Frage von bigbushido,

Qualifiziertere Arbeit erforderlich trotz niedrigster Lohngruppe?

Ich habe vor einem Jahr meine Ausbildung als Landschaftsgärtner erfolgreich beendet und bin seither bei gleicher Firma in der Lohngruppe 7.6 (unterste Lohngruppe) eingestellt und erhalte dazu eine außertarifliche Zulage <1€. Laut Tarifvertrag bin ich somit ein "Arbeitnehmer der mit einfachsten, schematischen Arbeiten beschäftigt wird". Zustehen würde mir natürlich theoretisch die Lohngruppe 4.2b, die mir mein Arbeitgeber aber nicht zahlen möchte. Meine Frage ist jetzt, kann mein Arbeitgeber mich unter dieser Lohngruppe überhaupt Facharbeiten verrichten lassen, oder könnte ich solche Arbeit verweigern und darauf bestehen, wirklich nur Helferarbeiten auszuführen?

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo bigbushido,

Schau mal bitte hier:
arbeitgeber Lohn

Antwort
von Gaenseliesel,

Ich denke, es wird Dir wohl nichts weiter über bleiben, als dir einen deiner Qualifikation entsprechend neuen Job zu suchen. Du hast derzeit einen Arbeitsvertrag ( Lohngruppe 7.6 unterste Lohngruppe) mit deinem jetzigen AG und musst die anfallenden Arbeiten schon erfüllen. Arbeit verweigern..... kann eine Kündigung zur Folge haben. K.

Kommentar von bigbushido ,

Das mit der neuen Jobsuche ist schon in Arbeit, nur leider sind die Bedingungen überall bis jetzt gleichschlecht... Ich wollte nur wissen, ob ich während der Jobsuche die Frechheit besitzen dürfte und meinem jetzigen Arbeitgeber die Facharbeit verweigern könnte ohne ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen zu lassen. Und wenn doch, ob man vor dem Arbeitsgericht irgendwelche Chancen hätte, dagegen vorzugehen.

Kommentar von Gaenseliesel ,

naja bigbushido, darauf würde ich es nicht ankommen lassen. Wenn die zugewiesenen Tätigkeiten inhaltlich der eines Landschaftsgärtners entsprechen ist es legitim, wenn der AG dich mit solchen Arbeiten beauftragt. Da wirst Du vor Gericht schlechte Karten haben. Anders sieht es aus, wenn er dich nicht nur vorübergehend mit artfremden, unzumutbaren Tätigkeiten beschäftigt. Ich kann deinen Frust schon nachvollziehen, aber so wie Dir geht es leider heutzutage vielen in Lohn und Brot stehenden Beschäftigten. Dein Arbeitgeber könnte vor Gericht die ganze Sache für sich so deuten, dass er die zugewiesene Beschäftigung momentan lediglich auf Grund mangelnder Aufträge erteilt hat. Schon sieht das Gericht sogar eine soziale Komponente bei deinem Arbeitgeber und Du ziehst den Kürzeren. Such Dir lieber einen neuen Arbeitgeber, schone deine Nerven in diesem Fall ! Es wird schon irgendwann klappen !!!! Ich wünsche Dir Glück ! K.

Antwort
von gammoncrack,

Die Frage ist hier, ob der Arbeitgeber dem Arbgeitgeberverband angehört und Du in der Gewerkschaft bist. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass der Tariflohn Anwendung findet.

Aber selbst, wenn das der Fall ist, kann der Arbeitgeber mit der zuständigen Gewerkschaft abweichende Regelungen treffen. Und diese sogenannten Firmentarifverträge gehen vor dem Flächentarifvertrag. Geht es dem Unternehmen nicht sonderlich, können erhebliche Lohnabschläge vereinbart werden.

Was steht denn im Arbeitsvertrag. Steht dort ein Hinweis auf die Gültigkeit des Tarifvertrages?

Kommentar von bigbushido ,

Ich bin nicht in der Gewerkschaft und die Firma, soweit ich weiß nicht im Arbeitgeberverband. D.h. ich könnte für 1€ eingestellt werden und müsste trotzdem Facharbeiten ausüben? Im Vertrag wird davon gesprochen, dass die für den Betrieb maßgeblichen tariflichen Bestimmungen Inhalt des Vertrages sind. Zur Tätigkeit kann der Aufgabenbereich durch die Firma je nach Erfordernissen geändert werden. Was dann vermutlich heißen wird, dass ich jede Arbeit die mir aufgetragen wird auch ausüben muss, auch wenn sie mit meinem Beruf absolut nichts zutun hat?

Kommentar von gammoncrack ,

Nein, natürlich musst Du nicht für 1.- Euro arbeiten. Das wäre sittenwidrig (siehe § 138 BGB).

Es gibt Urteile des Bundesarbeitsgerichtes, dass man mindestens 2/3 des normalerweise in der Branche und in dem jeweiligen Wirtschaftsgebiet üblichen Lohnes erhalten sollte.

Die Situation ist natürlich unabhängig von der Rechtslagt recht unerquicklich. Ich würde mir, wenn hier wirklich ein extremes Mißverhältnis zwischen Arbeit und Lohn vorhanden ist, mir einen neuen Arbeitgeber suchen, auch wenn es in dieser Branche schwierig ist.

Solange sich der AG an die o. g. Regeln hält, solltest Du tunlichst keine Arbeit verweigern.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten