Frage von simjo,

Privater Haftpflichtschaden am iPhon - Abrechnung ohne Reparatur - geht das?

Von der ERGO-Versicherung wird der eingereichte Kostenvoranschlag für die Reparatur des iPhones dem Grunde und der Höhe nach anerkannt. Jedoch soll die entsprechende Rechnung eingereicht werden. Nun besteht aber der Wunsch, den Betrag zu nehmen ohne reparieren zu lassen. Auch wenn das iPhone einen Wertverlust erzielt - so wie beim Auto, die Delle kann aber muß nicht repariert werden! Wer hat einen Rat wie verfahren werden kann? Vielen Dank!

Antwort
von hildefeuer,

Das neue iPhone5 ist jetzt da und da häufen sich all diese Fragen. Am besten einen neuen Vertrag machen und das neue iPhone5 in Empfang nehmen. Sicherlich wird dafür keine Versicherung aufkommen.

Antwort
von Pepe00,

Ja, das ist möglich. Dann bekommst du den Zeitwert.

Antwort
von gammoncrack,

Das macht die Ergo richtig. Im Gegensatz zu einem Kfz-Schaden gibt es bei der PHV keine Möglichkeit der fiktiven Abrechnung. Es ist zu reparieren oder zu verzichten.

Hintergrund ist, dass die Möglichkeit besteht, den Schaden ein zweites Mal zu melden. Das unterstelle ich Dir natürlich nicht, aber das ist nun einmal der Grund.

Antwort
von Privatier59,

Ich habe mal die Bedingungen der ERGO-Hapftpflicht überflogen und konnte da keine Stütze für die Forderung nach vorheriger Ausführung der Reparatur finden. Da eine Haftpflichtversicherung den Schaden so begleichen muß wie er sich aus den zivilrechtlichen Vorschriften ergibt, sind die §§ 823 ff BGB anzuwenden und die kennen keine Pflicht des Geschädigten eine Reparatur auch tatsächlich auszuführen.

Das ist die Rechtslage. Allerdings sitzt der Schuldner, hier also die Versicherung, am längeren Hebel: Wenn er nicht zahlen will, dann müßte man den Rechtsweg einschlagen und wer will das schon für einen Kleinbetrag.

Kommentar von gammoncrack ,

Du hast mich doch einigermaßen irritiert. Ich kann also auch nichts finden, dass die Abrechnung nach Gutachten nicht möglich macht. Ich habe dazu den § 249 BGB gefunden. Der trifft das Thema m. E. auf den Punkt.

Auf den Fall bezogen kann ich mir nur vorstellen, dass der Fragesteller den Kostenvoranschlag mit Bitte um Erstattung eingereicht hat. Dann kann natürlich der Schadensachbearbeiter auf einer Rechnung bestehen, da der Kostenvoranschlag eben auch die MwSt. enthält - die aber bei fiktiver Abrechnung nicht erstattet wird. Das wäre natürlich schon etwas "tricky".

Inwieweit nun mig21 Recht hat, ob hier dann lediglich ein kleiner Schadenersatz aufgrund Gebrauchsminderung fällig würde, kann ich leider nicht beurteilen, würde mich aber auch überzeugen können.

Kommentar von Privatier59 ,

Nun ja, in meiner Heimatstadt gibt es eine gern zitierte Universalbegründung und die lautet:

"Dat hammer immer esu gemaht".

Mich deucht, dass die ERGO diesen Satz verinnerlicht hat. Groß ist dann immer im Gerichtssaal die Heiterkeit, wenn nach bei der Frage der Rechtsgrundlage ein solcher Satz zitiert wird und der Vorsitzende dann den bekannten Satz mit X erwidert:

"Dat war nix".

Kommentar von gammoncrack ,

DH .-)

Antwort
von mig112,

Du stehst nun vor der Option entweder die Reparaturrechnung einzureichen, oder einen Pauschalbetrag als Wertminderung zu akzeptieren! Das war es dann aber auch schon mit den Alternativen.

Der vom geschätzten @Privatier59 vorgeschlagene Klageweg führt ins Leere! Selbst eine vorhandene Rechtsschutzpolice würde wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg die Deckung verweigern.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten