Frage von XYZ123, 6

Private Altersvorsorge / Rente als Freiberufler

Hallo. Mich beschäftigt meine Altersversorgung. Ich bin Freiberufler, 36, verdiene soviel, dass es zum Leben gerade reicht. Soeben habe ich im Internet einen Rürup-Tarif-Rechner benutzt. Knapse ich von nun an monatlich 40€ ab, stünde mir ab 65 eine max. monatliche Auszahlung von 210€ (mind. 115€) zu. Was ich nicht verstehe: Selbst wenn ich 95 Jahre alt werde, so hätte ich doch am Ende MEHR ALS DOPPELT soviel eingezahlt als ich herausbekomme?! Das kann mir doch nichts nützen? Oder hab ich etwas falsch verstanden... DANKE.

Antwort
von wfwbinder, 5

Diese Verträge, ob Rürup, Riester oder wie sie immer heissen, sind mit soviel Garantien und Verwaltungsaufwand verbunden, dass die Konditionen einfach schlecht sind.

Wende Dich mal an die Versicherungsmakelprofis, die haben bestimmt bessere Modelle.

Aber das löst Dein Grundproblem nicht.

Als Freiberufler soviel, dass es eben reicht und nur 40,- Euro für Altersversorgung.

Ich denke eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells ist wichtig. schließlich musst Du für Dich so vorsorgen, dass Du nicht in Harzt IV, oder was es dann geben mag wechselst.

Antwort
von Sobeyda, 5

Die Aussage, dass sich Rürup niemals loht, ist falsch! Und gerade für Freiberufler ist sie eine der wenigen Möglichkeiten, eine geförderte Altersvorsorge zu bekommen.

So richtig lohnen tut sie sich allerdings nur, wenn man den jährlichen Höchstbeitrag von 20.000,- EUR (für Ledige) ausnutzt und einen Grenzsteuersatz von 42% oder mehr hat. Der Nachteil der Rürup-Rente ist dann der, dass die sich daraus ergebende Rente später vollständig versteuert werden muss.

Dein Post verstehe ich so, dass das bei Dir 20.000 EUR keine Option sind. Mit 40,- EUR im Monat kann man allerdings keine vernünftige Altersvorsorge aufbauen. Ein Angestellter mit 2.500 EUR brutto im Monat zahlt davon 18,9% oder 472,50 EUR jeden Monat in die gesetzliche Rentenversicherung ein, also fast das 12-fache von dem, was Dir so vorschwebt.

Ich kenne Deine berufliche Situation nicht und weiss daher nicht, was Du für Möglilchkeiten hast, aber wenn es Dir nicht gelingt, Deinen Gewinn so zu vergrößern, dass dabei eins solide Altersvorsorge abspringt, wirst Du im Alter auf Grundsicherung angewiesen sein.

Deine Rechnung verstehe ich allerdings nicht. Zunächst glaube ich nicht, dass es bei einem Beitrag von 40,- EUR im Monat eine garantierte Rente von 115,- EUR gibt. Das ist viel zu hoch. Zweitens kann ich die Aussage mit den 95 Jahren nicht nachvollziehen:

Beitragssumme: (65-36)1240 = 13.920 13.920 / 115 = 121,04.

Also Du musst nur 75 Jahre und 2 Monate werden um die Beiträge mit einer garantierten Rente von 115,- EUR wieder raus zu haben und nicht 95.

Kommentar von XYZ123 ,

Du hast Recht, ich hatte mich an der Stelle verrechnet. Danke.

Antwort
von Privatier59, 6
Rürup-Tarif-Rechner

Entschuldige mal: Bist Du von allen guten Geistern verlassen? Rürup lohnt sich im Prinzip niemals und wenn man so was überhaupt angehen will, dann nur als Spitzenverdiener der die max. 20.000 / 40.000 Euro (Alleinstehende/Verheiratete) für die Steuerminimierung brauchen kann. In diesem Jahr reduziert sich das Einkommen nämlich um 76% des eingezahlten Beitrags. Wer wie Du kaum was verdient, sollte unbedingt die Finger von Rürup lassen. Mach lieber einen Aktienfonds-Sparvertrag.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten