Frage von sicherfrei,

Parientenrechte-und Möglichkeiten

Mein alter Vater ist an Parkinson und einer Herzstenose erkrankt. Er war zur Einstellung von Parkinson in einem neurolgischen Krankenhaus und wegen Darmproblemen anschliessend noch in einem Zweiten. Der Hausarzt jedoch,bei dem meine Eltern schon sehr lange sind, will bestimmte Empfehlungen der beiden Krankenhäuser nicht umsetzen.Es handelt sich zum einen um Krankengymnastik, zum anderen um einen Vitamin-D3-Mangel. In einem Telefon-Gespräch teilte er mir mit, er hielte die Therapieempfehlungen nicht für notwendig und ich hätte im übrigen keine Ahnung .Außerdem sei ihm die Arbeit die er mit meinem Vater hätte zuviel, er hätte auch von der neurologischen Medizin bzgl.Parkinson zuwenig Kenntnisse und mein Vater müsse daher öfter zum Neurologen zur Behandlung. Das Dilemma ist aber, das es nur einen Neurologen in der Kleinstadt gibt und der hat lange Wartezeiten. Der Hausarzt scheint auch den Ruf zu haben , sparsam bei Verschreibungen zu sein. Hat er irgendwelche Vorteile davon?Was ist zu tun ?

Antwort
von Spica,

Wie alles im Leben hat es mit Geld zu tun. Ich gehe mal davon aus, daß Dein Vater gesetzlich versichert ist - sonst hätte er nicht die langen Wartezeiten beim Neurologen. Hausärzte haben das Dilemma das die Kasse pro Quartal nur eine Pauschale bezahlt, unabhängig davon ob der Patient ein Mal oder zwanzig Mal aufschlägt. Er hat also mit Patienten die öfter kommen mehr Arbeit/Aufwand und bekommt nicht mehr Geld. Meines Wissens beträgt diese Pauschale so ungefähr 40 € pro Quartal. Für Verschreibungen gilt das Gleiche - es gibt von der Kasse nur ein bestimmtes Budget. Das ist auch der Grund warum es fast keine Landärzte mehr gibt - überwiegend ältere Patienten dort wohnhaft.

Kommentar von sicherfrei ,

Dafür gibt es auch Quartale , wo nur ein Rezept gebraucht wird.Und für zusätzliche Untersuchungen gibt es auch Geld.Die Hausärzte nagen i.d.R.nicht am Hungertuch.

Antwort
von qtbasket,

Zunächst zu den Empfehlungen aus dem stationären Bereich: Es sind Empfehlungen an den Hausarzt - aber da ambulante und stationäre Versorgung in der GKV strikt getrennt sind, ist die Empfehlung aus dem stationären Bereich völlig unverbindlich . Das ist auch richtig so, denn das Krankenhaus kann viel teure Dinge empfehlen, der Hausarzt haftet aber dafür - bei einer Überziehung seines Richtgrößenvolumens, das ist sein Budget für jeden einzelnen Patienten, droht ihm Regress.

Also, der Hausarzt ist wirklich alleine für sein medizinisches Tun verantwortlich und muss also nicht den (meist sehr kostspieligen ) Empfehlungen des Krankenhaus folgen.

Nächster Punkt: Ein Hausarzt ist natürlich kein Spezialist, deshalb ist die Überweisung zum Neurologen zwecks Mitbehandlung, und auch Verordnung der sehr teuren Parkinsonmedikamenten völlig in Ordnung.

Nächster Punkt: Eine kurze inhaltliche Stellungnahme zu den Krankenhausempfehlungen: Krankengymnastik kann ein Hausarzt normalerweise nicht mehr so einfach verordnen, hier ist dringend zu empfehlen sich eine Genehmigung der Krankenkasse zu besorgen.

Wirklich ein Vitamin D3 Mangel ? Das glaube ich nicht !!!

Es gibt in Deutschland so gut wie keinen nachgewiesenen Vitamin D Mangel als Erkrankung !!! Insofern gibt es auch keine therapeutische Notwendigkeit dies zu Lasten der Krankenkasse zu verordnen. Eine völlig andere Sache ist das nämlich mit den Empfehlungen als Leitlinie von Fachgesellschaften mit 1200 mg Calcium und 800 i.E. Vitamin D pro Tag. ( beispielsweise vor Osteoporose) Das dient zur Vorbeugung und wird nicht von der Krankenkasse erstattet - diese Medikamente muss der Patient aus eigener Tasche bezahlen.


Fazit: Der Hausarzt handelt eigentlich genauso wie er muss !!! Ein Wechsel des Hausarztes wird nichts an den Vorschriften des SGB V für ambulant tätige Ärzte ändern. Der Patient gehört nach obiger Aussage wohl auch in die Mitbehandlung eines Facharztes. Therapieempfehlungen aus dem Krankenhaus sind oftmals eine Maximalforderung und mit den Vorschriften des SGB V, dass nur die notwendige und nicht die medizinische machbare Therapie von den Krankenkassen bezahlt wird unvereinbar.

Kommentar von sicherfrei ,

Vitamin D-Mangel ist medizinischer Standard. An den Auswirkungen von VitaminD-Mangel sowie an den Heilungs-und Präventionsmöglichkeiten von Vitamin D3 wird weltweit geforscht. Die Ergebnisse fliessen in die Empfehlungen von Robert-Koch-Institut , DGE, Deutsches Krebsforschungsinstitut u.a. ein . Es ist medizinischer Standard das Labore Blutergebnisse für Vitamin D3 bei unter 20ng/mol als absoluten Mangel einstufen. Das diese Ergebnisse noch nicht bei allen Hausärzten angekommen sind ist bekannt.Den meisten Internisten und Endokrinologen sowieso ist das aber bekannt. Vitamin-D-Mangel wird auch behandelt und von KK anerkannt, Medikamente auch bezahlt - so meine eigene Erfahrung.Abgesehen davon sind die Medikamente auch nicht so teuer. Nur bilden sich viele Hausärzte nicht weiter, sind nicht offen für neue medizinische Erkenntnisse, sind frustriert und treten(!) so ihren Patienten gegenüber.

Antwort
von wfwbinder,

Mediziner sind in Ihren Verordnungen beschränkt und bekommen auch ab einem bestimmten Punkt ihre Arbeit nicht mehr bezahlt.

Die Reaktion ist zwar sehr Patienten unfreundlichen, aber (mit Bauchkneifen) nachvollziehbar.

Es hilft nur den Arzt zu wechseln, denn gerade in Parkinson Behandlungen sollte man sich genau daran halten, was eingestellt wurde.

Antwort
von Gaenseliesel,

Hallo sicherfrei, ich denke du bist hier mit deiner Frage besser aufgehoben :

http://www.gesundheitsfrage.net/alles-zu/krankenkasse/patientenrechte/1

Gruß ! K.

Kommentar von sicherfrei ,

Habe mich bewusst mit meiner Frage an dieses Forum gewandt, weil es kompetenter ist, was Fragen bzgl. Recht und Geld betrifft.

Antwort
von vulkanismus,

Was qtbasket hier zum Vitaminmangel sagt, darfst nicht ernst nehmen. Lies selber nach und Du wirst sehen, welchen Wert seine Antwort hierzu hat.

Kommentar von sicherfrei ,

Tue ich bereits.Danke.

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