Frage von gurusucher,

Physische Goldbestände absichern?

Hallo, der bekannte Börsen-Guru Henry Littig u.v.a.m. raten seit einigen Wochen dazu, Gold zu shorten, bzw. physische Goldbestände abzusichern. Meine Frage: angenommen jemand hat 10000 Euro in Goldbarren/münzen investiert. Was wäre die kostengünstigste Möglichkeit, dieses über 1 Jahr abzusichern? Gibt es Short-Etf´s oder muss man auf Zertifikate, Optionsscheine oder Futures zurück greifen? Herzlichen Dank im Voraus für kompetente Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rat2010,

Es gibt das eine oder andere, nur ist wenn man in die Detaills schaut, alles nicht so einfach. Ein ETC Short auf Gold kann ja nur Gold leer verkaufen oder in Futures gehen, die das machen. Dazu muss, damit das Ganze Sinn macht, eine Wette gegen den Dollar laufen, denn das physische Gold hast du ja in Euro. Das ist teuer und weil es teuer ist, finde ich nur ETCs, die trotz fallemdem Gold mehr als das Gold verlieren.

Allerindgs ist es auch nicht ganz mein Thema und vielleicht findet jemand anders etwas passendes. Dafür, dass man seine Goldbestände absichern möchte oder dafür, dass jemand eine Stelle sucht, bei der man Gold gut verkaufen kann, habe ich jedenfalls viel Verständnis.

Antwort
von gandalf94305,

Wenn diese sogenannten "Experten" dazu raten, dann steigt der Goldpreis demnächst wahrscheinlich gerade wieder weiter :-) Als alle "Experten" auf Preise über 2.000 USD gewartet haben, ging es schließlich prompt nach unten.

Die Absicherung erfolgt idealerweise über Optionsscheine, da man ja nicht den gleichen Kapitaleinsatz für die Absicherung ausgeben will. Dann hat man ein neutrales Investment und sollte besser gar nichts investieren. Ein Short-ETF steigt, wenn der Goldpreis fällt, und umgekehrt. Das würde die Wertentwicklung Deines physischen Goldvorrats gerade 1:1 konterkarieren.

Durch die Hebelwirkung der Optionsscheine ist der Kapitaleinsatz für die Absicherung geringer und man kann sie schnell verkaufen, wenn der Goldpreis doch steigen sollte.

Ich persönlich halte nichts von physischem Gold und dem ganzen Hype. Wenn, dann setze ich generell nur über Optionsscheine oder Mini Futures auf Gold Long bzw. Short und kann damit mit geringerem Kapitaleinsatz auf Bewegungen setzen - vor allem jedoch schnell und kostengünstig ohne große Spreads verkaufen, sollte es einen Preiseinbruch geben.

Ist das aber nicht etwas paradox? Gold soll doch Deine Absicherung vor Inflation sein, oder?

Kommentar von Rat2010 ,

DH. Es wurde allerdings nicht nur wegen Inflationsangst Gold physisch gekauft sondern wegen der offensichtlich für viele was das Ende anbelangt leicht vorhersehbaren Währungskrisen. Weil sich nun das Thema beruhigt, die Gespräche jedenfalls in absehbarer zeit mehr Richtung Aktien gehen werden, stellt man fest, dass man - wie bei allen andern Blasen - zu viel Gold und vielleicht auch Goldminen hat.

Dass Inflation und die Lösung der Eurokrise nur zusammen geht war eigentlich schon immer klar. Jedenfalls dir und mir. Die Leute, die Angst schürten, sahen das aber anders und die, die ihnen glaubten haben jetzt ein goldiges Thema, das sie - meine Einschätzung - noch einige Zeit begleiten wird. Warum nicht einfach verkaufen??? Der kleine Schmerz wird - wie nach jeder Blase - vermieden, bis es richtig weh tut.

Kommentar von gandalf94305 ,

Na ja, auch John Paulson hält noch an seinem Goldinvestment fest und alle möglichen "Analysten" und "Experten" versuchen seit mindestens zwei Jahren intensiv, den Euro totzureden, die Inflation herbeizubeschwören, die Ratings von Unternehmen und Ländern zu drücken, sowie die Angst vor einem baldigen Crash zu schüren... irgendwie hat das aber nicht so geklappt und wesentliche Aktienindices sind im letzten Jahr 30% und mehr gestiegen, Gold hat sich im letzten Jahr nur seitwärts bewegt. Viele Anleger haben jedoch weiterhin die Finger von Aktien gelassen und standen auch bei der Rallye ab Ende letzen Jahres nur an der Seite und schauten zu.

Wenn man dann feststellt, daß Gold langfristig weniger steigt als die Inflationsrate, dann wird klar, daß hier ein wesentlicher Anteil einfach Angstspekulation im Preis ist.

Gold hat den Dagobert-Duck-Effekt und ist mehr Beruhigung für die Seele als ein echtes Investment. Wer Gold will, kann es gerne kaufen... aber bitte nicht mit mehr als ein paar Prozent des Portfoliovolumens ;-) Ich bevorzuge da ein paar hübsche Goldmünzen. Der Rest ist Trading. Und das macht man nicht mit physischen Metallen :-)

Antwort
von SBerater,

Wie absichern? Über Short-ETFs, Optionsscheine, Hebelprodukte. Damit ist der Einsatz geringer.

Schon irgendwie seltsam, dass lange über den Hype von Gold gesprochen wurde, der nie enden sollte, weil doch die Welt untergehen würde. Und nun doch absichern? Absichern in einer Zeit, in der Hyperinflation zu erwarten ist? Und Gold soll doch absichern ggü. Inflation? Wieso dann absichern, wenn man mit Gold im sicheren Hafen sein sollte?

Ganz klar ist mir das nun nicht.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ein Short-ETF hat den gleichen Kapitaleinsatz wie ein Long-ETF, nur eben ist das Vorzeichen der Änderungen invertiert. Daher: Hebelprodukte als Absicherung, d.h. Optionsscheine, Mini Futures. In der aktuell geringen impliziten Volatilität dürften Optionsscheine die bessere Wahl sein.

Physisches Gold hat immer das Problem mit Spreads und kurzfristiger Veräußerung.

Antwort
von gurusucher,

Vielen Dank für die Antworten! Dann wären also Optionsscheine das gegebene Absicherungsinstrument. Die Kommentare des Gurus findet man hier: http://www.backstagenews.de/

Kommentar von gandalf94305 ,

Die Kommentare des Möchtegern-Gurus interessieren doch keinen. Den Link interpretiere ich als SPAM. Diese Müll-Kommentare tauchen doch immer erst nach irgendwelchen Krisen und Crashes auf... lustigerweise hat jede Krise wieder andere Gurus. Klar auch, denn wenn 1000 Möchtegern-Prognostizisten irgendeinen Nonsense vorhersagen (man könnte dafür auch die mir deutlich sympathischeren Gorillas oder Schimpansen aus der Wilhelma in Stuttgart nehmen), dann wird wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der Primaten der Wahrheit nahe gekommen sein. Diesen Primaten erklären wir dann zum "Guru" und stellen fest, daß trotz erheblicher Bemühungen mit diversen Börsen-Newsletter-Publikationen, vielleicht sogar Büchern und Kolumnen in Zeitungen die Prognosequalität des Primaten nachläßt und selbiger glücklicherweise irgendwann in der Versenkung verschwindet oder ihm einfach das Geld ausgeht. So wohl auch Henry Littig... und andere dieser Kategorie. Manche landen wegen krimineller Aktivitäten (Wertpapierbetrug, Insolvenzverschleppung, Steuerhinterziehung) irgendwann auch hinter Gittern.

Kommentar von gurusucher ,

Mit Verlaub: angesichts der aktuellen Entwicklung war die Frage zu diesem Zeitpunkt (28.1.13) völlig berechtigt. Und der Guru (Littig) hat leider absolut Recht behalten.

Kommentar von schnellereuro ,

Henry Littig war in der Baisse 2000-2003 einer der allersten, der in seinem Fonds HPM Timing Global Plus (764933) Short-Positionen einging und damit seinerzeit richtig erfolgreich war. U.a. soll Bernd Greisinger in seinen Dachfonds nicht unerheblich davon profitiert haben. Nach 2003 ist Littig dann allerdings das Umswitchen vom Short- in den Long-Modus nicht so recht gelungen und irgendwann hat er dann auch das Fondsmanagement des HPM TGP abgegeben.

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