Frage von Rentenfrau, 447

Raus aus dem Forwarddarlehen wegen falscher Widerrufsbelehrung? Verbraucherzentrale oder Anwalt?

Servus, ich habe kürzlich einen Artikel in der "Allgäuer Zeitung" vom 5. Mai gesehen, wo es hieß, daß man auch aus einem Forwarddarlehen rauskommen könnte, weil in vielen Kreditverträgen fehlerhaft seien. So könne man den Vertrag noch widerrufen, rauskommen und einen neuen Kreditvertrag mit momentan viel günstigeren Zinsen machen. Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet für 70 Euro an, den Vertrag zu prüfen. Die Kanzlei Gansel in Berlin ist auch genannt, sie soll eine kostenfreie Ersteinschätzung liefern und eine Deckungsanfrage bei der Rechtsschutzversicherung. Was haltet Ihr davon und was ratet Ihr? Soll ich diese spezielle Kanzlei nutzen? Aber Berlin ist weit weg. Ich habe ein Forwarddarlehen bei der Wüstenrot Bausparkasse mit Bausparvertrag und aus dem Darlehen, lassen die mich nicht raus, hab das schon über die HypoVereinsbank probiert. Ich zahle bei dem Darlehen momentan 3,90 % (eff. 4,10) Zinsen. Vielleicht kann jemand von Euch auch beurteilen, ob die Widerrufsbelehrung damals (2006) korrekt war. Danke für Euren Rat.

Antwort
von JensPetermann, 447

Also ich würde stets einen Rechtsanwalt beauftragen. Eine gute Seite, wo du geeignete Rechtsanwalte findest, die auf Erfolgsbasis arbeiten (also nur bezahlt werden müssen, wenn sie erfolgreich sind): http://www.erfolgshonorar.org/Widerruf-Darlehensvertrag-Rechtsanwalt-Erfolgsbasi... Viel Erfolg.

Antwort
von KlausWehrt, 365

Sehr geehrte Rentenfrau,

Verbraucherzentrale oder Anwalt? Die Frage lässt sich zurzeit leicht beantworten. Die Verbraucherzentralen haben gegenwärtig Wartezeiten von 6-7 Monaten. Anderen Personen als Anwälten ist neben den Verbraucherzentralen die Prüfung einer Widerrufsbelehrung ohnehin nicht gestattet, da es sich um eine rein rechtsberatende Tätigkeit handelt.

Auch ohne Prüfung der Widerrufsbelehrung könnte man ja einfach der Bank gegenüber den Widerruf erklären und abwarten, was sie macht. Erteilte sie damals eine rechtsfehlerhafte Belehrung, so wird sie vielleicht einknicken und Sie ohne Vorfälligkeitsentschädigung aus dem laufenden Bausparvorausdarlehen entlassen.

Der Ortsverschiedenheit von Anwälten spielt eigentlich keine große Rolle. Ist man jedoch nicht rechtschutzversichert, so könnten sich enorme Kosten ergeben, wenn ein Anwalt einen erfolgreichen Widerruf prognostiziert, um den es sich auch gerichtlich zu kämpfen lohnt, dieser aber tatsächlich nicht durchsetzbar ist. Die Gerichte gehen zumeist von einem Streitwert in Höhe des Darlehensnominalkapitals aus. Somit verdienen Anwälte und Gerichte an diesen Verfahren exorbitant gut.

Um eine richtige Antwort zu erhalten, sollte man deshalb dem Anwalt signalisieren, dass es nur um die Überprüfung der Erfolgsaussichten geht, das Mandat zur Durchsetzung aber auf jeden Fall ein anderer Anwalt erhalten würde.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. rer. pol. habil. Klaus Wehrt

Diplom-Volkswirt

Antwort
von imager761, 301

Ohne Kenntnis deiner Vertragsunterlagen ist eine zielführende Antwort schlicht unmöglich - auch bei der Wüstenrot gibt und gab es unzählige Varianten.

Was spricht dagen, das von der VZ überpüfen zu lassen? Sind dir Kopien aller relevanten Unterlagen, Briefporto und 70 EUR das nicht wert?

G imager761

Antwort
von LittleArrow, 251

Die falsche Widerrufsbelehrung kann ein Ausstiegsgrund für eine Geschäfts- oder Hypothekenbankdarlehn sein.

Aber ich bin mir nicht sicher, dass dies damit auch für Bausparkassen gilt.

Ich weiß nun erstens nicht, aus welchen Banktyp sich die Meldung der Allgäuer Zeitung bezieht und zweitens wie die Widerrufsbelehrung in 2006 aussieht;-)

Melde Dich bitte mal, was die anwaltliche Prüfung ergeben hat:-))

Antwort
von wfwbinder, 218

Du weißt ja, dass mindestens 2 Leute in Berlin für Dich da sind.

Gansel kann ich für Dich aufsuchen, nur mal als Vorschlag.Wäre kein verlorene Zeit, da der ja evtl. gut für meine Mandantschaft sein könnte.

Kommentar von Rentenfrau ,

Danke, das bespreche ich gerne am Usertreffen mit Dir.

Antwort
von hypothekenteam, 238

Hallo, ich habe derzeit in meinem Kundenkreis 3 Fälle, bei denen es um exakt das gleiche Thema geht. Da die Zinssätze heute gegenüber den damals abgeschlossenen Forwardverträge bis zu 2% (!!) günstiger wären, lohnt sich eine Prüfung in jedem Fall. Ich habe nun zwar schon ein paar falsche Widerrufsbelehrungen gesehen, aber die Sache ist recht komplex und sollte unbedingt von einem Fachanwalt geprüft werdenl. Ich kann auf Wunsch eine Kanzlei in München empfehlen. Mit denen habe ich eine Vereinabarung, dass die Prüfung zum Festpreis von 190 Euro zzgl MwSt erfolgt. Der Betrag wird dann auch angerechnet, wenn die Kanzlei ein Mandat erhält, den Vertrag anzufechten. Ebenso klären die, ob die Rechtsschutzvers zahlt.

ABER HALT: während ich das schreibe und nochmal die Frage lese, kann es auch ganz anders sein. Sie haben 2006 ein Forwarddarlehen bei der Wüstenrot gemacht? Kann es sein, dass es sich um ein Vorausdarlehen handelt, dass später (z.B. 2016) durch ein Bauspardarlehen der Wüstenrot abgelöst werden soll? Falls dies zutrifft, sind Sie aus dem Schneider. Ein Bauspardarlehen müssen Sie nämlich nicht abnehmen und es kostet auch keine Gebühren! Also bitte mal nachsehen. Sie könnten dann einfach das Guthaben aus dem Vertrag auszahlen lassen und sich bei einer beliebigen Bank eine Anschlussfinanzierung suchen. Am besten über einen unabhängigen Berater :-)

Alexander Solya

Kommentar von hypothekenteam ,

Was ich noch verrgessen hatte: die Verbraucherzentralen prüfen zwar auch (läuft über Hamburg) und werlgane nur 70 Euro, weisen aber schon auf ihrer Homepage darauf hin, dass die Wartezeit wegen extrem vieler Anfragen rund drei Monate beträgt.

Antwort
von vulkanismus, 199

Schön, dass Du uns die Widerrufsbelehrung sehen lässt.

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