Frage von dynamoss, 8

Regulierung von Derivatehandel im europäischen Raum/ Realwirtschaft

Hallo,

vielleicht könnt ihr mir ja aus dem Stand ein wenig weiterhelfen. ;)

Inwieweit wurden/ werden Unternehmen aus der Realwirtschaft in ihrem Derivatehandel (vor allem Swaps, Optionen, Futures) reguliert? Welche Vorschriften gibt es?

An welche Gesetzte muss sich beispielsweise BMW halten, wenn sie sich gegen Währungsrisiken absichern wollen?

Mir fällt da spontan der International Accounting Standard 39 (IAS 39) und die European Market Infrastructure Regulation (EMIR) ein.

Antwort
von LittleArrow, 3

BMW wird dabei bestimmt keine Probleme haben.

Problematischer wird es für mittelständische Betriebe, da auch diese zeitnahe Meldungen über eingegangene Derivatgeschäfte (auch solche zur Absicherung von Währungs- und Rohstoffgeschäften, also nicht etwa nur spekulative Geschäfte!) an die ESMA liefern müssen. Du hast richtigerweise EMIR erwähnt.

Der Abschlussprüfer wird im Testat die Ordnungsmäßigkeit der Abwicklung beurteilen und bewerten müssen.

Kommentar von LittleArrow ,

Hierzu möchte ich noch einige Links zum Nachlesen zu EMIR angeben:

www.haspa.de/Haspa/Firmenkunden/AngeboteFuerFirmenkunden/Aktuelles/EMIR/EMIR.htm... mit weiterführenden Links, z. B. zu BaFin.

w ww.pwc.de/de/rechnungslegung/eu-verordnung-emir_risiken-mit-derivaten-abzusichern-wird-fuer-unternehmen-teurer.jhtml

und natürlich auch bei Wikipedia!

Kommentar von dynamoss ,

Nach meiner Recherche gab es andererseits vor EMIR für Unternehmen der Realwirtschaft so gut wie gar keine Auflagen/ Regulierungen.

Oder sehe ich das falsch?

An sich konnte doch jedes Unternehmen nach Lust und Laune mit Derivaten handeln (vorausgesetzt die Bank war dazu bereit - Einschätzung Insolvenz, Zahlungsunfähigkeit etc. berücksichtigt). Weiß jemand, wie der Handel mit Derivaten für ein nicht kapitalmarktorientiertes Unternehmen genau abläuft. Kann eine GmbH (ohne Genussrechte) einfach seine Bank ansprechen und entsprechend Zinsswaps etc. abschließen? Wie einfach oder schwer stellt sich ein solcher Abschluss dar?

Es gab ja verschiedene Fälle wo Unternehmen sich eigentlich absichern wollten, das Derivat bzw. das Risiko aber nicht verstanden haben.

Auf den ersten Blick wird sich daran auch durch Emir erstmal nichts ändern.

Kommentar von LittleArrow ,

Es kam vor EMIR-Einführung bei den Derivaten (z. B. Options- oder Termingeschäfte auf Devisen und Rohstoffe mit realwirtschaftlichem Hintergrund) auf die Kreditwürdigkeit des Realunternehmens an. Dieser Aspekt wurde bei der Geschäfts-Antragstellung bankmäßig bearbeitet und bei Bedarf das Unternehmen genauestens beraten. Hier wurden jetzt die Meldepflichten durch EMIR eingeführt!

Du magst aber eine besondere Art von Derivaten meinen, die Du leider nicht genau beschreibst, z. B. "step-ladder-swaps". Darüber sind übrigens auch Kommunen gestolpert und manche Bank hat vor Gericht verloren. Aber derartige Geschäfte waren auch eher nicht realitätsbezogen, sondern sehr spekulativ.

Die Geschäftsführung sollte hierzu jetzt ihre Hausbank und ihren WP befragen und um Beratung bitten.

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