Private Altersvorsorge - jetzt verkaufen?

gefragt von katzetrixi am 22.06.2009 um 20:23 Uhr

Bekomme seit einigen Tagen Anrufe von diversen AG´s o. ä. die unbedingt drauf drängen, unsere Altersvorsorgeversicherungen zu kaufen. Bsp. Fondsgebundene Lebensversicherung - da in den nächsten 20 Jahren keine Rendite mehr zu erwarten ist und die Auszahlungssumme niedriger ausfällt als die eingezahlten Beiträge. Diese AG´s zahlen uns den doppelten Rückkaufswert. Bedeutet das, dass unsere private Altersvorsorge zum Beispiel die Rentenversicherung oder auch Fondsgebundene Lebensversicherung in 20 Jahren nichts mehr wert ist?

Angeblich wegen der momentanen Finanzkrise - was sollen wir tun - mit welchen Anlagen oder Versicherungen kann man denn privat vorsorgen (außer Riester, die haben wir)? Sollen wir wirklich verkaufen, die Typen am Telefon können einem ganz schön Angst einjagen, wir zahlen schon seit einigen Jahren in unsere Altersvorsorge ein.

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Niklaus
beantwortet von Niklaus am 23. Juni 2009 09:36
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Vorsicht. Ich wurde auch schon gefragt, ob ich solche Geschäfte tätigen wolle. Ich habe für mich entschieden, dass ich das nicht tun werde.

Aber erstens finde ich die Aussage falsch, dass in 20 Jahren das alles nichtsmehr wert ist. Denn das stimmt definitiv nicht. Denn Aktienfonds sind Sachwerte und die werden auch in 20 Jahren ihren Wert haben. sicherlich auch einen wesentlich höheren als heute.

Zweitens versprechen die Unternehmen, das das Geld für den Verkauf erst im Laufe von 10 Jahren komplett an den Verkäufer zurück fließt. Was ist mit deinem Geld, wenn der Käufer in 5-6 Jahren Insolvenz macht und auf die Cayman-Inseln zieht. Dann ist dein Kapital futsch.

Was machen die mit dem Geld. Auch das kann ich dir sagen. Sie sammeln durch den Aufkauf viel Geld ein, dass sie erst später auszahlen und finanzieren damit Immobilien. Sie machen mit deinem Geld riesige Geschäfte und sparen sich Kredite.

Ich werde solche Aufkäufe von Versicherungen nicht für diese Art Geschäfte durchführen. Denn wenn der Käufer insolvent wird, haben meine Kunden den Verlust zu tragen und keine Altersvorsorge mehr.


anonym
beantwortet von tomcat am 23. Juni 2009 09:35
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Spätestens seit Sommer letzten Jahres, bzw. seit sogar die Bildzeitung mit der Ausgabe vom 06.04.09 schreibt: (Zitat) Geld-Schock! So viel verliert ihre Lebensversicherung (Zitat Ende)

sollte jedem klar geworden sein, dass die Altersvorsorge über Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen, egal ob kapitalbildend oder Fondpolice, zum Flop mutiert sind. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Land die Versicherungsgesellschaft kommt, es handelt sich hierbei immer über geldwerte Anlagen, die der Inflationsrate unterliegen und bei keiner mir bekannten Gesellschaft wird die versprochene Ablaufleistung erreicht, ja in fast allen Fällen liegt die spätere Auszahlung bei gerade Mal bei 50-60%. Es ist müßig die tatsächliche Verzinsung zu berechnen, die liegt im ganz niederen einstelligen Bereich und wird durch die Inflationsrate mehr als aufgezehrt. Auch von Riester & Rürüp wird gewarnt. Seit Jahren schreiben namhafte Zeitungen und Magazine davon, dass man aus geldwerten Anlagen aussteigen und in Sachwertanlagen einsteigen sollte. Bis vor etwa 2 Jahren konnte man noch mit einigermaßen gutem Gewissen diverse Fonds oder Dachfonds empfehlen, seit letztem Sommer verbietet sich das natürlich. (Finanzkrise). In meiner Betrachtung richte ich mich ausdrücklich an Menschen die sich eine möglichst sichere Altersvorsorge aufbauen wollen und nicht an Leute die selbst an der Börse spekulieren, die sollten über das Risiko Bescheid wissen. Wenn man bei Betroffenen nachfragt wie eine zukunftsträchtige Altersvorsorge gestaltet sein sollte, erhält man fast immer die gleiche Antwort: Eine Immobilie, das wäre das Richtige.............. Dies ist nicht erst seit der Finanzkrise so, danach richten sich die Menschen schon seit Jahrhunderten. Selbst in absoluten Krisenzeiten, (Währungsreform nach den Weltkriegen) als die Menschen alles Geld verloren haben, die Immobilien sind ihnen natürlich geblieben.

Jetzt noch ein paar Worte zum Thema "Gold und Goldsparplan" Gold und andere Edelmetalle sind selbstverständlich gute Anlagemöglichkeiten, sofern es sich um physische Anlageformen (keine Derivate oder Minenaktien) handelt, allerdings sind Edelmetalle natürlich kein Allheilmittel, Edelmetalle sollten immer nur als "Beimischung" zu anderen Anlageformen gewählt werden, denn Gold hat keine Rendite, sondern verursacht bis zum Verkauf Kosten. (Lagergebühren, Bankschließfach)

Eine weitere Überlegung sollte sein, niemals eine Riester, wenn man doch diesen Weg gehen möchte, niemals eine "Versicherungsriester", denn die Kosten sind zu hoch daraus resultiert eine zu geringe Ablaufleistung. Es bliebe also nur eine "Bankriester" da sind die Gebühren geringer also die Ablaufleistungen höher. Um die Frage gleich zu beantworten, warum ich von der Riester, Rürup, LV, RV oder Bausparvertrag und wie sie alle heißen abrate, ist einfach die Tatsache, es handelt sich um geldwerte Anlagen, die der Inflation unterliegen, also das Risiko des Totalverlustes in sich tragen, sehr Teuer im Abschluss sind und bei allen diesen Anlageformen können Sie die nächsten Jahrzehnte nicht über ihr Geld frei verfügen ohne riesige Verluste hinnehmen zu müssen.
Fragen Sie ihre Eltern, oder Großeltern was nach dem Krieg mit dem Geld passiert ist, es war plötzlich nichts mehr Wert, egal wie viel man hatte, man hat mit 40 DM neu angefangen. Glücklich die, die in Sachwerte investiert hatten, die ein Häuschen (oder auch mehrere) hatten. Denn das war noch da.

Ganz speziell in jungen Jahren hat man die Chance sich eine Altersvorsorge auf zu bauen, die eben nicht der Inflation unterliegt, wo eben nicht die Inflation das angesparte Vermögen vernichtet. Wegen der glücklicherweise noch langen Restarbeitszeit werden auch bereits anfänglich niedere Sparraten für ein hohes Vermögen im Rentenalter sorgen. Wir raten in jedem Fall immer zu Immobilien, denn das sind Sachwerte die eben nicht negativ von der Inflationsrate beeinflusst werden, ganz im Gegenteil die Inflationsrate hilft durch ihren positiven Einfluss auf die Entwicklung von Löhnen und Gehältern höhere Mieteinnahmen zu erzielen während die monatlichen Belastungen gleich bleiben.

Zum besseren Verständnis, meine Ausführungen sind keine Beratung und auch keine Aufforderung zu einem bestimmten Verhalten. Sollten Sie eine dementsprechende Altersvorsorgeberatung brauchen, wählen Sie einen Berater ihres Vertrauens. Mein Beitrag ist als "Anstoß zum Nachdenken" gedacht, so dass nach Möglichkeit niemand mehr eine böse Überraschung im Alter erleben muss.

Kommentar von B0062c7fab7bf0da32f420f3b225d453smallNiklaus am 23. Juni 2009 09:38

Rürup und Roiester müssen keine Geldwerte sein, denn es gibt sie auch als reine Fondssparpläne.

Kommentar von 0eb6da6e19a0616aaaa2de5caff23fbcsmallhumoer am 23. Juni 2009 10:48

Hallo tomcat,

hast Dir ja ne Menge Gedanken gemacht. In deiner Antwort sind einige sehr interessante Ansätze. Auf die Frage gehst Du allerdings nicht ein. Oder darf ich Deine Antwort so verstehen, dass Du es in jedem Fall für sinnvoll erachtest, Altersvorsorgeverträge zu verscherbeln? An windige Unternehmen, die eine erhöhte Auszahlung, gestreckt über viele Jahre, in Aussicht stellen? Da wird aus dem angepeilten „Sachwert“ schnell ein hoher „Brennwert“, denn diese Gesellschaften haben schon ne Menge Geld verbrannt und werden das auch weiter tun.

Wenn ich mal kurz zitieren darf aus Deiner Antwort: „Bis vor etwa 2 Jahren konnte man noch mit einigermaßen gutem Gewissen diverse Fonds oder Dachfonds empfehlen, seit letztem Sommer verbietet sich das natürlich. (Finanzkrise).“

Gerade Fondssparpläne stellen für Kleinsparer, die sich keine Immobilie leisten können – oder – das gibt’s auch – nicht leisten wollen – eine sehr interessante Sachwertanlage dar. Ich denke aber, gerade in diesen Zeiten sollten Berater, die Ihren Kunden vor ein paar Jahren empfohlen haben, in Fonds zu investieren, erklären, warum es sinnvoll ist jetzt dabei zu bleiben und nicht ausgerechnet in Zeiten der tiefsten Krise die Pferde zu wechseln und Verluste zu realisieren. Gerade die Leute, die noch 20 oder 30 Jahre Zeit haben zum ansparen, werden sich auf lange Sicht freuen, heute den diversen Ratschlägen, alles zu versilbern und auf ein einziges Pferd zu setzen, widerstanden zu haben. Eine breitgefächterte Anlagestruktur aus Aktien(Fonds), Immoblilien(ggf.Fonds), Anleihen, ein Teil Gold – ich denke, damit wird man langfristig erfolgreich unterwegs sein.


humoer
beantwortet von humoer am 23. Juni 2009 00:27
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Ich verstehe nicht, dass man mit fremden Menschen am Telefon über die eigene Altersvorsorge philosophiert. Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen, einen Vertragsentwurf für die Übernahme einer alten Lebensversicherung zu lesen. Firmen wie Dr.XY Cie&CoKG o.ä. wälzen jegliches Risiko auf den Anleger ab, Garantien sind oft unklar. Vorsicht generell bei Anbietern, die ungebeten anrufen – am besten einfach auflegen. Das spart u.U. ne Menge Geld.


wfwbinder
beantwortet von wfwbinder am 22. Juni 2009 21:03
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Wenn die Leute angeblich den doppelten Rückkaufswert zahlen, dann frage ich mich, wie die auf ihre kosten kommen wllen, wenn die Versicherung in Zukunft ncihts Wert sein soll.

Also ganz vorsichtig.

Das hört sich erstmal unseriös an. Vertragsentwruf anfordern udn prüfen, wenn man interesse hat. Sonst mögen die leute die Telefonnummer streichen.

Kommentar von tomcat am 23. Juni 2009 09:45

Die "Leute" kommen auf ihre Kosten und auch der ehemalige Versicherungskunde gehört ab jetzt zu den Gewinnern und nicht mehr zu den Verlierern. Natürlich werden die Policen nicht weiter bedient, sondern sofort gekündigt, um den bereits entstandenen finanziellen Schaden für den Versicherungskunden zu begrenzen. Reine Risiko Versicherungen sind ok, alles Andere ist Unsinn. (Risiko LV erhalten Sie schon für ein paar Euro, mit einem wirklich hohen Betrag für den Fall der Fälle)

Kommentar von 1928372d696aac89e5ef95eea076f957smallwfwbinder am 23. Juni 2009 10:31

WEnn die Versicherung einen Rückkaufswert hat, aber ein anderer mir sagt das er bei der Kündigung das doppelte plus den Betrag bekommt, den er verdienen will, erscheint mir das ziemlich unwahrscheinlich. Sagen wir mal: "quod erat demonstrandum."

DAs die Kapital LV ausgedient hat und nur die Risiko LV sinnvoll ist, kann man hier wohl schon seit bestehen des Forums lesen.


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