Frage von Liermann, 44

Provisionen als "gewerbsmäßiger Charakter"?

Ich war selbständig und habe noch viele Kontakte. Anfragen leite ich z.B. an Lieferanten weiter und erhalte dafür eine Vermittlungsprovision. Ich bin jedoch angestellt und möchte mit dem verdienten Geld Schulden abbezahlen. Natürlich werde ich alle Zahlungen in meiner Est-Erklärung als sonstige Einnahmen angeben und versteuern. Gibt es außer der Freigrenze, noch eine andere Limitierung von Provisionen? Wie viel darf man nebenbei als Provision verdienen ohne dass ein gewerbsmäßiger Charakter entsteht?

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 44

Ich stimme EnnoBecker voll zu.

Ich würde die Argumentation geringfügig anders gestalten.

  1. Es sind gewerbliche Einkünfte, denn Du vermittelst Geschäftskontakte

  2. Du willst es ja sowieso versteuern, wie Du schreibst. Also kein Problem.

  3. Solltest Du über den Freibetrag für den Gewerbeertrag kommen (24.500), wird durch die Gewerbesteueranrechnung bei der Einkommensteuer, diesem Umstand der Stachel genommen.

  4. Umsatzsteuer. Du kannst im Prinzip Deinem Schöpfer danken, denn das ist gut für Dich, denn für den Lieferanten ist es egal, ob er Dir 500,-, oder 500,- + 95,- Umsatzsteuer zahlt. Aber Du hast für die Ausgaben, die mit der Tätigkeit zusammenhängen den Vorsteurabzug. Du verdienst also daran.

Also alles in Ordnung.

Kommentar von Gaenseliesel ,

;-) irgendwie clever ! K.

Antwort
von EnnoBecker, 36

Der Darstellung zufolge hast du weiterhin gewerbliche Einkünfte. Die sind natürlich entsprechend zu versteuern (Umsatz-, Gewerbe-, Einkommensteuer).

außer der Freigrenze

Was für 'ne Freigrenze?

Wie viel darf man ... verdienen

The sky is the limit.

ohne dass ein gewerbsmäßiger Charakter entsteht

Keine Ahnung, warum das ein Ausschlussmerkmal sein soll, aber Gewerblichkeit orientiert sich an der Art der Tätigkeit, nicht an deren Erfolg.

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