Frage von dj600stoxx, 15

Rendite LV

Hallo finanzfrage community, je nachdem, wann man eine LV abgeschlossen hat, gelten verschiedene Garantiezinssätze. Aber es ist natürlich falsch anzunehmen, dass die gesamten Einzahlungen voll verzinst werden, vielmehr gehen vorher Verwaltungs- und Risikokosten ab. Die Abschlussgebühr fällt sogar unmittelbar an.

Wenn man nun über die gesamte Dauer eine bestimmte Summe eingezahlt hat, dann ist es möglich die reale Verzinsung zu errechnen (die dann natürlich unterhalb des Garantiezinses liegen wird) sobald man weiß, wie hoch die Ablaufleistung ist.

Und genau hier setzt meine Frage an: Welche Differenz zwischen Garantiezins und realem Prozentsatz (reale Verzinsung wie oben beschrieben) ist denn sehr gut | gut | vernünftig | durchschnittlich | eher schlecht | ganz schlecht | geradezu unerträglich schlecht?

Danke für Eure Antworten VG dj600stoxx

Antwort
von Kevin1905, 11

Deine Fragestellung geht von zwei Prämissen aus die nicht immer zutreffend sind.

  1. Der Garantiezins heißt eigentlich Höchstrechnungszins. Die realen Überschüsse in klassischen Anlagen liegen bei den meisten Versicherern z.Zt. ca. bei 3,5 - 4%, also weit über den Höchstrechnungszinsen der letzten Jahre. Die tatsächlichen Überschüsse und Schlussüberschussanteile müssen bei einer Renditeberechnung einbezogen werden, nicht der Höchstrechnungszins.
  2. Ist die Anlage fondsgebunden so fällt das Thema komplett weg. Entscheidend ist hier auf der Haben-Seite nur die Fonds-Performance und ob Garantien (die Geld kosten) eingebaut sind oder nicht.

Daher würde ich deine Frage dementsprechend umformulieren und dazu ergänzen:

  • Was wurde mit dem Abschluss des Vertrages primär bezweckt?

Bei einer Kapitalbildenden Lebensversicherung ist der Risikokostenanteil immer höher und damit die Rendite geringer als bei einer Rentenversicherung mit gleichen Bruttobeitrag und Laufzeit.

Ebenso hat nicht jeder Versicherer die exakt gleichen Sterbetafeln und exakt gleiches Portfolio an Risikokunden und Verwaltungskosten. Diese beiden Töpfe sind nicht durch die Bank weg konstant am Markt und Überschüsse entstehen auch durch nicht benötigte Risiko- und Verwaltungskosten.

Auch denke ich, dass die Frage nicht abschließend beantwortet werden kann, da bei Verfügung auch steuerliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen können. Ebenso muss man, wenn man über das Thema Realrendite spricht auch über Inflation reden.

Bezieht man dies alles ein hat die Gleichung mittlerweile soviele dutzend Variablen, dass es schwer ist ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen.

Kommentar von dj600stoxx ,

Ja, Kevin1905, das ist genau das Problem "Bezieht man dies alles ein hat die Gleichung mittlerweile soviele dutzend Variablen, dass es schwer ist ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen". Ich steh' hier vor einem schwarzen Loch. Danke für Dein Feedback

Antwort
von kostolany, 12

vergiss den Garantiezins. Das ist ein Anhaltspunkt - mehr nicht. Der Garantiezins ist ein Gummizins, denn er bezieht sich lediglich auf den Ertragsteil der geleisteten Prämien. Der wird aber nicht explizit ausgewiesen. Was nutzt es also zu wissen, dass ich x% Zinsen auf eine unbekannte Größe y erhalte. Genau - überhaupt nichts! Die einzig verlässliche und nachrechenbare Kennzahl ist die Beitragsrendite. Zu jedem Stichtag einer Wertmitteilung, die du ja mindestens einmal jährlich von deiner Versicherung erhälst, kennst du die Höhe deiner bisher geleisteten Zahlungen sowie den genauen Rückkaufswert inkl. Überschuss und Bewertungsreservenanteil. Daraus lässt sich nicht nur die Rendite mathematisch exakt berechnen, sondern es ergibt sich über die Jahre der Verlauf einer Renditekurve, die in der Regel exponentiell verläuft und mit statistischen Methoden für die Folgejahre sogar hochgerechnet werden kann. Zu Fuß bzw. mit Taschenrechner oder Excel ist das ein hoffnungsloses Unterfangen. Seit ein paar Jahren verwende ich persönlich die Software KLV-Check dazu, die das für wenig Geld perfekt erledigt. Der direkte Vergleich der Beitragsrendite mit anderen Anlageformen ist natürlich, wie Niklaus zu recht bemerkt, nicht ganz möglich. Hier müsste man die Kosten für den Risikoanteil herausrechnen. Auf der anderen Seite muss die Ablaufleistung von Altverträgen vor 2005 unter bestimmten Bedingungen überhaupt nicht versteuert werden. Auch zum Vergleich von Kapitallebensversicherungen untereinander gilt es mehr zu berücksichtigen als die reine Rendite-Kennziffer, z.B. Geschlecht, Eintrittsalter, Raucher/Nichtraucher und Garantiezins.

Antwort
von althaus, 8

Daß die Garantieverzinsung von 1,75% unattraktiv ist, das brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Es kommt noch dazu, daß 1,75% nicht das Mindeste ist das Du bekommst. Es kommen noch Abschlußgebühr und Verwaltungsgebühr davon ab, daher ist die Garantieverzisnung eine Augenwischerei. Die Verzinsung liegt derzeit auf das** eingezahlte Kapital, das dem Vertrag gutgeschrieben wird** bei ca. 3,6%. Die Rendite liegt aber darunter, da das gutgeschriebene Kapital geringer ist als das eingezahlte Kapital. Wenn ich letzdendlich eine Rendite über 3% erwirtschafte, bin ich zufrieden. Mit weniger sollte man sich nicht zufrieden geben, denn dafür gibt es attraktivere Kapitalanlagen, jedoch mit höherem Risiko.

Kommentar von dj600stoxx ,

Hallo althaus, danke für die Info und sorry wenn ich nochmal nachfrage. Angenommen man hat einen Vertrag mit dieser "Pseudo-Garantieverzinsung" von 2.75% (nach 2003 und vor 2006 abgeschlossen) und die reale Verzinsung (Auszahlungsbetrag vs. Einzahlungsbetrag) beträgt 2.1%: Ist das nun sehr gut | gut | vernünftig | durchschnittlich | eher schlecht | ganz schlecht | geradezu unerträglich schlecht?

VG dj600stoxx

Kommentar von althaus ,

Unter reale Verzinsung versteh ich was anderes: Nominale Verzinsung minus Infaltion = reale Verzisnung. Wenn sie positiv ist dann ist das schon gut. Eine reale Verzisnung über 1,5% ist schon sehr gut. D.h. Inflation plus 1,5%.

Kommentar von dj600stoxx ,

Guter Punkt, hatte ich noch gar nicht in Betracht gezogen, danke für den Hinweis

Kommentar von Niklaus ,

Sorry aber das ist natürlich eine falsche Rechnung. denn du vergisst, dass der Todesfallschutz Geld kostet.

Antwort
von Niklaus, 8

Ich kenne keine Lebensversicherung die bei Laufzeitende weniger Rendite als die des Höchstrechnungszinses erreicht hat. Der map-Report beweist das mit allen Laufzeiten.

Kommentar von dj600stoxx ,

Danke Niklaus, dann hoffe ich 'mal noch...

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