Frage von Boblon, 40

Riester Vertrag mit 3 Jahren Laufzeit - was ist möglich?

Hallo, wir haben ein Haus gekauft, die Finanzierung läuft in 3 Jahren aus. Danach wollen wir auf jeden Fall zwei Wohnriesterdarlehensverträge abschließen, da hier die Tilgung ja als steuerfreier Sparbeitrag gilt.

Jetzt müssen wir diese 3 Jahre irgendwie überbrücken ohne daß Riesterzulagen verloren gehen und wollen natürlich auch vom steuerfreien Sparen profitieren.

Bisher haben wir keinerlei Riesterverträge abgeschlossen.

Wie geht das jetzt am Sinnigsten? Riesterbausparverträge abschließen und dann nach 3 Jahren das gesamte Kapital inkl. Zulagen übertragen auf den neuen Wohnriester? Oder irgendeinen anderen Vertrag? Kündigen ohne Neuvertrag soll ja eher ungünstig sein. Daher dachten wir ans "Umziehen" des Kapitals. Es soll dabei im alten Vertrag kein Cent mehr zurückbleiben. Wir wollen die jetzt neu abzuschließenden Verträge dann auch nach 3 Jahren nicht weiter behalten, es soll wirklich nur zur Überbrückung sein. Also Kapital zu 100% abziehen, prämienunschädlich natürlich, und die Verträge dann kündigen.

Was wäre da die beste Empfehlung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MadRampage, 32

Das einfachste ist hier wohl ein Riester-Banksparplan, der ist zwar nur niedrig verzinst, dafür oft gebührenfrei. Das heißt, es werden bei guten Riester-Banksparplänen keine direkten Kosten/Gebühren abgezogen und man ist von Anfang an im Plus und kann so einfach & bequem die Zulagen mitnehmen.

Denn man kann & darf ab 01.01.2014 seinen Riestervertrag nun auch zur Entschuldung (Sondertilgungen) oder Umbaumaßnahmen von selbstgenutzen Wohneigentum einsetzten. Ob man dass dann alle zwei-drei Jahre als Sondertilgung einsetzt oder erst am Ende muss man durchrechnen.

Alternativ kann man einen Wohn-Riester auch jetzt schon aubschließen, dass ist nichts anderes als ein Risterfähiger-Bausparvertrag.

Hier noch ein Artikel zu den Neuen Regelungen: http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/wohnfoerd...

Ob, was und wie zu Euch passt, muss man natürlich Konkret berechnen.

Kommentar von Boblon ,

Wohnriester muß kein Bausparvertrag sein, es kann auch ein Darlehen sein.

Wichtig ist uns bei einem jetzt abgeschlossenen Vertrag nur, daß dieser nach 3 Jahren aufgelöst werden kann und zwar so, daß kein Kapital verlorengeht.

Regelmaßige Kapitalentnahme aus einem Vertrag zur Sondertilgung kommt auf lange Sicht nicht in Frage, da die Sparraten dann wie gesagt zusätzlich zur Tilgung aufgebracht werden müssen, das ist uns von der Belastung einfach etwas too much, bei 4200 Euro jährlicher Sparbeträge. Daher soll es am Ende wirklich so aussehen, daß es nur 2 Wohnriesterdarlehen gibt und die davorigen Riesterverträge gekündigt sind.

Ist das bei einem Banksparplan denn problemlos möglich? Vor allem der Wechsel ohne Kapitalverlust.

Kommentar von MadRampage ,

Klar kann der Vertrag "aufgelöst" werden, wobei das eingezahlte Kapital dann in einen andere Riestevertrag übertragen werden sollte um die Förderungen nicht zu verlieren.

Für diesen Anbieter-Wechsel verlangen die Banken zwischen 50 Euro und 150€ einmalige Wechselgebühr (je Vertrag). Da die Zulage je Jahr 154€ beträgt rechnet sich das aber trotzdem

PS: Die 2100€ sind die Maximaleinzahlungen inklusive Förderung (Steuern & Zulage). Netto sind die Belastungen geringer, weil man nur 2100 minus Zulage minu zusätzliche Steuersparnis aufbringen muss.

Kommentar von Boblon ,

Der Anbieterwechsel scheint ziemlich teuer, die Anbieter die ich gefunden habe, wollen auch gleich 150 Euro, hinzu kämen dann wahrscheinlich noch Gebühren beim neuen Anbieter, der für Kapitalentgegennahme Geld will - sowie neue Abschlußgebühren.

Ein von vornherein befristeter Riestervertrag ist wohl nicht möglich?

Kommentar von MadRampage ,

Befristung ist nicht möglich, denn wenn der Riester-Vertrag vor dem 62. Lebensjahr enden würde, wäre es kein förderfähiger Riester-Vertrag. Gefördert wird ja nur eine zusätzliche Riester-Altersvorsorge.

Kommentar von Boblon ,

So habe nun tatsächlich einen Anbieter gefunden, der angeblich kein Geld für einen Wechsel nimmt und auch keine sonstigen Gebühren hat. Den Banksparplan habe ich dann auch gleich online abschließen können, sowas mag ich ja, wenn ich für eine Unterschrift nicht erst stundenlang durch die Gegend juckeln muß ;) Also danke für den Tip, der war wirklich hilfreich!

Antwort
von Kevin1905, 21
da hier die Tilgung ja als steuerfreier Sparbeitrag gilt.

Euch ist schon klar, dass euch die Steuer nicht erlassen wird sondern die fiktive Rente gemäß Wohnförderkonto am Ende der Einkommensteuer unterliegt, sofern ihr nicht einmalig abfindet?

Kommentar von Boblon ,

Ja sicher ist das klar. Aber da der Steuersatz später im Alter deutlich geringer ausfällt als jetzt, da das Einkommen deutlich geringer ist, stellt das für uns kein Problem dar.

Antwort
von Niklaus, 21

Ich verstehe das Vorhaben nicht. Wozu braucht ihr Wohnriester, wenn die Finanzierung ausläuft in drei Jahren?? Wohnriester ist = Riesterbaussparvertrag oder gefördertes Baudarlehen, dass wird aber nicht mehr benötigt, da die Finanzierung schon in drei Jahren ausläuft.

Die steuerliche Seite ist eher ein Grund gegen Wohnriester.


Bei dem Wunsch bauen zu wollen, empfiehlt sich wirklich Wohnriester (geförderter Bausparvertrag mit Recht auf gefördertes Bauspardarlehen). Denn hier gehen später auch die Zulagen direkt in die Tilgung ein. Man hat also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zulagen und schneller Tilgung. Am besten bei einer Baussparkasse, bei der dies als Sondertilgung funktioniert. Um die volle Zulage von 154 EUR p.a. zu erhalten, muss man 4 % Gesamtbeitrag p.a. vom letztjährigen Jahresbruttogehalt zahlen.

Achtung: Ein Wohnriestervertrag kann nur ein Baustein der Gesamtfinanzierung sein, weil nämlich die Darlehenssumme nicht ausreichend ist.

Besteuerung im Rentenalter

Die Bausparkasse muss ein (fiktives) Wohnförderkonto erstellen, auf dem die geförderten Eigenleistungen und Förderbeträge gebucht werden (zurzeit max. also 2.100,- EUR p. a.) und mit 2% p.a. verzinst werden.

Damit baut sich über die Dauer des Wohn - Riestervertrags ein (fiktiver) finanzieller Vorteil für den Immobilienbesitzer auf. Auf diesen Vorteil hat der Immobilienbesitzer Steuern zu entrichten und zwar wird dieser fiktive Vorteil im Jahr der Einlösung (i. d. Regel Renteneintritt wegen Alters) dem zu versteuerndem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem (Erste Abweichung zur Kapitalsteuer / Abgeltungssteuer) persönlichen Steuersatz versteuert.

Hierbei hat der Steuerschuldner nochmals eine Wahlmöglichkeit:

  1. Sofortige Zahlung der Steuerschuld. Dann wird das zu versteuernde Einkommen um 30% reduziert und nur daraus eine Steuerschuld errechnet (kann sich u. U. auf den Steuersatz auswirken).

  2. Das Einkommen wird vom Jahr der Fälligkeit bis zum 85. Lebensjahr zu gleichen Teilen dem jeweiligen Jahreseinkommen zugerechnet.

Beispiel A: Alter 65 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- EUR zu versteuerndes Einkommen. Bis zum 85 Lj. = 20 Jahre = 3.000,- EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.

Beispiel B: Alter 67 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- ? zu versteuerndes Einkommen. Bis zum 85 Lj. = 18 Jahre = 3.333,34 EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.

Beispiel C: Alter 60 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- zu versteuerndes Einkommen. Kunde will Einmalzahlung 60.000 EUR - 30% = 42.000,- EUR werden in diesem Jahr dem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Kommentar von Boblon ,

Na sicher wird der Wohnriester in 3 Jahren noch benötigt, für die Anschlußfinanzierung. Wir haben das Haus erst vor 2 Jahren gekauft. Ein Bauspardarlehen wollen wir nicht: VIEL zu teuer mit Zinsen um 3%. Wir wollen auch nicht 7 Jahre warten bis wir endlich das Geld zur Tilgung verwenden können. Das sind 7 Jahre in denen das Ersparte nutzlos herumliegt.

Wieso kann ein Wohnriestervertrag nur ein Baustein sein? Ich kann doch einen Wohnriestervertrag (Darlehen) über 150.000 Euro abschließen - also 100% des benötigten Betrags. Inwiefern ist die Darlehenssumme nicht ausreichend? Verstehe ich nicht.

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