Jahrzehnte an ihn "gekettet" ist.

Vorschlag: Ich kenne den Mann und Deine Cousine nicht, aber vielleicht sollte man einmal realistisch die finanziellen Verhältnisse prüfen (und vielleicht das Vorleben) oder einfach warten wie die Beziehung sich entwickelt. Weiterhin würde ich empfehlen, dass du mit Deiner Cousine einen Beratungstermin bei einer Bank oder Notar machst und mit ihr ALLEIN zu einer unabhängigen Beratung gehst. Allein deshalb, weil sie dann ohne Beeinflussung selbst entscheiden und den Fall darlegen kann.

LG Sabine

Antwort
von Franzl0503,

Angelina: Im Falle der Trennung muss Einigkeit über folgende Punkte erzielt werden: 1) Wer zieht aus dem gemeinsamen Haus aus und wer bleibt wohnen? 2) Wer ist bereit und finanziell auch in der Lage, dem anderen den Miteigentumsanteil zu einem realistischen Marktpreis abzukaufen? 3) Stimmt im Falle der Veräußerung die finanzierende Bank der Schuldhaftentlassung des Veräußerers zu oder muss er weiterhin gesamtschuldnerisch haften? 4) Wie sehen im Falle einer einvernehmlichen Veräußerung des Grundstücks die Bedingungen und die Verteilung des Kaufpreises aus?

Kommt es zu Leistungsrückständen, hat die Bank mehrere Befriedigungs-Möglichkeiten: Sie kann aufgrund der persönlichen Haftung der beiden Grundstückseigentümer in deren persönliches Vermögen vollstrecken (Lohn-/Gehaltspfändung, Sachenpfändung usw.) oder sie kann aufgrund der dinglichen Haftung die zwangsweise Versteigerung des Grundstücks bewirken.

Will die junge Frau alle Risiken ausschließen, sollte sie nicht heiraten, zumindest aber für Baukredite ohne Miteigentümerin zu sein jegliche persönliche Haftung ablehnen. Schlimmstenfalls wird sie irgendwann erkennen müssen: Mann weg, Haus weg, Hypothekenschulden nicht weg. Ein Blick in den „Scheidungsratgeber von Frauen für Frauen“ o. ä. kann nicht schaden.

Antwort
von imager761,

Möchte ihr unbedingt davon abraten sich ins Grundbuch eintragen zu lassen, da ich das für keine gute Idee halte.

Das sehe ich ähnlich:

  1. Sie haftet gesamtschuldnerisch, also auch allein und mit privatem Vermögen für Lasten des (bebauten) Grundstücks: Steuern, kommunale Abgaben, Strassenreinigung, Abwasser, Müll, Versicherungen, Schonsteinfeger, Schadensersatzforderungen aus Grundeigentümerhaftung, ...

  2. Und sofern die Eltern ihrem Sohn hier mit unter die Arme greifen, können sie bei der Trennung Rückzahlung der Schenkung gegen die Freundin beanspruchen :-O

  3. Vmtl. wird sich die Bank vor Kreditgewährung auch ihrer Unterschrift als Bürgin oder eingetragener Grundschuld versichern :-)

G imager761

Antwort
von Privatier59,

Alles hat 2 Seiten: Wenn beide Miteigentümer sind, ist gewährleistet, dass auch der beiderseitige Beitrag zur Immobilienfinanzierung seinen Niederschlag in realen Werten findet. Das wäre nicht der Fall, wnn nur einer Eigentümer wäre. Andererseits ist das Risiko nicht zu unterschätzen. Man haftet gesamtschuldnerisch, was bedeutet, man muß für alle Schulden mit dem vollen Betrag eintreten. So manchem Miteigentümer hat das den Weg in die Privatinsolvenz geebnet. Das genau ist das Risiko. Ob man dieses Risiko in so jungem Alter und bei so kurzer Dauer der Partnerschaft eingehen sollte, wage ich zu bezweifeln.

Antwort
von hypothekenteam,

Ein Risiko haben beide. Die Cousine soll ja offenbar Miteigentümerin werden, was ja vernünftig ist, da Sie ebenfalls für den Kredit bezahlen soll. Vermutlich muß sie auch deswegen einsteigen, weil die Bank für den Kredit für Grund + Haus eine zweite Person als Mitdarlehensnehmer haben will. Möglicherweise kann der Freund die Finanzierung mit einem Einkommen nicht stemmen.

Im Fall einer Trennung haben dann beide ein Problem, da die Raten evtl. nicht mehr gezahlt werden können. Das Haus müsste dann also schnell verkauft werden, bevor die Bank Tam-Tam macht. Dazu müsste das Objekt natürlich in einer guten Lage sein, in der ein schneller Verkauf realisierbar ist.

Generell wäre auch mein Ratschlag, daß die beiden erstmal schauen, ob die Partnerschaft auch dann noch klappt, wenn die rosarote Brille mal abgenommen wird. Jedoch ist der Kopf von verliebten oft so mit dem Partner beschäftigt, daß vernünftige Argumente schwer Zugang finden. :) Alexander Solya

Antwort
von billy,

"Geteiltes Leid ist halbes Leid" das gilt auch für gemeinsame Schulden. Ich meine Deine Bedenken sind unbegründet.

Antwort
von Meandor,

Es gibt doch nix besseres, als wenn sie mit im Grundbuch steht. Dann gehört ihr die Hälfte des Grundstücks und somit auch die Hälfte von allem was drauf steht.

Da sie offenbar nicht Kreditnehmer ist und hoffentlich nicht dafür gebürgt hat, kann es ihr doch nicht besser gehen.

Kommentar von Franzl0503 ,

Meandor: Bist du wirklich der Meinung, die finanzierende Bank würde auf die gesamtschuldnerische Haftung der Miteigentümerin verzichten oder gar ihren Grundstücksanteil unbelastet lassen? Bereits den Kaufpreis für das Grundstück musste ihr Partner fremdfinanzieren, so dass vermutlich für die Baukosten kein oder nur wenig Eigengeld vorhanden ist, folglich auch diese fremdfinanziert werden müssen.

Kommentar von imager761 ,

Dann gehört ihr die Hälfte des Grundstücks und somit auch die Hälfte von allem was drauf steht.

Schon, aber sie trüge gesamtschuldnerisch, also auch allein und in voller Höhe, ebenso alle Lasten der Immobilie :-O

Zusätzlich dessen, was die Bank vor Kreditgewährung und damit erst möglichem grundbuchlichem Immobilieneigentum auch ihr abverlangen dürfte: Bürgschaft, Grundbuchsicherungsvermerk, ...

G imager761

Kommentar von Meandor ,

Was die Bank macht oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.

Solange Sie für den Kredit nicht unterschreibt, trägt sie auch keine Lasten daraus. Die gängigen Lasten einer Immobilie sind so langweilige Sache wie Grundsteuer.

Ich hab den Sachverhalt so verstanden, dass bisher alle Kredite rein auf den "Freund" laufen und es nur darum geht, ob die "Frau" sich mit ins Grundbuch eintragen lassen soll. Der alleinige Grundbucheintrag hat keinerlei Nachteile für sie.

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