Frage von mLohnsteuer, 30

Rechnung schon im Gründerjahr als umsatzsteuerbefreit ausweisen?

Hallo, ich befinde mich im 1. Existenz-Gründer-Jahr und habe nun meine ersten Rechnungen (Jan. bis März) versandt. Nun behauptet ein Kunde, es fehlt der Vermerk, dass ich als Kleinstunternehmer lt. § 19 umsatzsteuerbefreit bin. Ich war der Meinung, dass ich das erst nach Ablauf des 1. Jahres sagen kann, ob die steuerbefreiung greift und weniger als 17.500 EUR Umsatz erwirtschaftet wurden. Oder muss ich das wirklich am Anfang schon ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kevin1905, 30

Nun behauptet ein Kunde, es fehlt der Vermerk, dass ich als Kleinstunternehmer lt. § 19 umsatzsteuerbefreit bin.

  1. Ist dies keine Befreiung sondern eine Nicht-Erhebung
  2. Gibt es keine Rechtspflicht dies aufzudrucken, es erspart dir nur dumme Fragen wie jene, die du gerade schilderst. Formale Anforderungen an eine Rechnung siehe § 14 UStG.

Ich war der Meinung, dass ich das erst nach Ablauf des 1. Jahres sagen kann, ob die steuerbefreiung greift und weniger als 17.500 EUR Umsatz erwirtschaftet wurden.

Die 17.500,- € beziehen sich immer auf den voraussichtlichen Umsatz. Eine Änderung würde sich dann für das neue Geschäftsjahr ergeben (2016).

Antwort
von wfwbinder, 22

DEin Kunde hat recht, oder Du einen Fehler gemacht.

Was für einen Umsatz erwartest Du? was ist Deine Schätzung? Nehmen wir an, Du erwartest 1.000,- Euro im Monat. Dann sit die Schätzung bei 12 * 1.000,- = 12.000,- also weniger als 17.500,-. Dann bist Du Kleinunternehmer und schreibst die Rechnungen ohne Umsatzsteuer. Vermerk: "Keine Umsatzsteuer gem. § 19 UStG"

Oder Du erwartest 1.500,- im Monat. 12 * 1.500,- = 18.000,-, also mehr als 17.500,- und Du wärst kein Kleinunternehmer und musst Umsatzsteuer berechnen.

Was Du erwartest , weisst nur Du.

Wenn Du dann im Januar 2016 deine einnahmen 2015 addierst und merkst, es waren weniger als 17.500,-, dann bist Du auch 2016 Kleinunternehmer.

Zähst Du zusammen und merkst, "oh, es waren in 2015 18.100,- Euro Einnahmen," dann bist Du ab 2016 kein Kleinunternehmer mehr.

Aber an der Umsatzsteuer 2015 ändert sich absolut nichts. 

Übrigen, nur der Ordnung halber, Deine Umsätze sind nicht umsatzsteuerfrei, sondern die Umsatzsteuer wird nicht erhoben. Zwar für Dich im praktischen Leben kein Unterschied, aber rechtlich schon.

Kommentar von mLohnsteuer ,

habe noch etwas im Internet gefunden unter § 19 UStG , was nun wieder Fragen aufwirft:

"wird die Grenze von 17.500 € Gesamtumsatz (nach Abzug von steuerfreien Umsätzen und Verkäufen aus dem Anlagevermögen) im laufenden Kalenderjahr überschritten, ist ab dem 1.1. des Folgejahres die Regelbesteuerung mit ausgewiesener Umsatzsteuer in Rechnungen durchzuführen."

Was soll man denn nun glauben??

Kommentar von wfwbinder ,

Genau das habe ich Dir doch geschrieben. Wenn Du im Januar des Folgejahres merkst, dass im abgelaufenen Jahr mehr als 17.500,- einnahmen waren, dann bist Du ab dann, also in Deinem Fall 2016, kein Kleinunternehmer mehr.#

"wird die Grenze von 17.500 € Gesamtumsatz (nach Abzug von steuerfreien Umsätzen und Verkäufen aus dem Anlagevermögen) im laufenden Kalenderjahr überschritten, ist ab dem 1.1. des Folgejahres die Regelbesteuerung mit ausgewiesener Umsatzsteuer in Rechnungen durchzuführen."

Nur für das erste Geschäftsjahr musst du schätzen, weil Du ja kein Vorjahr hast.

Antwort
von yddrasil, 19

Ohne den Hinweis auf der Rechnung wirst du sicher noch einige Anfragen deswegen haben. Der einfachste Weg ist daher es rauf zu schreiben :)

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