Frage von Lisa55,

private Altersvorsorge - aber wie?

aufgescheucht von der akt. Diskussion frage ich mich, wie man denn überhaupt für's Alter vorsorgen kann.

  • Riester bringt wenig - wie man hört
  • Lebensversicherung - immer unattraktiver
  • Börse - riskant
  • Anleihen - Geldwerte, und die soll man meiden
  • Sparanlagen - bringen auch nichts

So könnte ich weitermachen. Nur dann eben die Frage: wie soll und kann man dann bitte vorsorgen? Ich bin überfragt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus,

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds
Kommentar von Lisa55 ,

sehr aufschlussreich. Ich habe mich beraten lassen und es gibt doch einiges, was mir neu ist.

Nun muss ich versuchen, Werbung von Fakten zu trennen und einen guten Mix für mich zu finden.

Antwort
von Kevin1905,

Der beste Weg ist einen Experten aufzusuchen und zu schauen welche Anlageformen und Schichten der Altersvorsorge für dich in Frage kommen.

Kann durchaus sein, das Riester zu 100% passt, vielleicht aber auch nicht.

Daher würde ich dir empfehlen einen unabhängigen Versicherungsmakler aufzusuchen und dich ausgiebig beraten zu lassen. Zusammen lässt sich dann eine Strategie erstellen, die auf deine spezielle Lebenssituation und -planung passt.

Antwort
von consteind,

Hallo, wichtig ist das die Anlagen in der Altersvorsorge "sicher" sind und Renditemöglichkeiten genutzt werden können. Moderne Altervorsorgen bieten das und sind auch in den Bedingungen flexibel. Beitragspausen, Beitragsfreistellung immer möglich! Geldentnahmen in der Ansparzeit ohne Zusatzkosten, Zuzahlungen, immer möglich! Im Rentenalter erst bestimmen,welche Art Rente oder auch mehrer Renten bzw. Entnahmeplan alles kombinierbar. Alle Allagemöglichkeiten , von Garantieprodukten bis Vermögensverwaltungen (Banken) bis zu Fonds in allen Anlageklassen. Alles kann kostenfrei immer verändert werden.Tägliche Transparenz der Anlage. Dazu gibt es auch Betreuung! Gruß consteind

Antwort
von jsch1964,

Hallo Lisa,

pauschale Urteile führen oft auf den Holzweg. "Die Börse" ist nicht per se schlecht, auch nicht "Anleihen", "Versicherungen" oder "Sparanlagen". Das gleiche gilt für "man soll"-Aussagen. :-)

Es gibt in jedem Bereich Gründe, die dafür und die dagegen sprechen. Und es gibt bei jeder der von Dir genannten Möglichkeiten sowohl gute als auch weniger gute Anbieter.

Das falscheste ist, nichts zu tun, nur weil Du Angst hast etwas flasch zu machen. Hör Dich im Bekanntenkreis um, frag Leute, die offensichtlich Geld haben und suche Dir dann den Berater, der Dir bei Deinem Vorhaben hilft.

Nur der Vollständigkeit halber: Ich bin ein Freund von Fondssparplänen, wenn es um das reine Vermehren von Geld geht. Ob bei Dir eine staatlich geförderte Variante irgendeiner Versicherung SInn macht, lässt sich nur sagen, wenn all Deine Zahlen auf dem Tisch liegen. Also: Berater suchen!

Antwort
von fobi250,

Ich habe letztens eine Private Rentenversicherung abgeschlossen. Ein Kollege hatte mir das empfohlen, da zahle ich jeden Monat etwas ein und später bekomme ich dann neben der staatlichen Rente noch etwas dazu. Hier gibt es auch eine Webseite für Private Altersvorsorge, da werden verschiedene Möglichkeiten gezeigt: www.altersvorsorge-auskunft.de

Kommentar von Lagerbaer ,

"Ein Kollege hatte mir das empfohlen" Wie in der anderen Antwort schon gesagt sollte man nichts darauf geben was "man" so hört. Wichtig ist doch: Lohnt sich das, was du später ausgezahlt bekommst im Vergleich zu dem, was du jetzt einzahlst?

Antwort
von Rat2010,

Das Thema ist, ob du für das Alter vorsorgen willst und kannst. Wenn du willst und kannst, ist die riskante Börse doch kein Problem Auf zig Jahre weicht das Risiko praktisch komplett. Nur die Chance bleibt übrig. Natürlich nicht, wenn man nur irgendwie rumzockt aber man kann ja sehr, sehr einfach regelmäßig in Investmentfonds investieren, die voraussichtlich eine wesentlich höhere Rendite bringen als alle anderen Anlagen.

Der Vorteil ist, dass es genau auf dem Gebiet auch noch sehr gute Berater gibt.

Ob du dann die Riester-Förderung mitnimmst und mit einem Riester-geförderten Fondssparplan besser beraten bist, kann dir auch ein Experte sagen.

Sonst gebe ich dir recht. Längerfristig ist es sicherlich unspannend, sein Geld in Geldwerten zu sparen.

Antwort
von betroffen,

Hallo Lisa

wir alle hoffen, dass die unnatürlichen Zustände am Kapitalmarkt sich bald wieder bessern.

Nimmt man deine Aufzählung oben, bleiben eigentlich nur noch Sachwerte und Eigenheim oder Eigentumswohnung übrig.

Wenigstens etwas!

Antwort
von Rentenfrau,

Hallo Lisa55, bei der privaten Altersvorsorge ist es wichtig, daß man nicht auf das hört, was "man" so irgendwie hört, denn bei jedem ist die Lage anders. Ein Beispiel zu Riester, wenn z. B eine Minijobberin mit 2 Kinder, die beim 400-Euro-Job den Rentenversicherungsbeitrag aufstockt, riestert, dann zahlt sie einen Eigenbetrag von 60 Euro im Jahr, bekommt aber pro Jahr 154 Eigenzulage und 2 x 184 Euro Kinderzulage, solange sie Kindergeld für die Kinder kriegt. Und ich weiß nicht, wie Du es beurteilst, aber in diesem Fall wäre die Minijobberin echt von allen guten Geistern verlassen, wenn sie nicht riestern würde. Die Lebensversicherung, da würde ich Dir recht geben, die momentane Mindestverzinsung (von ca. 1,75 %) ist echt wenig, aber wenn man stattdessen das Geld an der Börse verzockt hätte, dann wäre die LV doch besser. Eine eigene Immobilie ist auch eine Möglichkeit, im Alter die Miete zu sparen ist ganz günstig. Rat: frage bei verschiedenen Bank und Versicherungen, und schließ auf keinen Fall etwas ab, was Du nicht verstehst.

Kommentar von consteind ,

Frage, wie ist das im Alter, wie hoch fällt die Rente im Alter aus, braucht Sie staatliche Unterstützung im Alter?- Wird dann die Riester Rente mit voll herangezogen, oder bekommt man die Riester oben drauf, damit es einem gut geht? Es kommen immer die Geister die man nicht rief....., oder wie war das?

Antwort
von MadRampage,

Nichts tun ist auf jeden Fall der falsche Weg (ob es in 20Jahren auch noch eine Grundsicherung geben wird, ist nicht garantiert!)

Meines erachtes unerlässlich ist es, im Laufe der Zeit echte (Sach)Werte zu schaffen und dabei sein Geld breit zu streuen:

  • Firmenbeteidigungen in Form von Aktien, Aktienfonds oder auch ETFs, welche sich heute auch monatlich besparen lassen
  • Kredite an Firmen und Staaten (=Renten) geben zur Stabilierung in Form von Rentenfonds oder ETFs, welche sich ebenfalls auch monatlich besparen lassen
  • etwas Gold kann einen beruhigen, wenn es denn sicher im eigene Tresor zu Hause oder im eigenen Bankschließfach liegt
  • und falls die Lebensplanung und finanzielle Situation es zulässt, auch gerne ein eigenes Häuschen bzw. Wohnung, was sich altersgerecht umbauen lässt und eine gute Lage hat

Zur Umsetzung KANN (und soll) man ruhig die Förderungen mitnehmen, also als Arbeitnehmer einen guten Riestervertrag abschließen und wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt und man länger dort bleiben möchte auch gerne eine betriebliche Altersvorsorge abschließen.

also NUR MUT: sich Informierten und Beraten lassen und dann LANGSAM einstiegen. Nichts ist ohne Risiko, vorallem nicht das echte Leben :)

Kommentar von GAFIB ,

DH, das trifft es!

Antwort
von coolsweet,

Schon mal über Alternativen nachgedacht, bspw. über einen Edelmetallsparplan bzw. Goldsparplan? Gold kennt bspw. keine Inflation, kann nicht pleite gehen, kennt keine Abschreibungen, ist (noch) Abgabe- und Steuerbefreit und ermöglicht sogar einen anonymen Vermögensaufbau. Zudem gibt es Sparpläne in dieser Form welche vollkommende Flexibilität ermöglichen und wo man - entgegen zu den klassischen Kapitalanlagen - auch jederzeit an sein Vermögen ran kommt. Und last but not least, sollte man immer bedenken das eine Lebensversicherung eben doch wertlos werden kann, hierzu empfehle ich das Buch "Der Crash der Lebensversicherungen". Gleiches gilt im übrigen auch für alle anderen Geldwertanlagen. Landbesitz oder Edelmetalle wie Gold können und werden hingegen nie wertlos werden. Ich bin daher ein absoluter Fan von "Realwerten" bzw. "Sachwertanlagen", Kapitalanlagen meide ich wie der Teufel das Weihwasser.

Kommentar von Lisa55 ,

nö. Edelmetalle hänge ich mir nur um - bisher :)

Antwort
von NasiGoreng,

Vielen Kindern eine gute Mama sein. Gut erzogen und ausgebildet sorgen die dann später dankbar für ihre alte Mutter.

Kommentar von Niklaus ,

Was ist denn das für eine antiquierte Antwort. Wenn dein Name etwas mit einer geografischen Herkunft zu tun hat, verstehe ich die Antwort, aber in Europa funktioniert das nicht. Es funktioniert auch nicht in asiatischen Ländern.

Kommentar von NasiGoreng ,

Antiquiert ist diese Antwort wohl, aber nicht falsch. Kinder haben als Altersversorgung eine jahrtausende alte Funktion. Auch unser Rentensystem ist auf einer ausreichend hohen Kinderzahl aufgebaut und scheitert an der Faulheit, dem Egoismus und der Unfruchtbarkeit zu vieler.

Es wird nicht mehr lange dauern bis die Kinderlosen im Alter vom Staat nur noch eine Minimalversorgung bekommen.

Kommentar von Niklaus ,

In vielen Ländern dieser Erde kommt es aus genau diesem Grund zu einer Überbevölkerung.

Bildung ist der Maßstab nicht die Anzahl der Kinder.

Kommentar von NasiGoreng ,

Wenn schließlich 0 Kinder eine excellente Ausbildung haben, werden Dir 0 Kinder Deine Rente finanzieren? Verstanden???

Kommentar von Niklaus ,

Warum herrscht gerade in bevölkerungsreichen Ländern dann so viel Altersarmut?

Kommentar von NasiGoreng ,

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wegen der Armut sind viele Kinder der einzige Weg die eigene Alterversorgung sicherzustellen.

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