Rentenfonds oder Aktienfonds?
Guten Tag,
ich will meine Geldanlagen ein bisschen diversifizieren und habe an Rentenfonds oder Aktienfonds gedacht. Es ist doch so, dass Rentenfonds in verschiedene Staatsanleihen investieren. Sehe ich das richtig? Damit kann man im Moment wahrscheinlich keine besonders hohe Rendite erzielen, oder? Bedeutet das, dass Aktienfonds die bessere Wahl sind? So würde ich das jedenfalls als Laie einschätzen. Liege ich damit richtig?
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Rentenfonds investieren in Staats- und Unternehmensanleihen. Für diese Anleihen gilt - je besser die Bonität des Schuldners, desto geringer der Zins.Für Staatsanleihen guter Emittenten (z.B. Deutschland) gibts wenig Zinsen, für "Schrottpapiere" aus Zypern oder 3-Welt-Ländern hingegen Mega-Zinssätze (bei entsprechendem Ausfallrisiko).
Unternehmensanleihen werden meist deutlich besser verzinst (für die Unternehmen eine günstigere Form der Fremdkapitalbeschaffung) als Staatsanleihen, der Fondsmanager wählt also eine entsprechende Mischung aus beidem. Eine Riesen-Rendite kannst du also nicht erwarten - dennoch sollte man die Kondition von Tagesgeldkonten toppen können.
Aktienfonds bieten viel mehr Chancen, aber eben auch enorme Risiken. Wird auch eher als risikobereit eingestuft - mehr Renditechance auf jeden Fall!
Ich würde beides empfehlen - jedoch den Aktienfonds eher als Sparplan und nicht als Einmalanlage.
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Generell bedeutet eine höhere Rendite, daß man auch ein höheres Risiko eingeht. Man muss also eine solide Risikogewichtung im Portfolio erreichen, um letztendlich für den Gesamtportfolio nur ein begrenztes Risiko einzugehen. Interessant sind daher
die langfristig durchschnittlich zu erwartende Rendite
die zu erwartende Volatilität dieser Anlageklasse
Damit kommen wir zu den Fonds:
(Offene) Immobilienfonds: haben, wenn sie nicht gerade durch Bewertungsverfall von Immobilien oder einen generellen Vertrauensverlust in Immobilienfonds geplagt sind, eigentlich einen robusten und recht konstanten Ertrag von ca. 2-4% p.a. Die Volatilität ist sehr gering.
Rentenfonds: können in Staats- und Unternehmensanleihen verschiedener Bonitäten und Währungen investieren. 10-jährige Staatsanleihen guter Bonität liegen unter 2% p.a., d.h. lohnen sich nach Inflation und Steuern nicht wenig. Daher wird man im High-Yield-Bereich und bei Unternehmensanleihen einen Rentenfonds suchen. Dieser diversifiziert idealerweise auch über Währungen hinweg, d.h. Du hast damit noch eine Absicherung gegen eine Abwertung des EUR. Renditen liegen im Mittel bei vielleicht 2-7% p.a. Bedenke jedoch, daß Kurse von Anleihen fallen, wenn Zinsen steigen.
Aktienfonds: diese sind volatiler, da sie mit der Konjunktur und auch spezifischen Effekten auf und ab gehen. Man erwartet, daß die Aktienkurse die Ertragslage von Unternehmen wiedergeben, d.h. das Investment ist i.a. langfristig inflationssicher. Im kurzfristigen Bereich kann es deutliche Schwankungen geben. Die langfristig mittlere Rendite liegt bei 6-10% p.a. Aktienfonds investieren nach Regionen, Branchen oder Themen. Man muss darauf achten, daß der Portfolio hinreichend diversifiziert ist und nicht einen übermäßigen Schwerpunkt in einem Land, einer Branche oder einem Thema aufweist.
Rohstofffonds: sehr volatil und nicht unbedingt als langfristige Anlage geeignet. Die Rendite kann bei über 10% p.a. liegen, jedoch auch in Rezessionsjahren deutlich ins Negative gehen. Volatilität: hoch.
Mischfonds oder Multi-Assetfonds: diese mischen die genannten Asset-Klassen, meist sind es Renten und Aktien. Dadurch reduziert sich die Volatilität und die Rendite kann stabiler gehalten werden. Je nach Schwerpunkt kann es dennoch zu deutlichen Schwankungen kommen.
Die Anlage in Fonds erfolgt langfristig idealerweise über einen Sparplan, d.h. wenn der Kurs fällt, kaufst Du etwas mehr Anteile, wenn der Kurs steigt, etwas weniger. Der Betrag bleibt gleich. Das "Cost Averaging" hilft dann, einen gemittelten Einstandskurs zu erreichen, so daß bei langfristigem Aufwärtstrend unter dem Strich ein Plus erscheint.
Langfristige Untersuchungen zeigen, daß ein gemischter Portfolio von Aktien und Anleihen eine bessere Performance zeigt als ein reiner Aktien- oder ein reiner Rentenportfolio. Daher würde empfehlen, daß Du Dir einen Sparplan auf einen robusten Mischfonds einrichtest. Hast Du eine größere Sparrate vor, monatlich anzulegen, so kann das auch z.B. zu 20-30% in einen globalen Aktienfonds und mit dem Rest in einen Mischfonds gehen. Mindestsparplansummen liegen bei 25 EUR (comdirect, FFB) bzw. 50 EUR (ING-Diba). Achte bei Sparplänen auf die Kosten pro Ausführung.
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Der Antwort von Gandalf94305 ist fast nichts mehr hinzu zu fügen. Super erklärt.
Das Einzige: Lass die Finger von gemanagten Fonds; nutze Indexfonds (ETF).
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