Frage von HansWerner500, 162

Riester Nettotarif / Beratungshonorar steuerlich absetzen

Hallo zusammen,

soweit ich weiß können Beratungshonorare für einen Riester Nettotarif (d.h. ohne Abschluss- und Vertriebskosten da abgedeckt über Honorar) von der Steuer abgesetzt werden. Jetzt frage ich mich nur wo genau werden diese Kosten angesetzt - bei den normalen Werbungskosten? Hintergrund meiner Frage ist folgender Sachverhalt: Ich habe momentan kaum Werbungskosten die ich ansetzen kann. Das heißt für mich gilt fast immer der Pauschbetrag von EUR 1,000. Wenn ich nun ein Honorar von beispielsweise EUR 750 bezahle, bringt mir das aus steuerlicher Sicht nicht viel. Es sei denn das Honorar kann an anderer Stelle (vielleicht Sonderausgaben?) angesetzt werden, so dass es sich sofort zu 100% auswirkt. Vielen Dank für eure Hinweise!

Viele Grüße HW

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Antwort
von Kevin1905, 157

Werbungskosten dürften es keine sein, denn Werbungskosten entstehen zur Erhaltung einer Überschusseinkunftsart und das ist hier einfach nicht der Fall.

Kommentar von HansWerner500 ,

Hi Kevin,

also irgendwie muss es auf jeden Fall gehen. Dies geht aus dem BMF-Schreiben vom 16.10.1997 (zuletzt bestätigt am 9. April 2013) hervor. Siehe hier: http://www.vb-jani.de/BMF_2.pdf Das gilt zumindest ganz klar für Honorare für Riester Versicherungen (da kein vollständiges Kapitalwahlrecht vorliegt).

Es geht mir mehr darum, ob es hier eine Sonderregelung beim Ansatz gibt oder ob es zu den klassischen Werbungskosten zählt, bei denen ich wie beschrieben momentan sowieso nicht über den Pauschbetrag komme.

Kommentar von vulkanismus ,

Was soll das Honorar mit Deinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zu tun haben?

Kommentar von HansWerner500 ,

Bitte kurz das verlinkte Rundschreiben lesen oder kurz googeln. Es geht auf jeden Fall, darum ging es mir auch nicht. Die allgemeine Frage wurde auch hier im Forum schon mehrmals beantwortet mit dem Ergebnis, dass es absetzbar ist (siehe hier: http://www.finanzfrage.net/frage/honorarberatung-fuer-berufsunfaehigkeitsversich...). Es geht hier um zukünftige Einkünfte. Wie gesagt steht relativ kurz und einfach erklärt im Rundschreiben. Daher interessiert mich, ob jemand weiß wo man die Kosten genau ansetzt und ob es ggf eine Sonderregelung gibt außerhalb des Pauschbetrags.

Kommentar von vulkanismus ,

Bitte kurz lesen, was ich geschrieben habe.

Es geht hier ganz einfach um Werbungskosten. Und die musst Du der jeweiligen Einkunftsart zuordnen.

Also worauf zielt Dein Vertrag?

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich hab es mal aufgelöst.

Antwort
von Underfrange, 92

Honorarberatung bzw. Versicherungsberatung und Rentenberatung kann steuerlich absetzbar sein. Dies geht aus dem BMF-Schreiben vom 16.10.1997 als Verwaltungsanweisungen betreffend der Einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Beratungs-, Prozess- und ähnlichen Kosten im Zusammenhang mit Rentenansprüchen, dessen Aktualität zuletzt wieder im BMF-Schreiben vom 9. April 2013 bestätigt wurde.

Demnach sind Aufwendungen dann als Werbungskosten absetzbar, wenn Sie wirtschaftlich mit der Erzielung von Einkünften in Zusammenhang stehen. Dabei dürfen die Aufwendungen nicht der Kapitalbildung dienen. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn die Beratung sich auf eine Lebensversicherung mit Kapitalwahlrecht oder Kündigungsrecht bezieht.

Die Beratungen zu folgenden Versicherungen sind hingegen regelmäßig als Werbungskosten absetzbar, da sie lediglich ein Risiko absichern und eine Vermögensbildung ausgeschlossen werden kann:

private Rentenversicherung, Rürup
Erwerbs- & Berufsunfähigkeitsversicherung
Unfallversicherung
betrieblicher Altersversorgung
eventuell andere Versicherungen



Einkommensteuerrechtliche Behandlung von Beratungs-, Prozeß- und ähnlichen Kosten im Zusammenhang mit Rentenansprüchen

BMF-Schreiben vom 16. Oktober 1997 — lV B 5 — S 2255 — 286/97 ll —

Es ist gefragt werden, ob Rechtsberatungs- und Prozeßkosten, an Versicherungsberater gezahlte Honorare und ähnliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung

oder aus privaten Rentenversicherungen sowie aus der betrieblichen Altersversorgung stehen, als Werbungskosten abzuziehen sind. Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird dazu wie folgt Stellung genommen:

Ein Abzug von Aufwendungen als Werbungskostennach 5 9 Abs. 1 EStG setzt stets voraus, daß die Aufwendungen wirtschaftlich mit der Erzielung von Einkünften in Zusammenhang stehen; es muß ausgeschlossen sein, daß sie der Vermögensbildung dienen.

Unter dieser Voraussetzung sind die bezeichneten Aufwendungen als Werbungskosten anzuerkennen, gleichgültig, ob sie während des Bezugs der Rentenleistungen oder schon vorher erwachsen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, zu der die Einkünfte aus den betreffenden Leistungen gehören, und zwar Aufwendungen im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung auch dann, wenn sie während einer rentenversicherungspflichtigen Tätigkeit erwachsen.

Die Voraussetzung eines wirtschaftlichen Zusammenhangs mit der Erzielung von Einkünften ist bei Aufwendungen im Zusammenhang, mit Ansprüchen aus einer privaten Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht oder Kündigungsrecht — deren Ausübung der späteren Erzielung von Einkünften entgegenstehen würde — nicht gegeben. Bei privaten Rentenversicherungen, die ausschließlich ein Risiko absichern, wie auch Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, ist stets vom Vorliegen dieser Voraussetzung auszugehen, weil eine Vermögensbildung ausgeschlossen ist.

Der Abzug ist ggf. in voller Höhe möglich. Dies gilt auch, wenn die Rentenleistungen nur teilweise zur Einkommensteuer herangezogen werden (BFH-Urteile vom 23. Januar 1991, BStBI 1991 ll S. 898,899, und vom — 21 .- Juli 1981, BS’IBI 1982 ll S. 41, 43). Stehen die Aufwendungen jedoch außer mit Rentenansprüchen auch mit anderen Ansprüchen (z. B. auf Leistungen aus einer Krankenversicherung) im Zusammenhang, so dienen sie insoweit nicht der Erzielung von Einkünften, sondern der Lebensführung (§ 12 Nr. 1 EStG). In solchen Fällen können die Aufwendungen nur anteilig als Werbungskosten abgezogen werden.

(Quelle: Bundessteuerblatt 1997, Teil I, Seite 126)
Kommentar von HansWerner500 ,

Danke für die Antwort, auf dieses Rundschreiben hatte ich mich auch bezogen. Ich lese daraus, dass es zu den normalen Werbungskosten gehört d.h. wenn ich inkl. Honorar unter dem Pauschbetrag liege bringt es mir nicht sonderlich viel richtig? Oder gibt es hierbei eine Ausnahme die ich übersehen habe?

Antwort
von nicolasstelter, 131

Beratungshonorare sind vorweggenommene Werbungskosten und können daher als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Wenn die Summe den Pauschbetrag von 1000 € nicht übersteigt, bringt das nicht viel.

Sonderausgaben sind Aufwendungen, wenn sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten. Also fällt diese Möglichkeit wohl weg, da Beratungshonorare Werbungskosten sind.

Hier nochmal zum nachlesen, welche Beratungshonorare abgesetzt werden können. http://www.stelter-finanzberatung.de/honorarberatung-steuerlich-absetzbar/

Bei Riester-Renten kann die Kapitalbildung meistens nicht ausgeschlossen werde. Ich halte daher die Absetzbarkeit von Beratungshonoraren für Riester-Renten für problematisch. Allerdings ist das BMF-Schreiben zu den Beratungshonoraren vor der Einführung der Riester-Rente veröffentlicht worden. Ich kenne leider keine hilfreiche Rechtsprechung.

Kommentar von EnnoBecker ,
Wenn die Summe den Pauschbetrag von 1000 € nicht übersteigt, bringt das nicht viel.

Wer Pauschbetrag ist 102 Euro, nicht 1.000.

Kommentar von nicolasstelter ,

Richtig, danke!

Antwort
von EnnoBecker, 72

Der Werbungskostenpauschbetrag ist nicht 1.000 Euro, sondern 102 Euro.

Von daher dürften sich 750 Euro Honorar durchaus auswirken.

Kommentar von HansWerner500 ,

Hallo EnnoBecker,

also reden wir hier nicht über die Arbeitnehmerpauschale, denn diese beträgt ja EUR 1000? Kann man diese Aufwendungen tatsächlichen bei den Versorgungsbezügen ansetzen? Hier gilt ja der Pauschbetrag von EUR 102. Vielen Dank!

Kommentar von EnnoBecker ,

also reden wir hier nicht über die Arbeitnehmerpauschale

Natürlich nicht. Es soll ja eine Rente werden und kein Arbeitslohn, oder?

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