Frage von Fragende1, 122

Ratenzahlung per email geschlossen, ohne Unterschrift, Geld überwiesen - wirksam?

Habe mit einer "Zukunfts-Schau-Hotline" (so will ich sie mal nennen) per email eine Ratenzahlungsvereinbarung getroffen. Zumindest glaubte ich das - und glaube es nach wie vor. Geld ist absolut vorfristig geflossen. Aufgrund des vorherigen, recht bedrohlichen email-Verkehrs habe ich mich geweigert, die Ratenzahlung zu unterschreiben. Denn: nach dem Erlebten kann ich die Folgen einer Unterschriftsleistung meinerseits nicht absehen. Meine Beweggründe sowie mein schlüssiges Handeln ("ich überweise fristgerecht das Geld - die erste Rate haben sie bereits) habe ich ausführlich dargelegt. Nun haben die ihr Geld erhalten, erklären die Ratenvereinbarung jedoch als "nicht zustande gekommen". Noch besser: die haben das direkt an eine Inkasso-Firma abgegeben. Auf die Schadensminderungspflicht habe ich hingewiesen. Muss ich die Kosten der Inkasso-Firma tragen, nur, weil ich keine Unterschrift leisten will?

Wie gesagt, die Annahme habe ich schriftlich bestätigt und die erste Rate bereits erfüllt...

Danke für hilfreiche Antworten!

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Antwort
von Kevin1905, 118
Muss ich die Kosten der Inkasso-Firma tragen, nur, weil ich keine Unterschrift leisten will? 

Nein.

Eine Willenserklärung wurde deinerseits abgegeben, eine Unterschrift ist dafür nicht notwendig. Jedoch hat die Gegenseite keine übereinstimmende Willenserklärung abgegeben so dass kein Ratenzahlungsvertrag zustande gekommen ist.

Kommentar von Fragende1 ,

Ok - nochmal für mich zum Mitdenken: Firma X hat mir ein Angebot gemacht. Ich habe das Angebot angenommen, sowohl schriftlich per email als auch durch schlüssiges Handeln: Überweisung der ersten von vier Raten. Die Tatsache, dass ich nichts unterschrieben habe, berechtigt Firma X dazu, die Ratenzahlung als "nicht zustande gekommen" zu betrachten?

Kommentar von Kevin1905 ,

Die Frage ist, ob hier eine übereinstimmende Willenserklärung vorliegt, denn dies ist die Definition eines Vertrages, nicht die Tatsache dass ein Blatt Papier unterschrieben wurde.

M.M.n. gibt es diese übereinstimmende Willenserklärung nicht, da die Gegenseite eben will, dass du den Wisch unterschreibst. Jedoch solltest du hier einen Anwalt fragen, ob ich mit der Auffassung richtig liege.

Wichtig ist im Grunde nur, dass die Hauptforderung bezahlt wird zzgl. der berechtigten Verzugskosten (Zinsen, ggf. Mahngebühr).

Antwort
von timpken, 111

Vermutlich kommst du aus der Nummer nicht so einfach raus. Möglichkeit eins - Die Gegenseite ist korrekt und stimmt einer wie auch immer gearteten Rückabwicklung zu. Möglichkeit zwei - Die Gegenseite ist nicht korrekt und dann kann man denen durchaus drohen, das ganze im Internet/Facebook, etc zu posten.

Antwort
von gammoncrack, 84

Du hättest wohl die Ratenzahlungsvereinbarung unterschreiben sollen. Somit ist auch keine Vereinbarung vorhanden und die Komplettsumme sofort fällig (gewesen). Ich vermute sehr stark, dass Du extrem schlechte Karten hast.

Kommentar von Fragende1 ,

Die Anmeldung "dort" brauchte keine Unterschrift. Für Abbuchungen reichte das zuvor gesetzte "Häkchen" aus. Die erste Rate ist dort im gesteckten Rahmen eingegangen. Ich habe mehrfach per email meinen Zahlungswillen bekundet. Und ja auch bereits entsprechend gehandelt. Der email-Verkehr spricht eine bemerkenswerte Sprache. So deutlich, dass ich den potentiellen Missbrauch einer möglichen Unterschriftsleistung in Betracht ziehen muss. In deren AGBs steht ebenfalls kein entsprechender Passus. Geht also alles ohne Unterschrift - nur eben nicht "sowas"?

Antwort
von Privatier59, 67

Zukunfts-Schau-Hotline

Scheint mir eindeutig ein Fall von Schlechtleistung zu sein denn Du hast den ganzen Schlamassel ja eben nicht vorausgesehen.

Ob Du überhaupt eine wirksame vertragliche Bindung eingegangen bist, kann man Dir aufgrund der kargen Angaben leider niemand sagen. Ich würde mich lieber von einem Rechtsanwalt oder der Verbraucherzentrale beraten lassen statt in dieser Sache weiter als Laiendarsteller zu agieren. Du richtest damit mehr Schaden an als Du Dir denken kannst. Das jetzige Verhalten der Gegenseite zeigt doch, dass man Dir keinen Deut entgegenkommen will. Das solltest Du umgekehrt auch nicht!

Antwort
von EXinkassoMA, 54

Sicher das die hauptforderung durchsetzungsfähig ist ?

Ansonsten empfehle ich wie folgt vorzugehen

http://www.elo-forum.org/schulden/114457-vorgerichtliche-inkassogebuehren-umgehe...

Die Inkassogebühren lassen sich bei geschickter Vorgehensweise leicht einsparen

Die Rechtsprechung ist recht inkassounfreundlich ;)

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