Frage von Weihnachtsmann7, 10

Portfolio, welches ist besser?

Hallo,

eigentlich war mein Plan, einen größeren Betrag in 4 Mischfonds anzulegen, da ich kein allzugroßes Risiko eingehen möchte, da ich für diese Sicherheit gerne auf Rendite verzichte und da ich mit dem ganzen Finanzthema nicht vertraut bin. Nun habe ich aber gelesen, daß gerade bei Mischfonds wegen der zur Zeit niedrigen Zinsen ein besonders hohes Verlustrisiko besteht und gerade das möchte ich ja nicht.

Ist Plan A oder Plan B in diesem Fall besser ?

A.:

80% defensive Mischfonds (30% Carmignac Patrimoine A, 30% Ethna Aktiv, 20% Flossbach von Storch, 20% Allianz Kapital Plus)

20% Tagesgeld

B.:

15% Aktien (8% MSCI Europe, 7% MSCI USA)

60% Renten (20% iBoxx EUR Sovereign Eurozone, 10% iBoxx ERU Liquid Corporates, 20% eb.rexx Jumbo Pfandbriefe, 10% iBoxx Global Inflation-Linked Hedged)

5% Immobilien ( FTSE EPRA/NAREIT Dev. Property)

5% Rohstoffe (Easy ETF GSCO TR)

15% Geldmarkt ( db x-trackers iBoxxGlobal Inflation-Linked TR)

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Aktienfonds & Fonds, 2

Ei, dieses Forum ist kein Ausbildungsplatz für Vermögensmanager :-) Du brauchst eigentlich dringend Beratung, um diese Alternativen abzuwägen und letztendlich überhaupt zu bestimmen, was denn nicht der "richtige", sondern ein plausibel vernünftiger Weg für diese Anlage ist. Mal ein Blick in die Runde:

  • DAX, Stoxx Europe 600, S&P 500 und andere Aktienindices der Industrieländer stehen knapp unterhalb ihrer historischen Höchststände und viele Anleger fragen sich, ob das die Ruhe vor der Jahresendrallye auf neue Höchstwerte oder vor dem Crash um 30% ist.
  • Geld wird aus Emerging Markets Aktien- und Rentenmärkten abgezogen, deren Wachstumsphantasien langsam von Phantasiezahlen jenseits der 10% auf "normale" Werte herunterkommen.
  • Frontier Markets erfahren das auch, wenn auch in kleinerem Umfang, da das Wachstum dort noch stärker bleibt.
  • Rentenmärkte fürchten sich vor einem Rückfahren der staatlichen Anleihenläufe in verschiedenen Wirtschaftsräumen, d.h. auch einer Erhöhung von Leitzinsen weg von historischen Tiefs.
  • Immobilienmärkte haben sich zwar von der Krise in 2009 erholt, sind in vielen Regionen jedoch immer noch unter historischen Mittelwerten, da die Wirtschaft sich noch nicht so recht erholt hat.
  • Rohstoffmärkte hatten eine sehr gute Zeit in den letzten 10 Jahren durch die hohe Nachfrage aus den Emerging Markets - vor allem China. Jedoch beginnen die USA über Saudi America mit eigenen Energieressourcen nachzudenken und China läuft langsamer.
  • Spareinlagen wie Tagesgeld notieren aufgrund der historisch niedrigen Zinsen natürlich auch auf Tiefstständen.

Jetzt lassen sich in all diesen Märkten natürlich trotz aller Gefahren langfristig Gewinne erreichen, denn Dividendenrenditen entwickeln sich gut und auch die Bondemissionen von robusten, immer noch wachsenden Unternehmen sind recht sicher. Selbst die Emissionen im Bereich der High-Yield-Bonds, d.h. Anleihen von Unternehmen mit Ratings unterhalb Investment Grade, sind immer noch attraktiv, da die Ausfallsraten solcher Bonds auch auf historischen Tiefstständen liegen.

Man muß daher sehr genau überlegen, welche Mischung welcher Anlageklassen und welche einzelnen Positionen in diesen Anteilen wirklich interessant sind. Das erfordert eine wohlfundierte Selektion solcher Positionen. Man muß das Gefüge auch beobachten, denn die Mischungsanteile werden über die Zeit hinweg zu variieren sein. Das kostet Zeit und erfordert Erfahrung. Ein Anleger kann das selbst tun oder die Arbeit Fondsmanagern überlassen (dann aber ist die Frage die Auswahl der Fonds, d.h. man sucht hierzu Beratung) oder die ganze Chose einem Vermögensmanager übertragen (dem man vertraut). Irgendwo auf dem Weg wird externe Hilfe etwas kosten.

Plan B halte ich für ungeeignet, da Volatilität dieses Portfolios deutlich höher als die von Plan A sein dürfte, der hohe Rentenanteil gefährlich ist und zudem 15% Aktien nur etwas halbherzig im Portfolio eingebracht sind.

Plan A hat bei einer Gleichverteilung der vier Fonds im Endeffekt folgende Allokation:

  • Assetklassen: Geldmarkt 32%, Renten 32%, Aktien 34%, Rohstoffe 2%

  • Regionen/Währungen: 20% Cash EUR, 35% Europa, 35% sonstige Industrieländer (primär USD), 10% Emerging Markets

Der Cash-Anteil ist aus meiner Sicht zu hoch. Hier würden 10% Tagesgeld oder sogar weniger (siehe Deine vorige Frage) ausreichen, denn wieviel Liquidität benötigt man wirklich, wenn laufende Einkommensquellen vorhanden sind?

Hättest Du Anfang 2008 das wie genannt (mit 20% Cash) angelegt, dann wäre die Performance bisher ca. +38%, was sogar den S&P 500 schlägt, der auf diese Zeit krisenbedingt nur ca. +8,5% erreicht hat. Wäre die Einmalanlage vor drei Jahren erfolgt, hätte dieses Portfolio eine Bilanz von ca. +17%, während der S&P 500 +48% erreichen konnte. Wäre die Anlage vor einem Jahr erfolgt, so gäbe es immer noch ein Plus von ca. 3,7% und der S&P 500 könnte +16% aufweisen. Das bedeutet aber nicht, daß man nun dringend den S&P 500 als ETF kaufen muß, denn dieser hat ja auch in der Krisenzeit 2008/2009 deutlich stärkere Rückschläge als Dein Mischfondsportfolio hinnehmen müssen, da der Rentenanteil Krisen pufferte. Benchmarks sind eigentlich recht egal, wenn es um die Planung eines konservativen Portfolios mit Kaufkrafterhalt geht. In der Rückrechnung sind "hätte" und "könnte" immer hübsch anzuschauen, aber man muß ja konkrete Entscheidungen treffen.

Zinserhöhungen werden dieses Portfolio übrigens nicht so stark treffen, da es einige höherverzinste Anleihen enthält und eine durchschnittliche Duration der Renten von ca. 19 Monaten hat.

Natürlich wären höhere Aktienanteile im Portfolio durchaus sinnvoll, denn es zeichnet sich ab, daß trotz drohender Zinserhöhungen die Dividenden von Unternehmen eine Hauptertragsquelle sein werden. Jedoch kann das natürlich auch zu mehr Volatilität führen. Kein Problem, wenn man langfristig investiert, man muß dabei jedoch auch noch gut schlafen können.

Genau diese Abwägungen erfordern eigentlich Beratung. Plan C :-)

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Danke.

Welchen Plan findest du denn besser:

Plan A: Also die 4 Mischfonds zzg. den globalen Aktienfonds den LittleArrow vorgeschlagen hat

oder

Plan D: Systematische Anlage-Management von Fidelity

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Plan D:

87,5 % Anleihen:

5,0%Hochzinsanleihen LU0740037295

2,5%Schwellenländeranleihen LU0337572712

7,5%Kurzlaufende Euroanleihen LU0267388220

22,5%Unternehmensanleihen LU0532243341

50,0%Anleihen Welt gemischt LU0594301060

12,5% Aktien (LU0731782404):

Kommentar von gandalf94305 ,

Zunächst mal: ich bin selbst Kunde von Fidelity, wenn auch nicht von SAM. SAM ist ein interessantes Konzept, muß sich jedoch erst noch beweisen. SAM wird jedoch insbesondere keine Mischfonds empfehlen, da hier ja der Anspruch besteht, durch eigene Mischung der Assetklassen einen guten Mix zu erreichen. Ein Mischfonds wäre da doppelt-gemoppelt. SAM wird jedoch umschichten, wenn die Fondsbewertungen oder -entwicklungen das empfehlen.

Die Lösung mit den Mischfonds wäre mir persönlich sympathischer, das ja die Mischfonds das Umschichten genau erledigen. Ohne steuerwirksame Transaktionen und ohne große Fondsauswahlen. Letztendlich trifft man mit einem Mischfonds ja die Entscheidung für ein Fondsmanagement, dem man die passenden Umschichtungen zutraut. Der Flossbach von Storch Mult. Opp. ist aktienlastig. Carmignac Patrimoine ist eher anleihenlastig. Ich würde daher unter Beibehaltung der konservativen, defensiven Strategie mit Mischfonds die vier einfach gleichgewichten. Dadurch bekommst Du eine ungefähre Gleichverteilung von Geldmarkt, Anleihen und Aktien.

Nimmst Du also 10% Cash und je 20% des Portfolios die genannten vier Mischfonds, so fehlen noch 10% Anlagevolumen. Da könnte man durchaus etwas Chancenorientiertes reinpacken, z.B. einen Magna Emerging Markets Dividend oder Magna New Frontier. Meinetwegen auch einen Comgest Growth Europe, RobecoSAM Smart Materials oder DJE - Agrar & Ernährung. Das wären Akzente, die Chancen zukünftiger Entwicklungen (die ohnehin durch die Mischfonds ggf. abgedeckt sind) nochmals verstärken sollen. Mehr als 10% vom Portfolio sollten solche Chancenbeimischungen in diesem Fall insgesamt aber nicht ausmachen, da sonst die Defensivität der Mischfonds konterkariert wird.

Ideen gibt es viele... aber das muß man diskutieren und verproben... das ist Nichts für ein Internetforum.

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Vielen Dank

Antwort
von LittleArrow, 3

Ich stimme eher für Plan C;-)

Zum Plan B:

Wozu brauchst Du volatile Rohstoffe und US$-abhängige Immobilienfonds?

Bei den gewählten ETFs für Renten handelst Du Dir in beträchtlichem Umfang ein Kursverlustpotential ein, weil bei den beinhalteten langen Restlaufzeiten die Kurse bei Kapitalmarktzinssteigerungen erheblich sinken werden. Aus der Falle kommst Du b.a.w. nicht mehr raus (es sei denn durch Verlustrealisierung). Warum beschränkst Du die max. Restlaufzeit der Renten nicht durch Kauf von einigen guten liquiden Anleihen mit einer Restlaufzeit von - sagen wir - drei Jahren, da hast Du wenigstens nach dieser Zeit 100 % zurück. Der ETF Liquid Corporates geht vielleicht noch gerade, aber keinesfalls die Pfandbriefe und Sovereign Eurozone.

Welchen Fonds willst Du bei Flossbach-von Storch?

Wenn es sein muss, nimm Plan A, aber nur mit 70 % Mischfonds und 2 x 5 % je einen globalen Aktienfonds. Und soviel Tagesgeld brauchst Du doch nicht bei Deinen Einkünften. Lege etwas als 12-Monatsfestgeld an, wenn dort die Zinsen höher sind.

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Dankeschön.

Bei Flossbach von Storch = A0M430

Was für globale Aktienfonds könnte man denn da nehmen?

Plan B ist übrigens aus einem Fachbuch aus 2011. Wäre das in 2011 denn noch ein guter Plan gewesen?

Kommentar von LittleArrow ,

Um den US-Anteil im Gesamtdepot zu reduzieren, sollte der globale Fonds einen geringeren Anteil haben als die ca. 54 % im MSCI World. Beispiele hierfür wären R+P Universal (WKN 531696) mit ca. 20 % und BL Equities (WKN A0MWCV) mit ca. 11 %). Allerdings ist der R+P mit einem Fondsvermögen von ca. € 33 Mio sehr klein. Da der FvS-Fonds Multiple Opp sehr flexibel ist, könntest Du auch diesen Anteil erhöhen.

Antwort
von Candlejack, 2

Weihnachtsmann, ich schlage vor, Du fährst zurück an den Nordpol und bereitest lieber die Geschenke für den 24. vor, das kannst Du nämlich besser ;-)

Es ist doch ganz einfach. Entweder Du machst Geldanlage auf eigene Faust, dann lies Dir alles selbst durch und entscheide selbst und dann kaufst Du bei irgendeinem Direktanbieter, der Dir alles ohne Gebühren und AA hinterherwirft und trägst das Risiko Deiner Entscheidung auch selbst ODER Du lässt Dich endlich mal ordentlich beraten bei einem Anlageberater. Der Mittelweg, alles selbst zu machen und sich dann von einigen Anlageberatern kostenfrei im Netz Absolution zu holen, ist doch Käse.

Ich persönlich würde weder A noch B nehmen. A ist mir zu viel Mischfonds und zu viel gemischt). B sind mir zu viele Renten, zu wenig Immobilien, nicht die richtigen Immobilien, lieber weniger Rohstoffe und mehr Aktien (ich denke Du bist sicherheitsorientiert !) und Geldmarkt derzeit schon gar nicht. Und dann setzten wir noch auf paar halbwegs bekannte Namen, das sieht allso so Performance-Tabellen-mäßig zusammengestückelt aus.

2 x Plan C, zweimal bitte beraten lassen - vielleicht hörst Du mal auf Experten ;-)

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Weihnachtsmann, ich schlage vor, Du fährst zurück an den Nordpol und bereitest lieber die Geschenke für den 24. vor, das kannst Du nämlich besser ;-)

Ja, da hast du Recht :-) Das macht auch mehr Spaß.

Antwort
von ottelli, 2

.... mit dem Berater ist das auch so eine Sache. Am besten fährst Du mit einem unabhängigen Berater-Büro. Kein Bankberater! Genossenschafts - Bankberater hatten uns innerhalb 4 Monaten fast zur Pleite gebracht.....

Kommentar von RoteTara ,

Ohh, noch ein Geschädigter der Genossenschafts-Bankberater!

Antwort
von Niklaus, 2

Ich schlage vor du lässt dich ordentlich beraten.

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Das verstehe ich dann ja alles nicht, wenn ich da vor jemanden sitze der mir dann was erklärt. Mir muß jemand idiotensicher aufschreiben, was ich genau kaufen soll und was nicht. Große Erklärungen sind nicht nötig, da ichs nicht verstehe :-)

Kommentar von Niklaus ,

Das macht auch dann der Berater für dich. Er berät ganz individuelle auf deine Zielvorstellungen ausgerichtet und besorgt dir auch die Anlagen.

Antwort
von NasiGoreng, 2

Plan A macht jedenfalls Deinen "Anlageberater" oder Deinen Vermittler glücklich.

Denn aus Deiner Anlage erhält er (zusätzlich zum Ausgabeaufschlag) beim Carmignac Patrimoine 1,275%, beim Ethna Aktiv 0,6%, beim FvS Multiple Opportunities 0,6% und beim Allianz Kapital Plus 0,432% jährlich und ohne dass er noch irgendwann einmal den Finger für Dich krumm machen muss.

Wer glaubt, bei Schmiergeldzahlungen in solcher Höhe irgendwo eine neutrale Empfehlung zu bekommen, muss schon arg blauäugig sein.

Antwort
von althaus, 2

Plan B ist völliger Unsinn. Wer kauft bei dem Zinsniveau noch Renten und das 60% vom Depot??? Ich glaube, da hast Du wohl nicht nachgedacht.

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Also Plan A. Das wollte ich hören. Danke :-)

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