Frage von Angelika56,

Rente wegen voller Erwerbsminderung ...

Hallo,

ich muss mich wohl mal etwas schlau machen, da mein Bruder (47) eventuell eine "Rente wegen voller Erwerbsminderung" bekommen wird.

Im Web habe ich schon viel gelesen - wird aber immer schwieriger um so mehr man liest.

Laut der letzten Renteninformation der RV: - heutige Rente wegen voller EM: 825 EUR - Rentenanwartschaft jetziger Stand: 590 EUR - Schätzung zukünftige Rente: 1.300 EUR

Wie würde es weitergehen mit dem Geld? Bis 60 / 63 / 67 ... also der Regelaltersrente. Abzüge, Zuschüsse etc.

Kann man noch Versicherungen abschließen?

Danke i. V.

Antwort
von hubkon,

Hallo Angelika56,

Sie schreiben:

Rente wegen voller Erwerbsminderung ...<

Antwort:

Mit aktuell 47 Jahren ist Ihr Bruder nach dem sehr wichtigen Stichtag 1.1.1961 geboren und hat somit keinerlei Anspruch auf Vertrauensschutz bei Berufsunfähigkeit!

Bis zu seinem regulären Renteneintrittsalter (67) besteht also noch eine zeitliche Hürde von ca. 20 Jahren! (2013 + 20 = im Jahr 2033)

Die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente wird allerdings ab 2012 stufenweise angehoben. Ab 2024 wird eine abschlagsfreie Rente wegen Erwerbsminderung erst mit 65 Jahren beginnen können. Wer jünger ist, muss dann Abschläge in Höhe von bis zu 10,8 Prozent in Kauf nehmen.

Siehe hierzu bitte auch weiter unten!

Das heißt unter anderem

Um eine volle Erwerbsminderungsrente bewilligt zu bekommen, müßen glasklare medizinische Nachweise in Form von aktuellen, aussagefähigen Arztberichten vorliegen.

Aus diesen Nachweisen muß zweifelsfrei ersichtlich sein, daß die noch verbliebene Restleistungsfähigkeit auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag innerhalb einer 5-Tage-Woche, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt abgesunken ist!

Diesen Nachweis in der Praxis zu erbringen, ist für Betroffene meist eine sehr große Herausforderung!

Der Knackpunkt ist die Formulierung "leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt!"

Siehe z.B. bitte unter folgendem Link:

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_240ANL2

Es muß also zweifelsfrei nachgewiesen werden, daß selbst deratige (leichte) Tätigkeiten und solche wie Pförtner, Museumswärter, Nachtportier auf Dauer und nur noch unter 3 Stunden pro Arbeitstag ausgeübt werden können.

Wie würde es weitergehen mit dem Geld? Bis 60 / 63 / 67 ... also der Regelaltersrente. Abzüge, Zuschüsse etc.<

Antwort:

Siehe unter anderem bitte unter folgendem Link:

google>>deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/Allgemeines/FAQ/Rente/erwerbsminderung/00faqliste_erwerbsminderung.html

Auszug:

Ich habe gehört, dass es bei der Erwerbsminderungsrente auch eine Rentenabschlagsregelung gibt. Stimmt das?

Wird die Rente wegen Erwerbsminderung vor Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen, führt das zu den gleichen Abschlägen wie bei der Rente mit 60 bei Schwerbehinderung. Die Abschläge betragen 0,3 Prozent für jeden Monat, den man vor Vollendung des 63. Lebensjahres in Rente geht; begrenzt allerdings auf maximal 10,8 Prozent. Diese Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente wird allerdings ab 2012 stufenweise angehoben. Ab 2024 wird eine abschlagsfreie Rente wegen Erwerbsminderung erst mit 65 Jahren beginnen können. Wer jünger ist, muss dann Abschläge in Höhe von bis zu 10,8 Prozent in Kauf nehmen.

Die Zurechnungszeit wurde dafür aber auf das 60. Lebensjahr ausgeweitet. Die Zurechnungszeit stellt den Versicherten bei vorzeitiger Leistungsminderung so, als hätte er bis zu seinem 60. Lebensjahr Beiträge gezahlt. Die Verlängerung der Zurechnungszeit bewirkt, dass die Verminderung der Rente durch die Rentenabschläge auf maximal rund drei Prozent sinken kann.

Kann man noch Versicherungen abschließen?<

Antwort:

Sobald gesundheitliche Einschränkungen vorliegen, ist der Abschluß privater BUZV- und -Pflegeversicherungen nahezu ausgeschlossen!

Fazit:

Bevor überhaupt ein Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente angedacht wird, sollten unbedingt wichtige Hausaufgaben abgearbeitet werden!

Hierzu gehört sowohl der rechtzeitige Abschluß einer Rechtsschutzversicherung (Wartezeit vor Antragsbeginn mindestens 3 Monate) und die Mitgliedschaft im VDK oder in einem anderen Sozialverband mit Sozialrechtsschutz bereits außergerichtlich.

Siehe hierzu auch google>>erwerbsminderungsrente.biz und die Videoanleitungen auf Youtube unter dem Stichwort "Erwerbsminderungsrente beantragen-Hausaufgaben!"

Unter folgendem Link der DRV finden Sie weitere, nützliche Hinweise:

google>>deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/56111/erwerbsminderungsrentedasnetzfueralle_faelle.pdf

Da auch der Bund der Versicherten und die Verbraucherschutzverbände dazu raten, grundsätzlich einen kompetenten Rechtsbeistand hinzuziehen, sollte diesem Punkt Rechnung getragen werden, denn ein Antragsverfahren ist kein Spaziergang.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von Rentenfrau,

Hallo Angelika, die Rente wegen Erwerbsminderung wäre ein gutes Stück höher als der jetzige Rentenstand, weil im Fall der Erwerbsminderung die Rente hochgerechnet wird, es wird so gerechnet als hätte Dein Bruder bis zum 60. Lebensjahr gearbeitet, diese Zeit wird dem Durchschnitt seiner Rentenbeiträge bewertet. Wenn er nun ein paar Jahre später den EM-Rentenantrag stellt, tut sich da in der Rentenhöhe nicht viel, es sei denn, er würde die nächsten Jahre viel besser verdienen als jetzt. Wenn er versicherungspflichtig beschäftigt ist, kann er eine Riesterrente abschließen, hier würde ich mich von Bank und/oder Versicherung beraten lassen.

Kommentar von alfalfa ,

D.H. Nur eine Frage. Wie soll das gehen: versicherungspflichtige Beschäftigung und volle Erwerbsminderungsrente? Ich denke, das beißt sich ein wenig..

Antwort
von Anna61,

Sollte ihr Bruder eine unbefristete volle Erwerbsminderungsrente erhalten - was nur noch sehr selten erteilt wird - dann gilt diese bis zum Eintritt in die Altersrente. Also wohl bis er 67 ist. Anfangs werden die Renten aber zu weit über 90% erstmals nur befristet. Falls sie überhaupt gewährt werden.

Bei einer Erwerbsminderungsrente vor dem 60 Lebensjahr hat man dauerhaft Abschläge von 10,8% . Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge werden auch noch abgezogen.

Ich würde einen Termin bei einer Rentenberatungsstelle ausmachen und mich dort beraten lassen. Sie kennen die Zahlen sehr genau.

Die Pflege-Bahr kann man noch abschliessen, aber sie tritt ja nicht bei der Erwerbsunfähigkeit in Kraft sondern erst im Pflegefall.

ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.

LG Anna

Antwort
von alfalfa,

Hier auf der Seite der deutschen Rentenversicherung recht gut erklärt, auch mit passender Informationsbroschüre:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/...

Zum Thema Versicherungen dürfte es wohl zu spät sein, den brennende Häuser werden nicht versichert. Also alle Versicherungen,, die Gesundheitsfragen voraussetzen , sind nicht mehr möglich.

Einzige Ausnahme: Pflege Bahr.

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