Frage von Sobeyda, 924

Pflicht zur Hausratsversicherung bei Abschluss eines Mietvertrags

Eine Bekannte hat im Mietvertrag für ihre neue Wohnung (unmöbliert, private Nutzung) stehen, dass sie den Abschluss einer Hausratversicherung nachweisen muss. Die hat sie, soweit also kein Problem.

Ich frage mich allerdings, welchen Vorteil der Vermieter von einer Hausratversicherung seiner Mieterin hat.

  1. Kann die Versicherung einen Tag nach Abschluss des Mietvertrages wieder gekündigt werden.

  2. Es kann dem Vermieter doch egal sein, ob seiner Mieterin der Hausrat abfackelt. Ihm dürfte es doch eher um sein Eigentum gehen, im vorliegenden Fall das Badezimmer und eine Einbauküche. Aber das ist nach meinem Verständnis doch über die Gebäudeversicherung abgesichert.

Wo ist mein Denkfehler?

Wenn ein Vermieter überhaupt den Abschluss einer Versicherung verlangt, wäre dann nicht eine (private) Haftpflicht viel sinnvoller?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus, 924

Ich bin jetzt mal ganz ketzerisch. Weil ich aus Erfahrung weiß, dass die viele Menschen, was Versicherungen betrifft keine Ahnung haben. Der Vermieter kennt wahrscheinlich nicht die Unterschiede zwischen Privathaftpflicht- und Hausratversicherung

Das können wir auch hier im Forum feststellen, das der Unterschied nicht allen Menschen bekannt ist. Aber fast alle trauen sich zu bei einem Portal einfach eine Versicherung ohne Beratung abzuschließen.

Sorry für mein harten Worte, aber ich sehe das so.

Antwort
von Primus, 769

Für viele Mieter von Wohnungen kommt oftmals die Frage auf, ob ein Vermieter den Abschluss einer Hausratversicherung verlangen kann und eine Sondervereinbarung im Mietvertrag festhalten darf. Bei dem Mietabschluss werden manche Mieter mit einer Klausel konfrontiert, die sowohl den Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung als auch einer Hausratversicherung erfordert.

Laut aktuellem Mietrecht kann der Vermieter eine solche Bedingung nicht vom Mieter verlangen. Für Schäden an der Mietwohnung selbst, zahlt man bei Abschluss des Mietvertrages bereits eine Kaution. Die zusätzliche Sicherstellung über die private Haftpflichtversicherung ist nicht notwendig und keine Pflicht für den Mieter.

Die Forderung nach einer Sicherung über eine Hausratversicherung widerspricht sich komplett, da dadurch nicht mal Schäden am Eigentum vom Vermieter abgesichert werden, sondern lediglich die Inneneinrichtung des Mieters. Daher steht es jedem frei, eine derartige Versicherung abzuschließen.

Sollte eine gemäße Klausel bereits in dem Mietvertrag bestehen und unterschrieben worden sein, ist sie automatisch unwirksam und kein Bestandteil für die Nutzung der Mietwohnung.

http://www.versicherung-check.net/hausratversicherung-pflicht.html

Antwort
von Mikkey, 608

Ohne dass ich dabei ganz sicher bin -

Wenn ein Schaden am Haus einen Folgeschaden am Hausrat des Mieters nach sich zieht, tritt die Hausratversicherung ein, ansonsten würde der Mieter vom Hauseigentümer Schadensersatz verlangen, den (wohl) die Gebäudeversicherung niht abdeckt.

Zu dem Gedanken mit der Haftpflicht: Die leistet normalerweise nicht für Mietsachen, würde also eine Küche, die durch einen Fettbrand zerstört wurde, nicht ersetzen.

Kommentar von Sobeyda ,

Würde mal sagen, wenn durch einen Schaden am Haus ein Folgeschaden am Eigentum des Mieters entsteht, haftet der Vermieter. Und 100% würde sich die Hausratsversicherung des Mieters sich das Geld vom Vermieter wiederholen.

Kommentar von Mikkey ,

Naja, Du hast uns ja zum Spekulieren eingeladen ;-)

Andererseits hatte ich (vor langer Zeit) mal eine Mietwohnung über einem Einkaufszentrum. Unterhalb meiner Wohnung befand sich ein Restaurant.

Die Hausratversicherung sollte deshalb drei bis vier mal so hoch sein wie üblich!

Dies würde doch nicht so sein, wenn die Versicherung bei Schäden, die durch das Restaurant ausgelöst wurden dort Regress hätte nehmen können

Antwort
von Snooopy155, 452

Auf solche Forderungen seitens des Vermieters besteht kein Rechtsanspruch, aber es ist halt auch nicht verboten die Vermietung an solche Bedingungen zu knüpfen.

Kommentar von vulkanismus ,

V i e l l e i c h t nicht verboten (wer weiss?), aber Schwachsinn.

Kommentar von Snooopy155 ,

Vermieter fordern heute vieles, was an Schwachsinn grenzt, weil sie einfach glauben dadurch ihr Eigentum besser gesichert zu haben.

Antwort
von imager761, 451

Ich frage mich allerdings, welchen Vorteil der Vermieter von einer Hausratversicherung seiner Mieterin hat.

Sie trägt bei Einschluss vom Leitungswasserschäden etwa die Schadensbeseitigung einer durchnässten Decke der untenliegenden Wohnung infloge eines defekten Schlauchs der Wasch- oder Spülmaschine, Frostschäden der Installation einer im Winterurlaub abgedrehten Heizung sowie Einwirkungs- und Folgeschäden bei Sturm und Hagel: Der Sonnenschirm auf dem Balkon fliegt von einer Hagelgewitterböe erfasst auf ein geparktes Auto.

Kann die Versicherung einen Tag nach Abschluss des Mietvertrages wieder gekündigt werden.

Ja: Inweit man als Mieter seine Vollhaftung für Mietschäden im Fall der Fälle lieber aus eigener Tasche bezahlen möchte, darf man selbst entscheiden.

Es kann dem Vermieter doch egal sein, ob seiner Mieterin der Hausrat abfackelt. Ihm dürfte es doch eher um sein Eigentum gehen,

Ja, eben: Wer zahlt denn den Rauch- und Löschwasserschaden seines Eigentums? Oder erforderliche Vollrenovierung, Sanierung der (Elektro-)Installation?

über die Gebäudeversicherung abgesichert.

Auch, und die muss er aber abschliessen?

wäre dann nicht eine (private) Haftpflicht viel sinnvoller?

Nicht nur als Mieter ist das die sinnvollste Versicherung überhaupt. Nur Ceranfeldschäden an der mitgemieteten Küche wäre damit ebensowenig versicherbar wie eine geliehene Kücheneinrichtung nach Fristeusenbrand :-(

G imager761

Kommentar von Sobeyda ,

Ohne die jeweiligen Versicherungsbedingungen von vorne bis hinten studiert zu haben:

Die Decke ist nach meiner Auffassung ein Bestandteil des Gebäudes und somit nach § 3 Nr. 3 VGB 2008 in der Gebäudeversicherung mitversichert. Möglicherweise nimmt die Gebäudeversicherung die Mieterin in Regress, dann ist das aber nach meinem dafürhalten ein Fall für die Haftpflichtversicherung. Ähnliches gilt für Frostschäden.

In der Hausratversicherung sind auch Leitungswasserschäden versichert, jedoch nur für Schäden am Hausrat und in § 6 Nr. 3 a) und b), VHB 2008 lese ich, dass Gebäudebestandteile und vom Gebäudeeigentümer eingebrachte ... Sachen nicht versichert sind.

Was den Sonnenschirm betrift: den Schaden an dem Sonnenschirm trägt die Hausratversicherung und den an dem Auto die Haftpflichtversicherung. Was aber mit der Frage gar nichts zu tun hat, weil ein Auto niemals Hausrat ist.

Wer als Vermieter keine Gebäudeversicherung abschließt ist selbst schuld, In einigen Bundesländern ist sie sogar vorgeschrieben. Die Mieterin ist nicht Eigentümerin des Hauses, von daher hat sie auch keinen Verlust, wenn das Haus abbrennt.OK, sie muss sich eine neue Wohnung suchen und ihren Hausrat ersetzen, was dank der Hausratsversicherung kein Problem ist, aber den Schaden aus dem nicht mehr existenten Haus hat der Hauseigentümer also der Vermieter. Ein Mieter schliesst niemals eine Gebäudeversicherung ab. Wozu auch?

Kommentar von vulkanismus ,

Was hast du eigentlich für eine Vorstellung von Hausratversicherung bzw. was rechtfertigt nun Deinen Platzraub auf dieser Seite?

Kommentar von anitari ,
Sie trägt bei Einschluss vom Leitungswasserschäden etwa die Schadensbeseitigung einer durchnässten Decke der untenliegenden Wohnung infloge eines defekten Schlauchs der Wasch- oder Spülmaschine, Frostschäden der Installation einer im Winterurlaub abgedrehten Heizung sowie Einwirkungs- und Folgeschäden bei Sturm und Hagel: Der Sonnenschirm auf dem Balkon fliegt von einer Hagelgewitterböe erfasst auf ein geparktes Auto.

Das alles trägt die Hausratversicherung ganz bestimmt nicht. Evtl. die durchnässte Bett- oder Sofadecke.

Antwort
von anitari, 403

Ich frage mich allerdings, welchen Vorteil der Vermieter von einer Hausratversicherung seiner Mieterin hat.

Der Vermieter keinen.

Es kann dem Vermieter doch egal sein, ob seiner Mieterin der Hausrat abfackelt. Ihm dürfte es doch eher um sein Eigentum gehen,im vorliegenden Fall das Badezimmer und eine Einbauküche. Aber das ist nach meinem Verständnis doch über die Gebäudeversicherung abgesichert.

Verpflichten kann der VM keinen Mieter genannte Versicherungen abzuschließen.

Richtig. Kann aber dem Mieter ein fahrlässiges Verschulden nachgewiesen werden wird sich die Gebäudeversicherung an ihn halten.

Antwort
von Patrizia425, 352

Meines Wissens kann der Vermieter das nicht ohne weiteres verlangen. Aber dennoch ist es für den Verbraucher sehr sinnvoll eine solche Versicherung sein Eigen zu nennen. Denn sie ersetzt dem Versicherten viele Schäden, die durch Wasser, Einbruch oder Feuer entstanden sind. (Quelle: http://hausratversicherung-vergleichsbericht.de/ )

Wie schon andere es bemerkt haben, können die Vermieter wohl einen Nachweis für die private Haftpflicht verlangen.

Antwort
von LittleArrow, 323

Auf viele Aspekte Deine Frage wird hier eingegangen:

http://www.bmgev.de/mieterecho/326/23-wasserschaden-ff.html

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