Frage von Mirelle86, 27

Rente kürzen wegen SV Beiträge?

Hallöle

Meine Mutter bekommt seit diesen Monat Rente. Obwohl sie 30 Jahre gearbeitet und 5 Kinder hat bekommt sie nur 550 €

Heute kommt ein Brief zur Anhörung das sie mtl. 200 € Kürzung bekommen wird, weil noch von Juli - November 2005 SV Beiträge offen wären insgesamt ca. 1700 €

Die Fragen:

  1. Müsste sie nicht mehr Rente bekommen?

  2. Ist die Forderung nicht verjährt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rentenfrau, 14

Hallo Mireille86, die Rentenhöhe hängt nicht nur von den Beitragsjahren, sondern auch ganz entscheidende von der Höhe der gezahlten Rentenbeiträge ab, und je mehr man verdient, desto mehr zahlt man in die Rentenversicherung ein. Die 5 Kindererziehungsjahr bringen Deiner Mama so ca. 140 Euro mtl. Rente ein, die anderen 410 Euro sind aus den Beschäftigungszeiten, ich nehme an, daß Deine Mutter nur Teilzeit gearbeitet, bzw. schlecht verdient hat, daher wohl die niedrige Rentenhöhe. Aber vielleicht wirds bald mehr, die CDU plant ja die Mütterrente zu erhöhen, dann bekäme sie -nach den jetzigen Plänen- 140 Euro im Monat dazu. Die Forderung von 1700 Euro (da hat sie wohl mal einen Minijobber beschäftigt, aber die nötigen Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt), ist wohl noch nicht verjährt, sonst hätte sie die Deutsche Rentenversicherung nicht erhoben. Normalerweise verjähren Sozialversicherungsbeiträge in 4 Jahren, doch die RentenV wird die Verjährung gehemmt haben. Wenn Deine Mutter meint, daß sie keine Sozialversicherungsbeiträge schuldig ist, kann sie das in der Anhörung darlegen, dann schaut die Rentenversicherung nochmal den Vorgang genau an.

Antwort
von wfwbinder, 12
  1. Man kann den Rentenbescheid prüfen lassen. Die Ausgaben für einen Rentenberater sind auch steuerlich abzugsfähig, wenn man über steuerpflichtiges Einkommen verfügt.

  2. Die Höhe der Rente bestimmt sich nicht nur nach 30 Jahren Arbeit und 5 Kindern, sondern zu einem großen Teil danach, wie die Einkünfte in dieser Zeit im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen waren.

  3. sollen die 200,- Euro dienen um die 1.700,- auszugleichen, also 8,5 Monate und dann ist es erledigt, oder soll die Rente um 200,- Euro geringer ausfallen, weil 1.700,- Euro zu geringe Beiträge gezahlt wurden. Das könnte ich mir nicht vorstellen.

  4. SV Beiträge, oder Rentenbeiträge die Rückständig sind. Irgendwie erscheint es mir unwahrscheinlich in dieser Form.

Kommentar von Mirelle86 ,

folgendes steht drauf:

"die Deutsche Rentenversicherung Westf. wurde nach § 52 des Ersten Buches des Sozialversicherungsbuchs ermächtigt, eien Verrechnung vorzunehmen wegen der von Ihnen geschuldeten Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung, ggf. einshcließlich der dazugehörenden Nebenforderungen (Säumniszuschläge).

Forderungsberechtigter Leistungsträger /Beitragseinzugsstelle: Minijobzentrale Knappschaft Bahn See

Eingang des Ermächtigungsschreiben 18.11.2011

Höhe der Forderung 1.0772,23 €"

dann steht :

"Derzeit einzubehaltender Beitrag für den forderungsberechtigten Leistungsträger: 200,00 €

Verbleibender Rentenbetrag: 354,78 €"

Was sollte ich jetzt tun? Zum Anwalt?

Wo kann ich denn die Rente neu berechnen lassen?

Vielen Dank im Voraus

Kommentar von wfwbinder ,

Also, zwei Punkte.

  1. Die höhe der Rente. Das kann ich eben nach den Angaben 30 Jahre gearbeitet udn 5 Kindern nicht beurteilen. Mit dem Rentenbescheid zur nächsten Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung gehen und erstmal erklären lassen.

  2. Die Rente wird nicht gekürzt. Ihre Mutter hat ganz einfach Schulden bei der Minijobzentrale für Leute, die sie mal beschäftigt hat. Die Rente wird sozusagen gepfändet/verrechnet. Es stellt sich also die Frage, welche Einkünfte hat die Mutter sonst noch (von 354,78 kann sie noch weniger Leben als von 554,78, aber auch davon eben nicht).

  3. Die Pfändung ist in den §§ 51 ff des SGB I geregelt. nach § 54, abs. 4 können die Ansprüche, hier die Rente, wie Arbeitseinkommen gepfländet werden. Also ist die Pfändung nur machbar, wenn die Mutter andere Einkünfte hat. Sollte dabei die Pfändungsfreigrenze unterschritten werden, ist es m. E. unzulässig.

Kommentar von Mirelle86 ,

Ja beim schreiben ist mir das aufgefallen das es aufgrund von früherer Mitarbeiter ist.

Darf ich Sie noch etwas Fragen?

  1. Meine Mutter hat keine weiteren Einkünfte also wäre doch hier ne Pfändung nicht gültig, da dies unter der Pfändungsfreigrenze liegt oder?

  2. Das reicht ihr ja nicht zum leben, hat man da Anrecht auf Hilfe durch das Amt bzw. ne Unterstützung.

Ich danke Ihnen jetzt schon für die Mühe die Sie sich gemacht haben und danke Ihnen vielmals.

Kommentar von wfwbinder ,

Ja, da kommt vermutlich Grundsicherung nach SGB XII zum Tragen. Da kann man beim Sozialamt den Antrag stellen. Also zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen.

Dort gibt es auch meistens eine stelle, die den Rentenbescheid prüft, bzw. das würden die dort schon machen um selbst weniger zahlen zu müssen.

Kommentar von Mirelle86 ,

Vielen Dank

Antwort
von Lissa, 8

Hast du den Brief zur Anhörung genau gelesen?

Da steht ja nicht nur drin, dass die Rente gekürzt werden soll, sondern auch, dass das nur passiert, wenn deine Mutter sich nicht dazu äußert.

Sollte sie durch die Kürzung grundsicherungsbedürftig werden, darf die Rente nicht unter den Grundsicherungsbedarf gekürzt werden.

Deshalb sollte sie mit ihren Unterlagen zum Sozialamt gehen und sich eine Bescheinigung ausstellen lassen, wie viel Geld sie zum Leben braucht und diese an die Rentenversicherung schicken.

1) Die Höhe ihrer Rente richtet sich nicht nur nach den Arbeitsjahren, sondern auch danach, wie viel sie im Vergleich zum Durchschnitt aller Versicherten da verdient hat.

Sie sollte deshalb die Anlage 2 des Rentenbescheides- den Versicherungsverlauf- überprüfen und nachsehen, ob alle Zeiten enthalten sind und die richtigen Gehaltshöhen berücksichtigt wurden.

2) So schnell verjähren diese Forderungen nicht.

Kommentar von wfwbinder ,

Merci

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