Frage von schwedex, 1.185

Rechtslage Grundstück anderer Eigentümer als Immobilie

Ich bin mit meiner Frau seit 7 Monaten verheiratet. Jetzt ist bei uns die Planung eines Neubaus. Dazu würde mein Vater MIR ein Grundstück überschreiben. Somit stehe ich dort alleine als Eigentümer drin. Das Haus das wir bauen wollen wir aber gemeinsam Finanzieren und auch gemeinsam als Eigentümer eingetragen sein. Nun die frage, was muss da beim Notar speziell geregelt werden? Wie sind die Auswirkungen bei einer möglichen Scheidung? Ist es dann so dass das Grundstück mir alleine Gehört und somit auch das Haus das drauf steht, obwohl bei dem Haus wir beide eingetragen sind? Wenn dies so wäre würde ja meine Frau im Fall einer Scheidung ohne nix da stehen und das wollen wir ja auch nicht.

Ich weiss jetzt nicht so richtig was da die richtige Lösung ist…

Vielen Dank für Eure Hilfe!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo schwedex,

Schau mal bitte hier:
Immobilien scheidung

Antwort
von schwedex, 1.177

also die beste variante wäre wenn mein vater mit dies schenkt da dann keine schenkungssteuern anfallen und ich dann meiner frau die hälfte per schenkung übertrage, dann fallen auch keine schenkungssteuern an. in dem fall würden dann halt zwei mal notarkosten anfallen oder!?

Kommentar von wfwbinder ,

Genau so ist es.

zweimal Notarkosten, aber keine Schenkungssteuer.

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Antwort
von schwedex, 1.033

klar, meine Frau fühlt sich dann natürlich nicht richtig Wohl wenn sie nirgends mit eingetragen ist, da fühlt man sich ja irgendwie "nur" als Mitbewohner, aber nicht als Hausbesitzer... Sowieso wenn sie genau weiss dass im Falle einer Scheidung ihr nichts zusteht...

Kann mein Vater das Grundstück auch uns beiden überschreiben? Bzw. ist es eine Lösung wenn wir das Grundstück uns beiden eintragen lassen und dann untereinander (ohne Notar oder Anwalt) Schriftlich festhalten wer welches Vermögen eingebracht hat und dies gegenseitig unterschreiben!? Im Scheidungsfall hätte man eine Schriftliche Unterlage die von beiden Seiten unterschrieben wurden.

Kommentar von wfwbinder ,

DEin Vater kann jedem von Euch die Hälfte schenken.

Das ist von den Notarkosten billiger, als würde er erst Dir das Grundstück schenken und Du dann Deiner Frau.

Aber da stellt sich die Frage nach dem Wert des Grundstücks. Der Schwiegertochter kann man steuerfrei nur 20.000,- Euro schenken. Wenn das Grundstück also 60.000,- wert ist, würde für die Schenkung der Häfte an die Schwiegertochter 3.000,- Schenkungssteuer anfallen. Da wäre dann der Umweg über den Sohn billiger.

Aber beachten. Nach der Schenkung an die Frau ist das Grundstück nicht mehr im eigenen Anfangsvermögen für den Fall der Scheidung.

Antwort
von wfwbinder, 866
  1. Alles was mit einem Grundstück fest verbunden ist, gehört dem, dem das Grundstück gehört.

  2. Was man während der Ehe geschenkt bekommt, oder erbt, gehört im Fall der Scheidung zum Anfangsvermögen.

  3. Also, wenn Ihr beim Anfang der Ehe beide 0,- hattet, und Du das Grundstück (wert Beispiel 50.000,-) von den Eltern bekommst, steigt Dein Anfangsvermögen auf 50.000,-

  4. Wenn ihr darauf ein Haus baut, dann gehört das im Falle der Scheidung zum Zugewinn (Wert des Hauses minus Belastung).

  5. Würdet ihr am Grundbuch nichts ändern, wäre das Haus im Falle der Scheidung Dein Haus (wie die ganze zeit) und Du müßtest 50 % vom Zugewinn an Deine Frau auszahlen.

  6. Würdest Du Deine Frau im Grundbuch mit eintragen, müßtet ihr Euch im Fall der Scheidung einigen wer das Haus bekommen soll und den anderen auszahlt, oder ihr müßtet als Grundstücksgemeinschaft verbunden bleiben.

Kommentar von MadRampage ,

DH: kurz & knackig, aber alles drin

Antwort
von MadRampage, 719

Grundstück und Gebäude bilden eine Einheit. Eine Trennung ist nicht möglich, denn es gibt nur ein Grundbucheintrag und vorallem: Schon mal ein fertiges, komlettes Haus ohne Grundstück gesehen?

Aber keine Panik: wenn eindeutig ist, dass nur einer (also Du) das Grundstück geschenkt oder geerbt bekommen hast, dann wird es beim Versorgungsausgleich als Anfangsvermögen betrachtet. Auch wenn die Schenkung bzw. das Erbe während der Ehe erfolgt.

Jedoch ist die Frage was bei einer Scheidung passiert damit noch nicht geklärt, daher haltet zusätzlich schriftlich fest, der Notar berät dazu gerne:

  • Im Falle einer Trennung/Scheidung verpflichtet sich Parter A auszuziehen
  • Parter B muss am Tag des Auszug den Partern A auszahlen um alleinig dort wohnen bleiben zu dürfen, Partner A "verkauft" damit seinen Anteil an Partner B der damit alleiniger Eigentümer wird

ABER: Was ist wenn partner B nicht zahlen kann? Und/oder die Bank Partner B nicht aus dem Darlehensvertrag lässt? Auch dazu mal den Notar fragen. Es ist möglich dass Partner A seinen Anteil behält und diesen an Partner B vermietet ...

Kommentar von barmer ,

Eine Trennung von Grundstück und Gebäude gibts oft: bei Erbpacht. Insofern wäre auch eine Teilung des Hauses bei Scheidung kein unüberwindliches Problem.

Ein Auszug ist nicht gleichbedeutend mit Verkauf, z.B wäre ein Wohnrecht im ganzen Haus als Unterhalt denkbar.

Antwort
von Privatier59, 624

Unten stellst Du die Frage, ob DEIN Vater das Grundstück Euch beiden übereignen könnte. Zivilrechtlich wäre das kein Problem. Das dicke Ende aber kommt dann steuerlich: Bei Dir beträgt der Freibetrag bei der Schenkungsteuer 400.000 Euro, bei Deiner Frau 20.000 Euro. Sinnvoller wäre da, wenn Du den Hälfteanteil an Deine Frau überträgst. Dann nämlich geht das auf Deinen Freibetrag und der beträgt 500.000 Euro.

Antwort
von barmer, 510

Hallo,

eine Trennung von Grundstück und Gebäude gibts oft: bei Erbpacht. Insofern wäre auch eine Teilung des Hauses bei Scheidung kein unüberwindliches Problem.

Aber dafür gibts Notare !

Viel Glück

Antwort
von freelance, 579
Das Haus das wir bauen wollen wir aber gemeinsam Finanzieren und auch gemeinsam als Eigentümer eingetragen sein

du kannst ein Haus nicht gemeinsam eintragen. Im Grundbuch gibt es dazu keine Trennung. Eine Trennung von Grund und Haus gibt es nicht. Wenn nur du drin stehst, dann gehört alles dir, was auf dem Grundstück gebaut wird.

Lösung: du kannst deine Frau ins Grundbuch mit eintragen mit dem Anteil, der den Wertigkeiten von Haus und Grund entspricht.

Alternative: du stehst weiterhin alleine im Grundbuch, im Falle der Scheidung ist das Haus deines und du zahlst die Frau aus, wie es dem Zugewinn und der Finanzierung entspricht.

Die Schenkung wird deinem Anfangsvermögen angerechnet, die Finanzierung hälftig euch beiden.

Antwort
von billy, 478

Geht zu einem Notar und lasst es Euch erklären.

Antwort
von EnnoBecker, 475

"Überschreiben" kann man Oberflächen mit einem Schreibgerät.

Grundstücke kann man verschenken, vererben oder verkaufen. Wenn dein Vater dir ein Grundstück schenkt/verkauft, dann gehört es dir und nicht deiner Frau.

Du müsstest die Hälfte des Grundstücks schon an deine Frau verschenken/verkaufen (hm...oder das ganze Haus vererben).

Das interessante dabei ist, dass auf diesem Wege weder Grunderwerbsteuer noch Schenkungsteuer anfallen, zumindest wenn wir hier nicht von verschenkten Werten sprechen, die zusammen mit den letzten 10 Jahren 400.000 Euro überschritten hätten.

Der Vater könnte auch deiner Frau das halbe Haus schenken/verkaufen - allerdings fällt dann im Fall der Schenkung Schenkungsteuer an, weil der Freibetrag nur 20.000 Euro beträgt.

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