Frage von wattweissich, 83

Rechner für monatliche Zahlungen in private Altersvorsorge, um Zusatzzahlungen auszurechnen

gibt es Rechner, mit denen man monatliche Zahlungen in private Altersvorsorge ausrechnen kann, wenn man z.B. 150 Euro p.M. mehr im Alter haben will.

Ich suche einen Rechner, mit dem man eingeben kann:

  • akt. Alter
  • monatlicher Betrag für Einzahlung
  • Rendite der Anlage und Inflationshöhe

Ausgegeben werden sollte die monatl. Auszahlung.

Gibt es sowas?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus, 70

Mir stellt sich die Frage, was dir das nutzt. Egal wie genau ein solcher Rechner rechnet, es wir nie mit der Realität übereinstimmen. So einfach ist Altersvorsorge nicht. Du musst zuerst wissen, welche Schicht der Altersvorsorge für dich optimal ist. dann noch welche Form der Altersvorsorge. aber auch dann hast du deine Altersvorsorge noch nicht gelöst.

Hier etwas Information.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds

Hier die finanziellen Unterschiede anhand eines Beispieles.

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 €
  • Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Kommentar von wattweissich ,

das nutzt mir einiges, denn im Moment kann ich mir nicht vorstellen, wieviel ich einzahlen müsste, wenn ich im Alter z.B. 300 Euro mehr haben will. Das Zinsniveau hat sich stark geändert in den letzten 10 Jahren.

Ich will einfach ein Gefühl dafür bekommen. Was ich übrig habe im Monat, weiss ich. Aber welch Lücke ich damit in Rente schliessen kann, weiss ich nicht.

Kommentar von LittleArrow ,

Die Facetten, die Niklaus zutreffend aufzeigt, reduzieren sich erheblich, wenn Du Mitglied in der PKV bist.

Ebenso, wenn Du auf die besondere steuerliche Förderung verzichtest, denn der Staat und die GKV haben ein krakenartiges, hinterhältiges Verhalten. Was Du an Vorsorgeaufwand in der Ansparphase steuerlich geltend machen kannst, wird Dir später entzogen. Bestes Beispiel die Riesterrente: Selbst Deine eigenen Kapitaleinzahlungen (und nicht nur die Zuschüsse und Erträge) werden besteuert.

Aber vermutlich willst Du einfach nur Sparen (ohne den Schnick-Schnack wie Riesterrente, Direktversicherung & Co.) oder?

Kommentar von alfalfa ,

Schmunzelt...der Schnick Schnack den Du nennst ist in der Ansparphase richtiges Geld in € wert, Respekt, dass Du darauf verzichtest..

Kommentar von LittleArrow ,

Schnick-Schnack: Wenn man auf die staatlichen Zulagen verzichtet und andererseits die Finanzvermittlergebühren spart, dann kommt beim persönlichen Sparplan vermutlich eine weit höhere Nachsteuerrendite mit Aktien-/Mischfonds heraus.

Kommentar von alfalfa ,

Mag sein, mag auch nicht sein, denn die Nachsteuerrendite hängt ja auch maßgeblich mit den Belastungen aus Steuern und Krankenkassenabgaben zusammen.

Und passt auch nur dann, wenn die Wahl der Aktien/Mischfonds eine glückliche war.

Ein Aspekt - betrifft aber fast alle Anlagen - wird gerne übersehen. In 20-40 Jahren, wenn die Ansparpläne zu Entsparplänen werden, muss sichergestellt sein, das eine ausreichende Anzahl von Käufern für die Fonds/Aktien existieren bzw. der Aktienkurs entsprechend hoch ist. Wenn diese Prämisse verletzt ist, dann ändert sich das Renditevorzeichen unter Umständen in ein Minus.

Kommentar von LittleArrow ,

wenn die Ansparpläne zu Entsparplänen werden

Genau diese Sollbruchstelle existiert bei den meisten strukturierten Plänen. Bei der freien Altervorsorge ist der Anleger frei in seiner Entscheidung, wieviel und wann vom Ansparplan in einen Entsparplan umgeschichtet wird.

Dieser Altersvorsorger dürfte auch zwischendurch die Entwicklung seiner Aktien-/Mischfonds beobachten. Das Risiko, ob eine ausreichende Anzahl von Käufern dieser Fonds existiert, ist naturgemäß niedriger, also ob er sich fragen muss, ob der Zahlungsverpflichtete bei strukturierten Plänen noch existiert. Der Altersvorsorger ist vor allem unabhängig von den Entscheidungen dieses anderen Zahlungsverpflichteten, der heute nicht einmal mehr eine Garantieverzinsung versprechen will.

Kommentar von Niklaus ,

Wie die Kapitalmärkte in 20-30 Jahren aussehen, weiß niemand genauso wenig wie die Garantieverzinsung, die steuerlichen Änderungen und die Zukunft der KV-Beiträge. Der Schichtenvergleich kann nur die gesetzlich aktuelle Situation berücksichtigen. Deshalb ist es auch sinnvoll nicht nur eine Vorsorgeform zu wählen sondern je nach Möglichkeit mehrere. Wobei im Schichtenvergleich die selbstgenutzte Immobilie überhaupt nicht vorkommt.

Antwort
von Kevin1905, 58

Derartiges sollte jeder seriös arbeitende Versicherungsmensch (egal ob Vertreter, Makler oder Berater) näherungsweise tun können.

100% genau wird es jedoch niemals sein, da wir die in der Zukunft geltenden Steuergesetze, die Inflation etc. nicht präzise voraussagen können. Ganz besonders wiegt dieser Effekt bei fondsbasierten Anlagen.

Auch ist hierbei der Schichtenvergleich nicht zu vergessen. Riester, Rürup, bAV und private Vorsorge werden alle steuerlich und sozialversicherungstechnisch anders gehandhabt (vgl. u.a. nachgelagerte Besteuerung ./. Etragsanteilsbesteuerung).

Wunderbar an dieser Stelle das Beispiel von Niklaus, es zeigt meinen letzten Absatz in Zahlen ganz genau auf.

Antwort
von consteind, 48

Hallo, gute Berater zum Thema Altersvorsorge sollten dir deine Frage praktisch beantworten können. Analyseprogramme geben einen Überblick über deinen effektiven Bedarf im Alter mit Betrachtung der Inflation. Alles kann nach deinen Wünschen und Sichtweise eingestellt werden. Dazu gibt es Vergleichsangebotsrechner, die nach Beitrag oder Ablaufwunsch einen Darstellung vieler Anbieter ermöglicht. Diese Ergebnisse können in den Analyserechner eingegeben und dann auch die steuerliche Sicht im Alter dasrgestellt werden. Wichtiger sehe ich, das die Auswahl des AnbieterBedingungen) und die Betreuung der Verträge durch den Vermittler realisiert ist. Dazu sollten alle Anlagemöglichkeiten(verzinst, Vermögensverwaltungen bis Fonds aller Anlageklassen) enthalten sein. Was nützt eine gute Berechnung , wenn die Anlage nicht stimmt. Moderne Altersvorsorgen bieten viele Möglichkeiten. Gruß consteind

Antwort
von Ginger2045, 42

Auch wenn hier diese Frage kritisiert wurde sehe ich das ein wenig anders.

Es geht bei dem Rechner um eine grobe Richtlinie. Damit kann der Versicherte sich einen Überblick über die Kosten schaffen. Aber auch welche Renditen möglich sind. In vielen Fällen wird der Kunde später noch einmal angerufen um weitere mögliche Fragen zu klären.

Ich kann die Seite http://www.rueruprente-testbericht.de/rurup-rente-rechner/ empfehlen. Sie hat einen Rechner und erfüllt alle ihre gestellten Bedingungen.

Ebenfalls veröffentlicht sie die aktuellen Testergebnisse der Stiftung Warentest und ermöglicht eine gute Übersicht der Anbieter

Antwort
von Lissa, 37
Antwort
von billy, 32

Die gibt es mit Sicherheit, kann sich auch jeder eine Excel- Tabelle selbst erstellen. Für den Punkt: Rendite der Anlage und Inflationshöhe muss man nur in eine Glaskugel schauen und schwup steht da die Inflation des Jahres 2030. :)))

Kommentar von wattweissich ,

das ist mir schon klar, dass keiner die Rendite kennt, auch die Inflation nicht. Aber so gesehen müsste die ganze Riester- und Lebensversicherungsbranche den Kopf in den Sand stecken, weinen und sagen: "wir verkaufen nichts mehr, denn wir kennen die Zukunft nicht".

Mit so einem Rechner will ich die Sensitivitäten erkennen, die Stellschrauben, ein Gefühl für die Eckdaten. Nicht mehr und nicht weniger.

Glaskugel hin oder her.

Antwort
von LittleArrow, 33

Ja, gibt es von den Verbraucherschützern:

http://www.test.de/Altersvorsorge-Ermitteln-Sie-Ihren-Finanzbedarf-1159347-0/

Beachte die schrittweise Vorgehensweise (siehe die Reiter am unteren Rand der Exceldatei). Evtl. mußt Du auch nochmal einen Schritt zurückgehen, um Dein Ziel zu erreichen.

Kommentar von wattweissich ,

das hilft mir sehr weiter. Das habe ich gesucht.

DH

Kommentar von GAFIB ,

Und hier ist noch der entsprechende Entnahmeplan-Rechner, um das Zielkapital errechnen zu können.

Bitte auch daran denken: Die Anlage-STRUKTUR entscheidet zu 90% über das Anlageergebnis.

Mir persönlich gefällt auch immer noch das Albert Einstein zugeschriebene Zitat: "Der Zinseszinseffekt ist die größte mathematische Entdeckung aller Zeiten."

http://www.zinsen-berechnen.de/entnahmeplan.php

Kommentar von Niklaus ,

Einstein

Antwort
von gammoncrack, 29

Den wird es in dieser Form wohl kaum geben, da ein Prognose der Inflationsrate auf 20 oder 30 Jahre kaum möglich sein wird. Bei der Laufzeit wird es aber einen großen Unterschied ausmachen, ob die durchschnittliche Inflationsrate 2% oder 4% beträgt. Hinzu kommt, das Prognosen zur Zinsentwicklung über diesen Zeitraum auch kaum möglich sind.

Kannst den ja mal versuchen:

http://www.zinsen-berechnen.de/vorsorgerechner.php

Kommentar von wattweissich ,

ganze Branchen rechnen mit Annahmen. Wenn die alle so denken würden, würden sie nicht mehr rechnen.

Ich will doch nur ein Gefühl für die Sache bekommen!!!!! Ich weiss, dass keiner hellsehen kann!

Kommentar von gammoncrack ,

ganze Branchen rechnen mit Annahmen. Wenn die alle so denken würden, würden sie nicht mehr rechnen.

Danke für die Belehrung.

Wor arbeitest Du? Schon mal einen Businessplan gemacht? Schon mal einen Businessplan gesehen, der über einen Zeitraum von 5 - 7 Jahren hinaus geht?

Da gibt es nämlich Abweichungsanalysen. Weil die Abweichung bei sehr langer Dauer derart spreizen, dass man keine vernünftige Prognose mehr bekommt, gibt es eben diesen maximalen Zeitraum.

Ich will doch nur ein Gefühl für die Sache bekommen!!!!! Ich weiss, dass keiner hellsehen kann!

Wenn Du dafür ein Gefühl bekommen willst, dann setz doch Deine durchschnittlich gefühlte Inflationsrate ein dort ein.

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