Frage von fancescaLaBella,

Preise für Import- und Exportgüter werden deutlich teurer. Zusammenhang mit Inflation?

wie kann es eigentlich sein, dass die Preise für die deutschen Importgüter um 11% steigen, die für Exportgüter um ca. 5%, die Inflation jedoch "nur" um knapp über 2%.

Für mich passt das nicht zusammen! Müsste die Inflation damit nicht deutlich höher sein? Wo ist mein Denkfehler?

Hilfreichste Antwort von gandalf94305,
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Die Inflation im eigentlichen Sinne wird durch die Veränderung des Verbraucherpreisindexes angegeben. Dieser schließt verschiedene Güter, die industriell relevant sind, überhaupt nicht ein, d.h. während Preise für Importgüter (z.B. Industriemetalle, Öl und Agrarrohstoffe) stark gestiegen sind, steigen die Preise für Exportgüter (die unter anderem auch einen wesentlichen Dienstleistungs- bzw. Herstellungsanteil enthalten) geringer. Die Inflation steigt nur in dem Maße, wie der Verbraucherpreisindex davon berührt wird.

Das Problem mancher Länder wie China ist, daß Importgüter (Rohstoffe) massiv teurer wurden, während Exportgüter (die vorwiegend in einem "Billigsegment" zu finden sind) auf dem Weltmarkt sogar günstiger werden. Das wird in Löhnen bzw. Wechselkursen reflektiert.

Deutschland produziert viele hochwertige Industriegüter und Anlagen aus dem Maschinenbau, d.h. die Auswirkung gestiegener Rohstoffpreise auf den Preis des Endprodukts ist deutlich geringer.

Würde man die Inflation nicht auf Basis von Verbraucherpreisen messen, sondern beispielsweise als Veränderung von Importpreisen für industrielle Rohstoffe und Güter, so hätte man ein Maß für die industrielle Inflation - diese wäre dann deutlich stärker als 2% gestiegen.

Antwort von smoothbrother,
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Dein Denkfehler ist, dass du den Politkiern und den Massenmedien noch Glauben schenkst.

Politker haben natürlich einen sehr hohen Anreiz, dass die offiziellen Inflationsraten so niedrig wie möglich sind. Beispiel: sehr viele Transferzahlungen orientieren sich an den offiziellen Inflationszahlen. Wenn die offiziellen Inflationszahlen nun künstlich niedrig gehalten werden, sind die Staatsausgaben natürlich demenstprechend niedriger, womit das Budgedefizit besser aussieht, als wären diese Transferzahlungen an den tatsächlichen Inflationsraten gekoppelt.

Es gibt allerdings noch weitere und sogar deutlich wichtigere Anreize.

Fakt ist, dass die offiziellen Inflationsraten absichtlich manipuliert sind. Jeder, der seine Ausgaben auch nur rudimentär verfolgt, wird feststellen, dass die durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten in den letzten 12 Monaten um mindestens 5% gestiegen sind, womit auch die Inflation deutlich höher als 2% ist.

Mehr Informationen erhältst du hier: http://www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts --> die Site ist zwar US-zentriert; die Aussagen gelten aber auch für Deutschland.

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