Frage von solicitation1, 100

Kann man die Prämie beim Mitarbeiter-Empfehlungsprogramm teilen?

Angenommen in einer Firma gibt es ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm und die Firma lobt eine Prämie von 4000,- Euro aus, wenn ein Mitarbeiter einen geeigneten neuen Mitarbeiter aufgrund dieses MEPs vermittelt.
Weitere Annahme: Es ist nicht hierzu in den Regeln des MEPs vermerkt: Darf der Empfehler einen Teil seiner Prämie an den neuen Mitarbeiter abgeben? Falls ja, wie viel?
Falls nicht, was kann passieren wenn er es trotzdem macht.
Angenommen in den Regeln ist vermerkt, dass er nichts abgeben darf. Was können die Folgen sein, wenn er trotzdem etwas abgibt?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 97

Eine Prämie für eine Mitarbeiterempfehlung ist Einkommensbestandteil und daher vom Empfänger zu versteuern, ggf. fallen Sozialabgaben darauf an. Das setzt eine Grenze für die Weitergabe von Beträgen.

Das Unternehmen kann dafür keine Zweckbindung verlangen, sondern höchstens die Prämie nicht als Geldprämie, sondern als Sachprämie (z.B. namentlich gebundenen Einkaufsgutschein) ausgeben. In diesem Fall ist die Fungibilität etwas schwieriger, jedoch könnte der Empfänger selbst bei einer Einschränkung der Gutscheineinlösung mit einer anderen Person Einkaufen gehen und dann bezahlen. Andere Sachprämien können einfach weiter verschenkt werden.

Ethisch fragwürdig wären Absprachen zwischen Werber und Geworbenem, kurz nach Ablauf der Mindestanstellungsdauer, die für das dauerhafte Behalten der Prämie relevant ist, die Kündigung auszusprechen. Das wäre zum Schaden des Arbeitgebers und damit eine Verletzung der Treuepflicht des Arbeitnehmers.

Kommentar von gammonwarmal ,

Ich kenne das Thema auch. In dem Konzern, in dem ich beschäftigt war, gibt es auch eine Geldprämie bei Vermittlung. Die Prämie wird erst nach Ablauf eines Beschäftigungsjahres gezahlt. Die Entscheidung, ob ein Empfohlener eingestellt und weiterbeschäftigt wird, trifft ja das Unternehmen, nicht der Empfehlende.

Hintergrund dieses Verfahren ist, die hohen Kosten bei einer beauftragten Unternehmensberatung zu sparen. Deren Kosten stehen in keinem Verhältnis zu der gezahlten Prämie.

Natürlich spricht überhaupt nichts gegen eine Weitergabe der netto ausgezahlten Prämie. Warum man das allerdings machen sollte, erschließt sich mir nicht. Jemand, der nur aufgrund der hälftigen Beteiligung wechselt, wird wahrscheinlich schon die Probezeit nicht überleben.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ja, das erschließt sich mir auch nicht ganz, aber das ist eine ganz andere Frage. Wenn man einen Bekannten oder Freund wirbt, kann das jedoch eine vertrauensbildende Maßnahme sein, die den Vorgang von irgendwelchen Strukturvertrieben unterschiedet.

Antwort
von wfwbinder, 77

Ist schon ein etwas seltsamer Bereich.

Das Unternehmen sucht Mitarbeiter und ist bereit dafür Geld zu zahlen.

Teilen käme ja wohl nur in Frage, wenn man zufällig Jemanden kennen lernt, der einem sagt "ich will mich bei Euch bewerben" und man sagt, "lass mich das vermitteln, ich bekomme dafür 4.000,-, die können wir teilen."

Ohne diese Absprache hätte der Arbeitgeber das Geld gespart.

Ich sehe das aber nicht so scharf, wie z. B. bei Versicherungen, oder Kapitalanlagen, wo man ja ggf. versucht hat einen Vertragspartner zu ködern. Da ist es ja wohl verboten.

Kommentar von solicitation1 ,

Was soll daran seltsam sein? Das ist inzwischen in größeren Firmen gängige Praxis.  

Google mal nach "Mitarbeiterempfehlungsprogramm".

Kommentar von wfwbinder ,

Mit seltsam meinte ich nicht, dass es dass nicht gibt, oder etwas anrüchiges daran wäre, sondern dann Jemanden dazu zu locken, mit einer Prämienteilung eine Bewerbung auszulösen.

Übrigens wären die Prämienweitergabe im Bereich der Steuer, Werbungskosten.

Antwort
von Niklaus, 60

Überlege dir eine Teilung gut, denn du zahlst für den Gesamtbetrag die Einkommensteuer.


Kommentar von gammonwarmal ,

Üblicherweise werden derartige Prämien mit dem Gehalt ausgezahlt, somit netto. Mit ein wenig IQ zahlt man dann davon die Hälfte...

Antwort
von billy, 54

Ich halte dieses MEP zwar auch für unangemessen und fragwürdig, aber das ist meine persönliche Meinung. Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter könnte die Firma mit Sicherheit auch günstiger bewerkstelligen. Wenn die Regularien des MEP’s die Prämienteilung nicht ausschliessen könnten sich der Werber und der Angeworbene die Prämie auch teilen, in welchem Verhältnis müssen die Beteiligten unter sich ausmachen. 

Kommentar von gandalf94305 ,

Das kommt sehr auf die Branche an. In vielen Sektoren werden gute Mitarbeiter händeringend gesucht. Da sind die Kosten für Headhunter etc. deutlich höher und können bis zu einem Jahresgehalt betragen. Wer Reinigungskräfte sucht, wird diesen Weg wohl weniger einschlagen.

Kommentar von billy ,

Hallo gandalf94305, 

Das ist sehr gut möglich, der Fachkräftemangel verstärkt das Problem von Jahr zu Jahr. Für meinen Arbeitgeber (Automobilbau) kann ich derartige Vorgehensweisen definitiv ausschliessen, die Bewerbungen sämtlicher Beschäftigungsprofile (ausschliesslich online möglich) übersteigen den Bedarf um ein vielfaches. 

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