Frage von lostmom33, 27

Privatinsolvenz und 7 Jahre Dauer - gerecht?

ein Bekannter ist in Privatinsolvenz gerutscht. Er hat mir erzählt wie das nun abläuft. Die Dauer ist wohl 7 Jahre, dann ist er seine Probleme los.

Nachdem bei ihm das Problem eher bei seinen Schuldnern zu finden ist - er ist Einzelunternehmer und ein Schuldner kann nicht mehr zahlen - und er immer noch gut verdient, wird wohl bei ihm alles in weniger als 7 Jahren vorbei sein.

Ich halte 7 Jahre für eine zu lange Dauer. Was meint ihr?

Antwort
von Mikkey, 21
Sonstiges

Anbetracht dessen, dass die 7 Jahre unabhängig vom Maß des Verschuldens gelten, sind die 7 Jahre in meinen Augen eher zuwenig.

Kommentar von Mikkey ,

Ach ja, zur Frage in der Überschrift - "gerecht" ist, wenn jeder seine Schulden zahlt.

Antwort
von Primus, 17
Sonstiges

Ich finde, Insolvenzen müssten differenziert werden.

In dem obengenannten Fall liegt die Schuld wohl eindeutig nicht an dem Unternehmer und von daher finde ich 7 Jahre zu lang und würde für maximal 3 Jahre plädieren.

In Fällen, in denen konsumiert wurde bis der Arzt kommt - ohne auf jegliche Konsequenzen zu achten, dürfte es nach meiner Ansicht keine Insolvenz geben, sondern Pflichtarbeit und zwar so lange, bis alles auf Heller und Pfennig bezahlt ist.

Kommentar von wfwbinder ,

Gute Idee, aber Abgrenzungprobleme. Was wäre , wenn jemand mehrere Ratenverträge hat, die er tragen kann, aber dann Probleme bekommt, wegen Arbeitslosigkeit? Es gäbe Grenzfälle

Was wir aber auf jeden Fall bräuchten wäre etwas wie Chapter 11 in den USA.

Kommentar von Primus ,

Ok, Grenzfälle würde es geben, aber eindeutig fahrlässig verursachte Insolvenzen, wie der von mir beschriebene Fall, gehören bestraft.

Für die Einführung von Chapter 11 wäre ich sofort.

Antwort
von wfwbinder, 15
Sonstiges

Wie der Fall geschildert wird ist es nur deshalb eine Privatinsolvenz, weil das Unternehmen so klein ist, das er unter 20 Gläubiger hat und daher als Privatinsolvenz abgewickelt werden kann.

Ausserdem liegt es daran, dass nur einer seiner Kunden (vermutlich der größte) nicht zahlt.

Und er verdient trotzdem noch gut. Warum sollten nicht so viele seiner Gläubiger wie möglich ihre Forderungen bekommen.

Es gibt zwar in anderen Ländern andere Lösungen. Mit kürzeren Zeiten. Und es läßt sich auch darüber streiten, ob die, oder unsere Regelungen besser sind.

Es ist mit Sicherheit nicht einfach in solchen Regelungen die Interessen aller Seiten gebührend zu berücksichtigen.

Ich fände es z. B. viel besser, wenn man die Uhr einfach erstmal für 6-12 Monate anhalten würde. Und der Schuldner völligen Schutz hätte um Luft schnappen zu können um sein Unternehmen auf Vordermann zu bringen. dann könnte er vermutlich sogar mehr tilgen.

Antwort
von gammoncrack, 8
Sonstiges

Die Zeit ist ja willkürlich gewählt - gilt aber für jedermann.

Ich habe mir die bisherigen Kommentare einmal angesehen. Eine Differenzierung nach Verschuldensgrad wäre natürlich gerechter. Wie will man das aber machen? Null Verschulden = null Frist, 100% Verschulden = lebenslänglich ? Das kann es ja auch nicht sein.

Selbst wenn man einigermaßen gerecht differenzieren könnte, schätze ich eine totale Überlastung der Gerichte als Folge ein, da auch ein Verschuldensgrad, vermutlich durch den Insolvenzverwalter festgelegt, willkürlich wäre.

Fazit: Es geht vermutlich nicht anders, auch wenn es in vielen Fällen wohl nicht fair ist sowohl nacht unten als auch nach oben.

Antwort
von freelance, 7
es sollten weniger als 7 Jahre sein und zwar ... Jahre

ich denke, die Dauer ist zu lange. Sicherlich muss man das Schicksal der Gläubiger sehen, aber ich halte max. 5 Jahre für lange genug.

Eine Belastung für 7 Jahre ist immens und ich halte es für sinnvoller, wenn Privatpersonen schneller auf die Beine kommen können.

Wer Gläubiger einer Kapitalgesellschaft ist, die Insolvenz anmeldet, der hat such ein Problem. Und meist guckt man ins Ofenrohr. Da ist oft nichts mit 7 Jahren....

Antwort
von Angie2013, 6
es sollten weniger als 7 Jahre sein und zwar ... Jahre

Definitiv zu lange, auch wenn nächstes Jahr ein neues Gesetz kommt, das ja nur die Gläubiger unterstützt.

Da gibt es in der EU auch andere Wege.

LG Angie

Antwort
von Angelsiep, 6

7 Jahre sind fair, weil....

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