Frage von Phil1728,

Regionalklasse bei der Kfz-Versicherung

Warum dürfen Versicherer für unterschiedliche Regionalklassen vergeben. Man kann das doch nicht verallgemeinern. So nach dem Motto: alle Autofahrer in Bundesland XY fahren wie die Wilden, da ist ein höheres Risiko. Was ist die Grundlage für diese Regionalklassen? Wenn ich ein unfallfreier Fahrer bin dann sollte ich doch nicht dafür zahlen, dass viele meiner Nachbarn nicht Autofahren können.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gammoncrack,

Das ist ja reine Statistik, nicht mehr und nicht weniger. Inzwischen hinterlegen die Versicherer zusätzlich zur Zuordnung über das amtliche Kennzeichen auch die Postleitzahl. Es wird also noch feiner differenziert.

Wenn Du unfallfrei fährst, wirkt sich das ja über Deinen SFR aus. Der Bezug zur Regionalklasse ist hier gar nicht gegeben. Außerdem, von der Kfz-Haftplficht einmal abgesehen, liegen bei der Regionalklassenfestlegung in der Kaskoversicherung auch andere Daten zu Grunde. Hier ist der Einluss von Elementarereignissen auch entsprechend hoch. Dein unfallfreies Fahren nützt hier nicht viel, wenn Du in einer Gegend wohnst, in dem es erheblicher häufiger hagelt. Das beeinflussst Du natürlich nicht, außer es hagelt nachts und stehst in einer Garage oder unter einem Carport.

In der Kfz-Haftplficht spielen andere Sachen rein. In der Stadt eine höhere Schadenfrequenz, auf dem Land eine entsprechend geringere, dafür ab häufiger größere Schäden auffgrund der höheren Durchschnittgeschwindigkeit. Es ist einfach ein jährlich neu festgelegter Wert, wobei sich der größte Teil der Regionalklassen nicht verändert.

Noch eine kleine Anmerkung; Wenn jemand in Deinem Gebiet einen 8 Mio. Euro Schaden verursacht, hat das keinen Einfluss auf die Entwicklung der Regionalklasse. Ein solcher Schaden wird in der statistischen Ermittlung gekappt, genau so, wie ein Kleinschaden von 500.- Euro als zufällig klein betrachtet wird.

Genau so könntest Du argumentieren: "Ich fahre ja immer unfallfrei und will nichts bezahlen".

Wenn doch ein Schaden passiert, und bei einem Personenschaden kann der Aufwand auch mal mehrere MIllionen Euro betragen, wirst Du nur so weit zurückgestuft, wie bei einem 2.000.- Euro Schaden Das nennt sich eben Versichertengemeinschaft. Einer für alle, alle für einen!

Mich wundert, dass Du die Frage nur zur Regionalklasse gestellt hast. Bei der Typklasse ist das doch eigentlich genau so.

Du fährst einen neu gekauften, 10 Jahre alten Golf GTI und zahlt über die Typklasse auch mehr, weil sich aufgrund des Fahrzeugalters die Zusammensetzung der Fahrer von alt nach jung geändert hat. Die Typklasse geht als bei diesem Beispielauto im Verlaufe der Zeit nach oben, obwohl sich bei Dir überhaupt nichts geändert hat. Das halte ich übrigens für weniger richtig, als die Regionalklassenfestlegung.

Antwort
von Primus,

Hier ein Auszug aus www.autobild.de : Wie teuer die Kfz-Versicherung ist, hängt unter anderem davon ab, in welcher Regionalklasse der Zulassungsort bei den Versicherungen eingestuft ist.

Je niedriger die Regionalklasse, desto günstiger die Versicherung.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat Mitte August die neue Regionalstatistik für 2013 herausgegeben.

Zwar ändert sich für die Mehrheit der Autofahrer nichts.

Doch immerhin rund 30 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge werden laut GDV umgestuft.

autobild.de hat die Regionalklassen der vierzig größten Städte Deutschlands miteinander verglichen.

In der Bildergalerie oben sehen Sie, welche Städte sich verbessert oder verschlechtert haben und wo die Haftpflichtversicherung insgesamt am teuersten ist.

Sollten Sie Ihre Region unter den vierzig Städten nicht finden, können Sie diese auf der Internetseite des GDV abfragen

Antwort
von SBerater,

wie willst du denn nach deiner Sicht der Dinge das Problem lösen? Denkt man deine Äusserungen zu Ende, müsste jede Art Versicherung für dich tabu sein, denn wieso solltest gerade du oder ein anderer Dritter für die Schäden der anderen eintreten, als Gesunder für die Kranken zahlen etc.

Auch wenn du die Regionalklassen wegnimmst, kommst du letztendlich auf 1 Region: das Bundesgebiet. Und auch hier kannst du die Frage stellen: wieso zahle ich für die Nachbarn?

Vor langer Zeit gab es diese Regionalklassen in der bekannten Form nicht. Dann haben sich die aufgeregt, die in ländl. Regionen lebten und für die Diebstähle und Unfälle in Ballungsräumen zahlten.

Die Regionalklassen schaffen eine höhere Gerechtigkeit. Wer in einer Region lebt, in der mehr gestohlen wird, dessen TK wird höher sein. Wer in einer Region lebt mit vielen teuren Autos und vielen Unfällen, wird generell mehr zahlen.

Antwort
von traderjoes,

Nur ein Beispiele für die Relevanz der Regionalklassen:

Verkehrsdichte in der Region, Anzahl zugelassener Fahrzeuge, Witterung, Zustand der Straßen, Diebstahlhäufigkeit (für Teilkasko),

Es geht also nicht darum, dass in der Region xy alle fahren "wie die Wilden", sondern schlicht um das statistische Risiko des Versicherers.

Antwort
von alphabet,

Hallo,

die Regionalklassen sind nicht an Bundesländer fest gemacht, sondern an die Zulassungskreise. Hieraus ergibt sich ein Herunterbrechen auf einen örtlichen Zulassungsraum, welcher genügend differenziert ist.

Gruß alphabet

Antwort
von FREDL2,

Das hat nix mit Bundesländern zu tun, sondern mit Landkreisen. Je mehr Unfälle bei einem bestimmten Kennzeichen vorkommen, desto höher die Regionalklasse.

Fahr mal in den Landkreis Freyung-Grafenau (FRG, Bayern). Wenn Du wider Erwarten heil nach Hause kommen solltest, wirst Du trotzdem wissen, weswegen die dort die höchste Einstufung haben.

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