Frage von Sandman,

Photovoltaikanlage Wechsel von Unternehmer zu Einzelperson

Hallo, ich habe mir 2010 eine Photovoltaikanlage für mein Haus gekauft. Damals wurde mir geraten, hier ein "Unternehmen" anzumelden, damit ich die Mehrwertsteuer für die Anschaffung und auch die AfA anrechnen könnte.

Nun hat mir jemand gesagt, dass ich die AfA auch als Einzelperson abziehen darf. Ich bin mir aber überhaupt nicht sicher, was jetzt stimmt. Hat hier jemand Erfahrungen mit solchen Sachen?

Muss ich auch als Privatanwender, die Einnahmen bei der Einkommensteuer anrechnen lassen? Dann wäre es ja wieder besser, wenn ich die Anlage als Unternehmer weiterlaufen lasse, oder?

Die Umsatzsteuer ist ja sowieso nur ein durchlaufender Posten, da habe ich nur Arbeit damit. Falls es sich lohnen würde (wegen der Einkommensteuer) zu welchseln, nach wieviel Jahren kann ich das denn beantragen und vor allem wie?

Danke Sandman

Antwort
von hildefeuer,

Deine Gewerbeanmeldung hat mit den Steuern nix zu tun. Du kannst das Gewerbe einfach abmelden. Für PV-Anlagen muss man in Niedersachsen kein Gewerbe anmelden, da man nicht gewerblich tätig wird. Man bietet nicht offen am Markt an, Ein Verkauf im freien Markt ist auch nicht möglich. Normalerweise ist man dann kein Gewerbetreibender. Du solltet das Gewerbe abmelden vor allem wegen der Fernsehsteuer die Du ab 2013 zahlen musst.

Antwort
von SBerater,

was verstehst du unter Unternehmen? Kapitalgesellschaft? Gewerbe?

Und was ist für dich genau eine Einzelperson aus steuerlicher Sicht?

Die Begrifflichkeiten sind wichtig bei der Beantwortung der Frage.

Kommentar von Sandman ,

Ich habe als die Anlage angeschafft wurde, ein Gewerbe "Betrieb einer Photovoltaikanlage/Stromerzeuger" angemeldet. Mit Einzelperson meine ich kein Gewerbe, nur Einkommensteuerpflichtiger AN. Sorry, mit den steuerlichen Ausdrücken kenne ich mich nicht wirklich aus. Ich erhalte von den örtlichen E-Werken für jedes Kilowatt ca. 40Cent und die USt. dazu. Die USt muss ich immer an das FA weitergeben, da ich keine Ausgaben mit MWSt habe, zahle ich am Jahresende alles auf einmal mit der Umsatzsteuererklärung. Ich sehe da aber keinen Vorteil - nur Arbeit, und Angst was falsch zu machen.

Kommentar von EnnoBecker ,

da ich keine Ausgaben mit MWSt habe,

Das ist schwer vorstellbar. Da war zunächst die Anschaffung der PVA und die Bezahlung der entsprechenden Nebenkosten.

Und dann kommen noch jährlich wiederkehrende Ausgaben, in denen USt enthalten sind, hinzu. Nun bist du zwar nicht verpflichtet, die Vorsteuern anzugeben (der Unternehmer KANN Vorsteuern abziehen), aber es ist nicht nachvollziehbar, warum man dies unterlassen sollte.

Antwort
von EnnoBecker,

Also das Ganze ist kein Wunschkonzert.

Bei der Umsatzsteuer bist du wohl Kleinunternehmer, der zur Regelbesteuerung optiert hat. An diese Option bist du zunächst bis 2014 gebunden.

Im Übrigen ist das durchaus kein durchlaufender Posten. Es ist schon ein Unterschied, ob du die Vorsteuer direkt vom Finanzamt zurückbekommst oder ob die als Aufwand (bzw. Anschaffungskosten der PVA) behandeln musst.

Nach 2014 kannst du zur KU-Regelung zurückkehren, musst aber möglicherweise den Vorsteuerabzug berichtigen und also anteilige Vorsteuer an das Finanzamt zurückzahlen.

Bei der Einkommensteuer sind und bleiben es Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Daran ändert sich nichts.

Deine Begrifflichkeiten "Unternehmer" oder "Privatanwender", "Einzelperson" usw. haben keinerlei Auswirkung auf die steuerliche Behandlung.

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